HOME

Faye Dunaway: Ergraute Kinodiva wird 65

Ein Jahrzehnt lang war Faye Dunaway ein strahlender Stern am Hollywood-Himmel. Doch diese Glanzzeit der Offizierstochter aus Florida, die am 14. Januar 65 Jahre alt wird, liegt lange zurück.

1967 bis 1978 waren Dunaways triumphale Jahre als begehrteste Leinwand-Frau. Zwar bekommt die blonde Darstellerin mit den auffällig grünen Augen und hohen Wangenknochen bis in die Gegenwart immer wieder Rollen für Kino- und TV-Filme. Doch das sind keine erstklassigen Produktionen mehr. Und die von ihr 2005 angetretene Moderation in einer Reality-Show des US-Fernsehens kündet auch eher von gewelktem Ruhm der einstigen Diva. "Wie tief ist die Oscar-Gewinnerin gefallen?", bemäkelte ein Medienkritiker. Tatsächlich war die Show so schlecht, dass sie schnell wieder abgesetzt wurde.

Doch im unruhigen Jahr 1967 war es genau die richtige Rolle zum richtigen Zeitpunkt, die aus der damals 26-Jährigen mit deutschen und irischen Wurzeln einen Star machte. Dunaway spielte in Warren Beattys Sensationserfolg "Bonnie & Clyde" jene Gangsterbraut, die mit ihrem Partner in der Kriminalgeschichte wie auf der Leinwand zur Legende wurde. Sieben Jahr später war sie wieder dabei, als Roman Polanski mit seinem Klassiker "Chinatown" Furore machte. Auch in so bekannten Filmen wie "Little Big Man" (1970) mit Dustin Hoffman oder "Network" war Dunaway zu bewundern. Für die "Network"-Darstellung einer ehrgeizigen TV-Journalistin erhielt sie 1977 den Oscar für die beste weibliche Hauptrolle.

Die Schattenseiten ihrer Karriere

Bald danach aber sank ihr Stern. Mehrere neue Filme floppten, die Ehe mit dem Rockmusiker Peter Wolf ging entzwei, der Alkoholkonsum stieg. Die geringe Popularität in Kollegenkreisen, der mit dem Erfolg reichlich extravagant gewordenen Dunaway, trug auch nicht zur Besserung der Lage bei. Unvergessen waren ihre Auseinandersetzungen mit Regisseur Polanski und seinem Team während der Dreharbeiten zu "Chinatown". "Sprich einfach deinen gottverdammten Text! Deine Gage sollte dir Motivation genug sein!", soll das kleine polnische Genie damals entnervt seinen Star angeschrien haben. Schlagzeilen machte damals, auf dem Höhepunkt ihrer Karriere, auch ihre Affäre mit Marcello Mastroianni.

"Alle halten mich für eine kalte, raffinierte und unnahbare Frau. So bin ich aber gar nicht", versicherte sie einmal in einem Interview. Doch dieses Leinwandklischee und der Ruf einer kapriziösen Filmdiva hingen ihr wie eine Klette an. Sie "schleppe immer etwa Dramatisches mit sich herum", sagte Star-Regisseur Elia Kazan einst über seine Schülerin.

Mit den attraktivsten Männern Hollywoods gespielt

Das Publikum in aller Welt aber sah auf der Leinwand nur eine faszinierende Schönheit mit ganz eigener kühl-erotischer Anziehungskraft. Unter Faye Dunaways Filmpartnern waren die attraktivsten Männer Hollywoods: Jack Nicholson, Robert Redford oder Steve McQueen. Die Schülerin von Altmeister Elia Kazan hatte schon 1962 bei ihrem Broadway-Debüt von sich reden gemacht. "Bonnie & Clyde" war erst Dunaways dritter Film und zugleich eine Art Revolution im amerikanischen Kino. Später gestand die Schauspielerin. "In meinen kühnsten Träumen habe ich mir keine solche Reaktion auf den Film ausgemalt."

Aber wo viel Licht ist, da kann es auch viel Schatten geben, und Faye Dunaway hat sich in reiferen Jahren oft in diesem aufhalten müssen. 1987 hatte sie nach langer Durststrecke in "Barfly" immerhin einen Achtungserfolg erzielen können. In der Lebensgeschichte des skandalumwitterten Schriftstellers Charles Bukowski spielte sie eine von Alkoholsucht gezeichnete Frau. Es war zu spüren, dass die Schauspielerin, die erst 1980 Mutter eines Sohnes wurde, eigene leidvolle Erfahrungen einbringen konnte.

AP/DPA / AP / DPA