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Filmfestival: Venedig im Star-Fieber

Er ist der Star am Lido: Woody Allen eröffnet mit seinem Film "Anything Else" das 60. Filmfestival von Venedig.

Er ist der Star am Lido: Woody Allen eröffnet mit seinem Film "Anything Else" das 60. Filmfestival von Venedig. Und auch wenn nach ihm noch zahlreiche andere Berühmtheiten über den roten Teppich laufen, gilt das Hauptinteresse doch dem 67-jährigen Regisseur und Schauspieler, der bereits 1995 mit einem Goldenen Löwen für sein Lebenswerk geehrt wurde.

Obwohl es auf den ersten Blick nicht so scheint, haben Woody Allen und das Filmfest von Venedig einiges gemeinsam: Beide schwankten in der Vergangenheit zwischen Publikumsmagneten und Filmen, bei denen der künstlerische Anspruch im Mittelpunkt steht. Beide haben prominente Größen angelockt. Und beiden wurde in den letzten Jahren eher kritische Bewunderung als Erfolg zuteil. Während Allen sich jedoch damit zufrieden gab, fast jährlich einen mäßig erfolgreichen Film zu machen, schien das Filmfest von Venedig sich kaum damit abzufinden, die ständige Nummer zwei nach Cannes zu sein.

Filmkunst mit Kino-Glamour

So hat es sich Direktor Moritz de Hadeln zum Ziel gesetzt, dem Festival seinen ursprünglichen Glanz zurückzugeben. Die Veranstaltung sei nicht mehr das, was sie einst war, beklagte der Schweizer. Unlängst bemängelte er die fehlende finanzielle Unterstützung seitens der italienischen Regierung. De Hadeln versucht, Filmkunst mit Kino-Glamour zu verbinden. "Das Festival muss eine gute Mischung sein, man braucht beides", sagte er in einem Interview. "Wir sollten uns nicht darauf beschränken zu sagen, dieser Film ist zu populär, jener nicht populär genug."

Die Stars in Venedig

Ein wichtiger Faktor für den Erfolg ist zweifellos das Aufgebot an Stars. Das 60. Filmfest von Venedig hat in dieser Hinsicht einiges zu bieten: Erwartet werden George Clooney und Catherine Zeta-Jones, die für den Film "Intolerable Cruelty" werben, Anthony Hopkins ("The Human Stain"), Nicolas Cage ("Matchstick Men") und Antonio Banderas ("Once Upon a Time in Mexico").

Deutschlands Beitrag: Margarethe von Trottas "Rosenstraße"

Insgesamt werden während des elftägigen Festivals 143 Filme gezeigt, davon 20 im offiziellen Wettbewerb um den "Goldenen Löwen". Deutschland ist mit Margarethe von Trottas "Rosenstraße" vertreten. Der Film erzählt die Geschichte des Widerstands von Frauen im Berlin des Jahres 1943.

Der Schauspieler Omar Sharif und der Produzent Dino de Laurentiis werden für ihr Lebenswerk ausgezeichnet. Der 71-jährige Sharif steht seit 50 Jahren vor der Kamera, zu seinen bekanntesten Rollen zählen "Doktor Schiwago" und "Lawrence von Arabien". In Venedig wird auch Sharifs neuester Film gezeigt, "Mr. Ibrahim and the Flowers of the Quran". Darin spielt der gebürtige Ägypter einen alten Muslim, der einen kleinen jüdischen Jungen adoptiert.

Venedig sei die "schönste Stadt auf dem Planeten", sagte Sharif in einem Interview des "Corriere della Sera". Leider sei er nie mit einer Frau dort gewesen, die er liebte, habe nie einen romantischen Spaziergang entlang der Lagunen gemacht. "Aber vielleicht ist das gut so, es gibt immer noch etwas, was ich in Venedig tun muss."

In dieser Hinsicht hat ihm Woody Allen etwas voraus: 1997 heiratete er Soon-Yi Previn in Venedig.