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GOLDENER LÖWE: Endlich wieder richtige Glitzerwelt

Unter neuer Leitung und mit einer stärkeren Konzentration auf das europäische und US-amerikanische Kino, sollen auch wieder Topstars zu den 59. Filmfestspielen in Venedig gelockt werden.

Für die ersten Filmfestspiele von Venedig unter seiner Leitung hat Moritz de Hadeln zahlreiche Hollywood-Stars in seinem Programm berücksichtigt. So werden bei der vom 29. August bis 8. September stattfindenden 59. Biennale auch drei US-Produktionen unter den 21 Filmen sein, die im Wettbewerb um den Goldenen Löwen antreten. Auch Deutschland ist prominent vertreten, mit zwei rein deutschen Filmen und zwei Ko-Produktionen. In den vier Nebenwettbewerben treten 122 Filme an.

Viele US-Stars haben ihren Besuch angekündigt

Die Jury wird von der chinesischen Schauspielerin Gong Li (»Rote Laterne«) geleitet. Die 36-Jährige hatte 1992 selbst den Goldenen Löwen als beste weibliche Hauptdarstellerin gewonnen. Zu den Topstars, die in Venedig erwartet werden, zählen Nicole Kidman (»The Hours« von Stephen Daldry), Tom Hanks (»Road to Perdition« von Sam Mendes) und Antonio Banderas (»Frida« von Julie Taymor).

Reichhaltiges Programm

»Es ist ein Wunder, in nur etwas mehr als vier Monaten ein derart interessantes und reichhaltiges Programm zusammengestellt zu haben«, sagte der Schweizer Staatsbürger de Hadeln bei der Vorstellung des Programms am Dienstag in Rom. Bereits im Juni hatte er angekündigt, er wolle »ein starkes europäisches und deutsches Kino« auf dem Festival haben. De Hadeln war bis 2001 zwei Jahrzehnte lang Leiter der Berlinale.

So wird Doris Dörries neuer Spielfilm »Nackt« mit Heike Makatsch in der Hauptrolle gezeigt, ebenso wie Winfried Bonengels »Führer Ex«, Sergej Bodrovs »Bear?s Kiss« und Agnieszka Hollands »Julie Walking Home). Zuletzt war Deutschland 1998 mit Tom Tykwers «Lola rennt» ein deutscher Film in Venedig vertreten.

»Schmerzhafte Entscheidungen«

Er habe bei der Auswahl der Filme auch »schmerzhafte Entscheidungen« getroffen und sei Risiken eingegangen, sagte de Hadeln. Mit seinem Programm unterscheidet er sich deutlich von seinem Vorgänger Alberto Barbera, der im Januar kurz vor Auslaufen seines Vertrages aus Protest gegen die Kulturpolitik der rechtsgerichteten italienischen Regierung zurückgetreten war. Im März wurde dann de Hadeln zu seinem Nachfolger bestellt.

Mehr Filme aus Europa und den USA

Anders als im Vorjahr sind diesmal Produktionen aus Asien und Lateinamerika deutlich schwächer vertreten. 2001 stammte noch fast die Hälfte der Filme aus exotischen Ländern wie Iran, Mexiko oder Israel. Der indische Streifen »Monsoon Wedding« erhielt sogar die begehrte Auszeichnung als bester Film. Diesmal ist hingegen nur je ein Film aus Südkorea, Taiwan und Japan in Venedig dabei.

Eröffnungsfilm beim Film-Festival von Venedig ist »Frida«, die lang erwartete Filmbiografie der mexikanischen Künstlerin Frida Kahlo. Zur Premiere des Werks der US-Regisseurin Julie Taymor werde am 29. August auch Hauptdarstellerin Salma Hayek erwartet, teilte Festivaldirektor Moritz de Hadeln am Dienstag in Rom mit.

Fortsetzung von »Sex, Lügen und Videos«

Die Aufmerksamkeit der Festival-Besucher wird auch »Full Frontal« auf sich ziehen; der Film des amerikanischen Regisseurs Steven Soderbergh gilt als inoffizielle Fortsetzung von »Sex, Lügen und Videos« und glänzt mit den Stars Julia Roberts und David Duchovny. Bis 8. September zeigt das Festival die 21 Beiträge des mit dem Goldenen Löwen gekrönten Wettbewerbs Venezia 59 sowie 17 Beiträge in der Kategorie Gegenwartskino. Einen Goldenen Löwen für sein Lebenswerk erhält in diesem Jahr der 85-jährige italienische Regisseur Dino Risi.