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Hildegard Knef: Einblicke in ein Leben in der Achterbahn

80 Jahre wäre sie geworden, die Knef. Geboren 1925 in Ulm, hat sie in ihrem Leben gleich drei Karrieren untergebracht: die erste als Filmstar, die zweite als Sängerin und die dritte als Buchautorin.

"Hildchen" hätte all die Aufmerksamkeit genossen. Da ist sich Paul von Schell, der Witwer von Hildegard Knef, sicher. Mehrere Musicals, eine große Ausstellung im Filmmuseum Berlin und seit kurzem auch ein Denkmal erinnern an die Schauspielerin, die am 28. Dezember 80 Jahre alt geworden wäre. Schon Mitte Dezember wurde im Berliner Theater Tribüne eine Knef-Büste enthüllt. Dort hatte sie ihren ersten Auftritt nach dem Zweiten Weltkrieg, und man gedenkt ihrer mit einem "musikalisch-seelischen Porträt", die den naheliegenden Titel "Für mich soll's rote Rosen regnen" trägt.

Eine große Sonderausstellung präsentiert das Filmmuseum, die sich in zehn Stationen dieser Wanderin zwischen den Welten annähert: "Hildegard Knef. Eine Künstlerin aus Deutschland". Viele bislang unveröffentlichte Fotos und Briefe aus ihrem Nachlass, dazu Filmausschnitte, Kostüme, Zeitungsartikel, eigene Gemälde und Plakate zeichnen ihren Lebensweg nach, der am 1. Februar 2002 abrupt endete: Knef starb an einer Lungenentzündung. Es überrascht zu sehen, wie vielseitig Knef war, wie dicht bei ihr Triumph und Tragödie beieinander lagen - und wie gern sie an bei dem die Öffentlichkeit teilhaben ließ.

Die Ausstellung, in der auch Briefe von Henry Miller, Carl Zuckmayer und Marlene Dietrich ausgestellt sind, endet am 17. April. Der 160-seitige Ausstellungskatalog mit 136 Abbildungen ist für 19,90 Euro zu haben. Das Museum ist dienstags bis sonntags von 10.00 bis 18.00 Uhr geöffnet, donnerstags von 10.00 bis 20.00 Uhr. Der Eintritt kostet drei, ermäßigt zwei Euro.

Eine weitere Hommage an die Knef in Form einer Ausstelllung ist im Schwulen Museum Berlins zu sehen. "Halt mich fest - Erinnerungen - Erkenntnisse - Impulse" heißt die von dem Schweizer Journalisten Dieter Bornemann gestaltete Hommage. Neben Fotos gibt es ein von der Knef gemaltes Bild sowie Collagen und ein besonderes Bühnenkleid. Die Ausstellung ist noch bis zum 27. Februar 2006 geöffnet. www.schwulesmuseum.de

kbu/DPA / DPA