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Julie Delpy: "Ich habe die Hoffnung, dass es immer besser wird"

Neun Jahre nach "Before Sunrise" trifft Julie Delpy in der Fortsetzung erneut auf Ethan Hawke. Mit NEON sprach sie darüber, wie es war, eine alte Liebe wieder aufleben zu lassen.

Vor neun Jahren haben Julie Delpy und Ehtan Hawke in dem Film "Before Sunrise" eine Nacht in Wien verbracht, die seitdem als Maßstab für Romantik gilt. Celine (Julie Delpy) und Jesse (Ethan Hawke) haben sich damals auf dem Bahnhof getrennt und gegenseitig versprochen, ein halbes Jahr später wieder an der selben Stelle zu treffen. Sie haben keine Adressen, keine Telefonnummern, noch nicht mal ihre Nachnamen ausgetauscht. Die schlechte Nachricht: es hat nicht geklappt, die beiden haben sich verpasst. Die gute Nachricht: Neun Jahre später treffen sie sich in Paris wieder - und "Before Sunset" ist ein wunderschöner Film geworden. In der Juni-Ausgabe von NEON spricht Julie Delpy darüber, wie es war, eine alte Liebe wieder aufleben zu lassen.

Frau Delpy, bei einer Umfrage im Bekanntenkreis waren zehn von zehn Frauen gegen eine Fortsetzung von "Before Sunrise".

Ja, es war auch nicht einfach. Aber wir haben sehr hart an dem Buch gearbeitet, uns sehr viele Gedanken gemacht. Und als die ersten Vorführungen liefen, haben viele Frauen im Kino geweint. Dabei wird in dem Film ja eigentlich nur geredet.

Celine und Jesse treffen sich nach neun Jahren wieder und stellen fest: Sie lieben sich immer noch. Sie haben die ganze Zeit verschwendet.

Aber sie haben ihr Leben gelebt, sie haben ihre Erfahrungen gemacht und sie haben aneinander gedacht. Sie haben andere Menschen geliebt und sich dabei vermisst. Sie haben sich einfach verpasst und vielleicht trotzdem nichts versäumt.

Kann man sich mit Mitte 30 nicht mehr so verlieben wie mit 20?

Natürlich. Oder noch mehr. Sehen sie, im ersten Teil ging es nur um eine Nacht. Jetzt wissen die beiden viel mehr. Sie weiß, dass er ein Buch geschrieben hat, dass nur ihre Romanze behandelt. Sie weiß, dass sie ihm wichtig ist. Es gibt keine Geheimnisse. Und er ist verwirrt, weil er sich immer noch nach ihr sehnt, obwohl er verheiratet ist und ein Kind hat.

Waren sie schon mal länger mit jemandem zusammen?

Ja, aber das war nicht unbedingt eine gute Beziehung.

Warum versuchen sie es dann weiter?

Weil ich glaube, dass ich mich besser kenne, je älter ich werde. Ich habe die Hoffnung, dass es immer besser wird.

Die meisten Menschen helfen sich bei Liebeskummer, indem sie versuchen ihre Gefühle zu unterdrücken.

Das ist furchtbar. So will ich mich nie mehr fühlen. Ich lasse mich lieber zerstören, als keine Emotionen mehr zuzulassen. Weil es am Ende nur noch mehr zerstört, wenn man keine Emotionen mehr zeigt oder hat. Das schadet einem nur.

Sind sie wieder in einer Beziehung?

Ja, seit kurzem.

Das komplette Interview ist in der aktuellen Juni-Ausgabe von NEON nachzulesen, die seit dem 24. Mai im Handel ist.

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