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Filmpreis für umstrittenen Mercedes-Hitler-Clip

Mercedes war der Spot zu heikel: Im Werbeclip eines Nachwuchsregisseurs überfährt ein Auto Hitler als Kind. Das Spiel mit dem "Gefahrenerkennungssystem"-Slogan fand eine Filmpreis-Jury preiswürdig.

Hatte eine Gefahr frühzeitig erkannt: Szene aus dem umstrittenen Werbeclip.

Hatte eine Gefahr frühzeitig erkannt: Szene aus dem umstrittenen Werbeclip.

Ein umstrittener Spot, in dem Adolf Hitler als kleiner Junge von einem Mercedes erfasst wird, hat einen Nachwuchsfilmpreis beim First Steps Award gewonnen. Regisseur Tobias Haase von der Filmakademie Ludwigsburg bekam bei der Gala am Montagabend in Berlin die mit 10.000 Euro dotierte Auszeichnung in der Sparte Werbefilm.

In dem schon vorab viel beachteten, provokanten Spot wird Hitler dank moderner Autotechnik in seinem Heimatdorf als Kind überfahren. Am Ende erscheint der Slogan "Erkennt Gefahren, bevor sie entstehen". Der Autohersteller Mercedes-Benz, ein Unterstützer des Filmpreises, hatte sich von dem Clip distanziert.

Die Jury stärkte Regisseur Haase den Rücken, er bleibe seinen Idealen treu. "Solche Ideen-Verfechter braucht die Kreativbranche." Als Zuschauer werde man durch den Spot förmlich gezwungen, sich eine Meinung zu bilden. Noch nie habe die Jury so kontrovers diskutiert.

Die Auszeichnung wird von der Filmakademie ausgerichtet und gehört zu den wichtigsten Preisen für den Nachwuchs. Initiatoren waren 1999 die Produzenten Nico Hofmann und Bernd Eichinger.

nik/DPA/DPA

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Wie heißt der Film?
Hallo, seit langer Zeit bin ich auf der Suche nach einem Film, den ich vor ca. 25 Jahren gesehen habe. Es ist ein französischer Film von oder in der Art wie Eric Rohmer. Der Titel könnte "Betrug" oder ähnlich lauten. Es geht um eine Dreiecksgeschichte, bei der ein Mann von seiner Ehefrau und seinem besten Freund betrogen wird. Der Film erzählt seine Geschichte in Rückblenden und steigert die Spannung dadurch, dass der anfangs unwissende Zuschauer von Rückblende zu Rückblende mehr Informationen erhält, bis er gegen Ende sogar wissender ist als die Darsteller. Wie ein roter Faden zieht sich dabei die Frage durch den Film: Wer hat zu welchem Zeitpunkt was gewusst. - Ab wann wusste der betrogene Ehemann, dass er betrogen wurde? - Ab wann wussten die Betrüger, dass der Ehemann wusste, dass er betrogen wurde usw. Der Film beginnt äußerst langatmig. Wenn ich mich recht erinnere mit einer 20-minütigen fast statischen Kameraeinstellung. Zwei Personen (Ehefrau und Liebhaber) sitzen an einem Tisch eines sehr einfachen Restaurants. Aus dem Gespräch erfährt man, dass sie früher einmal ein Verhältnis hatten. Im Laufe der Unterhaltung verdichtet sich allmählich die Befürchtung, der Beste Freund/ Ehemann könnte eine Ahnung gehabt haben. Dann folgt die erste Rückblende. Dieses Prinzip von sich verdichtender Ahnung verstärkt sich immer mehr und verleiht dem Film eine - wie ich finde - einzigartige Dramaturgie. Wäre wundervoll, wenn jemand helfen könnte. Gruß Leo