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Filmfestspiele in Cannes: Dokumentation über die Rote Khmer ausgezeichnet

In der Nebensektion "Un certain regard" beim Filmfest in Cannes erhielt Regissuer Rithy Panh den Preis für seinen Film "The Missing Picture". Seine eigenen Erlebnisse werden darin widergespiegelt.

Ein Dokumentarfim über die Opfer der Roten Khmer in Kambodscha ist am Samstag in der Nebensektion "Un certain regard" des Filmfestivals von Cannes zum besten Film gekürt worden. Der Film "The Missing Picture" des kambodschanisch-französischen Regisseurs Rithy Panh überzeugte die Jury unter dem Vorsitz des dänischen Filmemachers Thomas Vinterberg. Rithy Panh widmete den Preis dem iranischen Regisseur und Dissidenten Jafar Panahi, der in seinem Land unter Hausarrest steht.

In "The Missing Picture" setzt sich der Regisseur auf persönliche Weise mit dem Verlust von Verwandten durch den Völkermord in Kambodscha auseinander. Rithy Panh war selbst während der Herschaft der Roten Khmer im Arbeitslager und verlor durch den Genozid einen Teil seiner Familie. In dem Film mischt er Archivbilder mit Szenen, in denen bemalte Tonfiguren seine verlorenen Angehörigen darstellen. Unter der Herrschaft der Roten Khmer wurden zwischen 1975 und 1979 mehr als zwei Millionen Menschen getötet.

Die Sektion "Un certain regard" zeigt eher ungewöhnliche Filme von weniger bekannten Regisseuren. Zur Auswahl zählte in diesem Jahr der deutsche Film "Tore tanzt", der bei der Preisverleihung leer ausging. Im offiziellen Wettbewerb von Cannes werden am Sonntagabend die Preise verliehen. Die Goldene Palme für den besten Film zählt zu den begehrtesten Filmpreisen der Welt.

mme/AFP / AFP
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