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FILMPREMIERE: Harry Potter zaubert wieder

Der zweite Potter-Film »Harry Potter und die Kammer des Schreckens« ist am Sonntag in London uraufgeführt worden. Erfolgsautorin Joanne K. Rowling und »Zauberlehrling« Daniel Radcliffe wurden von 1500 Fans stürmisch gefeiert.

Der zweite Potter-Film »Harry Potter und die Kammer des Schreckens« ist am Sonntag in London uraufgeführt worden. Erfolgsautorin Joanne K. Rowling (37) und »Zauberlehrling« Daniel Radcliffe (13) wurden bei der Weltpremiere vor dem Odeon-Kino am Leicester Square von etwa 1500 Fans stürmisch gefeiert. Der Film kommt am 14. November in Deutschland in die Kinos.

Radcliffe, der in dunklem Anzug und Blumenschlips kam, bestach ebenso wie die übrigen Jungdarsteller vor der Kamera durch eine neue Professionalität. »Ich liebe es, es macht so viel Spaß«, sagte Radcliffe, als er von seiner Filmagentin von Interview zu Interview geschleppt wurde. Es sei auch »cool«, von jedem auf der Straße erkannt zu werden.

Großer Empfang für Rowling

Begeistert war auch Emma Watson (Hermine Granger), die in hohen Stöckelschuhen und einem langen rosa Kleid erschien. Die Klassenbeste lächelte unentwegt in die Kameras und ließ sich für Film-und Fotoaufnahmen den Mantel von ihrer persönlichen Assistenten von der Schulter nehmen. Auch ihr machte es offenkundig großen Spaß, wie ein Hollywood-Star im Rampenlicht zu stehen.

Szenen aus dem neuen Film waren für die seit Stunden wartenden Fans auf große Leinwände auf dem Platz vor dem Kino übertragen worden. Aus Lautsprechern tönte die Musik zu dem Film. Der Kinoeingang war mit zwei überdimensionalen Schlangenköpfen sowie den vier Wappen der Häuser der Zauberschule Hogwarts geschmückt.

Kenneth Branagh als Gaststar

Rowling, die im vierten Monat schwanger ist, geriet wegen des Rummels um die Jungschauspieler fast in den Hintergrund des Geschehens. Sie ließ sich, Händchen haltend, mit ihrem Mann, dem Arzt Neil Murray, in einer Limousine vorfahren. Rowling erinnerte daran, dass das zweite Buch der Serie ihr liebstes ist.

»Ich kann immer noch nicht fassen, dass die Verfilmung meines ersten Buches so ein Riesenerfolg war«, sagte sie. »Harry Potter und der Stein der Weisen« war kurz nach seinem Start vor einem Jahr zum weltweit erfolgreichsten und einträglichsten Film nach »Titanic« geworden.

Als heimlicher Star von »Harry Potter und die Kammer des Schreckens« wurde Kenneth Branagh am Sonntag von den Fans stürmisch begrüßt. Der renommierte englische Shakespeare-Darsteller gibt ein Gastspiel als Starautor Gilderoy Lockart. Er setzt diese Figur witziger um als im Buch. Branagh nimmt man seine Eitelkeit wirklich ab.

Noch gruseliger als der Vorgänger

»Ich hoffe, dass Daniel Radcliffe auch noch im vierten Film Hary Potter spielt. Er ist so süß. Ich finde es richtig, dass er in der Rolle mitwächst«, sagte eine als Hexe verkleidete 16-Jährige. Radcliffe steht momentan für drei Filme unter Vertrag.

Nach Ansicht von Regisseur Chris Columbus ist der zweite Potter- Film, in dem der Zauberlehrling im Internat von Hogwarts von düsteren Kräften terrorisiert wird, »spannender, witziger, aber auch gruseliger« als sein Vorgänger. Im dritten Film ist Columbus nur noch Mitproduzent. Er hoffe, bald seinen Traum von einem geregelten Arbeitsleben verwirklichen zu können, scherzte der Regisseur in London.

Überschattet wurde die Premiere vom Tod des Schauspielers Richard Harris, der in dem Streifen den Zauberprofessor Albus Dumbledore spielt. Der Darsteller war Ende Oktober im Alter von 72 Jahren an Krebs gestorben.

Gute Kritiken in der Presse

In der britischen Presse bekam der Film durchweg gute Kritiken. Der einhellige Tenor lautete: Der Streifen »Harry Potter und die Kammer des Schreckens« ist spannender, gruseliger und vor allem witziger als der erste Film. »Kinder und Erwachsene im ganzen Land, atmet auf«, schrieb der »Guardian«. Vor allem der Hauptdarsteller, der 13-jährige Daniel Radcliffe, habe sich schauspielerisch stark verbessert.

Die »Sun« urteilte: »Der zweite Film nach der Saga von J. K. Rowling ist viel besser, wenn es darum geht, die Magie ihrer Bücher auf Zelluloid zu übertragen.« Der »Daily Telegraph« prophezeite, der Film werde wieder ein »großer Hit« an den Kinokassen werden. Das erste Potter-Abenteuer war der erfolgreichste Film nach »Titanic«.