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Filmstart von "Super 8": Spielberg produziert Hommage an Spielberg

"Super 8" ist perfektes Team-Work: Produzent Steven Spielberg liefert den sentimentalen Touch, Regisseur J.J. Abrams sorgt für Action und Spannung. Das Ergebnis ist nostalgischer Science-Fiction-Spaß mit klassischen Spielberg Elementen.

Über Monate hinweg war "Super 8" Hollywoods best gehütetes Geheimnis. Der Plot des Science-Fiction-Thrillers blieb fest unter Verschluss. Man wusste nur, dass Steven Spielberg als Produzent und J.J. Abrams als Drehbuchautor und Regisseur die Hand im Spiel hatten. Das allein schürte den Hype und die Spannung vor dem Kinostart des Alien-Abenteuers gewaltig an. Als Schöpfer der Mystery-Serie "Lost" zog J.J. Abrams mit dem Überlebenskampf abgestürzter Flugpassagiere schon Millionen Zuschauer in seinen Bann. Mit "Star Trek" und "Mission: Impossible III" lieferte er Spannung, Tempo und halsbrecherische Stunts.

Die Rechnung mit der "Super 8"-Geheimhaltung ging auf. Als der Sci-Fi-Grusel Mitte Juni in den USA in die Kinos kam, flossen am ersten Wochenende gleich 36 Millionen Dollar (knapp 25 Millionen Euro) in die Kassen. Nicht schlecht für eine Gruppe Kids, die mit einer Super-8-Kamera ein Filmchen drehen und dabei zufällig ein Alien im Bild einfangen. J.J. Abrams verzichtete auf namhafte Stars. Sein Lockmittel: fesselnde Action, altmodischer Grusel und rührende Teenager-Sorgen. Eine rundum gelungene Hommage an Spielberg und Familienunterhaltung im Stil der 1970er Jahre.

Schauplatz ist eine amerikanische Kleinstadt im Jahr 1979. Sechs Teenager schleichen sich nachts heimlich aus dem Elternhaus, um eine wichtige Szene für ihren Super-8-Zombiefilm zu drehen. Dabei werden sie Zeuge von einem mysteriösen Zugunglück, bei dem ein unheimliches Alien freigesetzt wird. Die Kamera rollt weiter, als sie selbst in panischer Angst vor der wuchtigen Explosion Reißaus nehmen.

Richtig schlechte Filme als Kind

1979 war J.J. Abrams 13 Jahre alt, genau wie seine Protagonisten. "Die Inspiration für den Film kam aus meiner eigenen Kindheit, als ich mit meinen Freunden richtig schlechte Filme drehte", erzählte der Regisseur im Interview mit der Nachrichtenagentur dpa. Sie hätten damals mit vielen Ideen herumexperimentiert und die Welt der Erwachsenen unter die Lupe genommen. "Natürlich erleben diese Kinder viel verrücktere Dinge, als ich sie je erlebt habe", witzelte der Filmemacher.

Seltsame Sachen passieren in dem Städtchen Lillian. Erst laufen die Hunde weg, dann verschwinden Automotoren und Küchengeräte, schließlich werden unbescholtene Einwohner Opfer unerklärlicher Vorfälle. Das Militär winkt ab. Aliens gibt es nicht, dennoch wird plötzlich der ganze Ort evakuiert.

Dem dicklichen Charles (Riley Griffiths) passt das Chaos bestens in den Kram. Wie ein kleiner Orson Welles dreht er seinen Zombiefilm unbeirrt weiter. Der schüchterne Joe (Joel Courtney) ist für Make-Up und Spezialeffekte zuständig. Er verliebt sich prompt in die blonde Hauptdarstellerin Alice (Elle Fanning), der er beim Schminken langsam näher kommt. Aus dem Radio tönt der Ohrwurm "My Sharona", der erste Walkman ist gerade auf dem Markt, die Kids haben riesige Walkie Talkies, kleine Handys sind noch ferne Zukunft.

Das Beste im Abspann

Als Alice spurlos verschwindet spitzt sich die Grusel-Action zu. Doch J.J. Abrams verliert sich nicht in bloßen Horrorbildern. Dazu hat er als Kind zu viele Spielberg-Filme gesehen und sich die Handschrift seines Idols zu eigen gemacht. Wie bei "E.T. - Der Außerirdische" und "Unheimliche Begegnung der dritten Art" haben auch Aliens Gefühle. Da drückt der Regisseur beim Happy End kräftig auf die Tränendrüse.

Und damit ist der Popcorn-Spaß noch nicht zu Ende. Das Beste hebt J.J. Abrams für den Abspann auf. Der auf Super 8 gedrehte Zombie-Film steht "Super 8" kein bisschen nach.

Barbara Munker/DPA / DPA