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Action! - Neu im Kino: Zu viel Eis und zu viel Sex

Sid, Diego und Manni im Eis? Robert Pattinson in der Stretchlimo? Oder lieber Woody Allen unter dem Vergrößerungsglas? stern.de präsentiert die Filmstarts der Woche.

Von Sophie Albers

"Ice Age 4 - Voll verschoben"

Kinotrailer: "Ice Age 4 - Voll verschoben"

Regie:Steve Martino, Mike Thurmeier
Stimmen unter anderem von: Otto Waalkes, Arne Elsholtz, Michael Iwannek

Auch in "Ice Age 127" werden wir "Säbelzahneichhörnchen" Scrat noch gern dabei zusehen, wie es auf der Jagd nach der Eichel die Welt zerlegt. Diesmal - wir sind erst bei Teil vier - ist das coolste Eiszeit-Getier, das es nie gegeben hat, für das Auseinanderdriften der Kontinentalplatten verantwortlich. Mammut Manni wird deshalb von seiner Familie getrennt und setzt mit seinen Freunden - Faultier Sid und Säbelzahntiger Diego - jede Eisscholle in Bewegung, um zu Frau und Kind zurückzufinden. Neben natürlichen Hindernissen wie Unwettern und Sid gibt es tierische Piraten, die den drei Helden nachsetzen und sie durch eine wahre Odyssee jagen. Und dann ist da noch Sids rabiate Oma... "Ice Age 4 - Voll verschoben" ist von vorn bis hinten ein solider Popcorn-Spaß für die ganze Familie - und für Scrat-Liebhaber!

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"2 Tage New York"

Kinotrailer: "2 Tage New York"

Regie: Julie Delpy
Darsteller: Chris Rock, Julie Delpy, Albert Delpy

Julie Delpy macht, was sie will, und sie macht es so gut. Als Stadtneurotikerin des 21. Jahrhunderts zeigt sie New York von der französischen Seite. Mit ihrem Kind aus einer früheren Beziehung ("2 Tage Paris") und ihrem coolen neuen Freund Mingus (Chris Rock) lebt sie ein kuscheliges Hipsterleben, bis die Familie aus old europe anrollt: Papa mit stinkendem Käse und schlüpfrigen Witzen, die sexbesessene Schwester, der Ex-Freund. Da werden Rassismus, sexuelle Toleranz und die amerikanisch-französische Freundschaft gewaltig auf die Probe gestellt. Ein exzentrisches, hysterisches, totkomisches Feuerwerk!

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"Cosmopolis"

Kinotrailer: "Cosmopolis"

Regie: David Cronenberg
Darsteller: Robert Pattinson, Paul Giamatti, Juliette Binoche

Wer, wenn nicht David Cronenberg, hätte Don DeLillos Roman verfilmen können. Die Wahl Robert "Twilight" Pattinsons als Hauptfigur Eric kam allerdings ziemlich überraschend. In der schalldichten Limousine, in der dieser megareiche arme Junge durch Manhattan gleitet, während die Welt da draußen demonstriert, macht das unbewegliche Babyface jedoch plötzlich Sinn. Das Draußen und Drinnen haben sich nichts mehr zu sagen, würden sich nicht einmal mehr verstehen. Und während der megareiche arme Junge online seinen Reichtum mehrt, Bilder kauft, die ihn nicht interessieren und Frauen flachlegt, die ihn nicht berühren, frisst in ihm die Sehnsucht nach der Wirklichkeit, in der ihm seine Indifferenz mitten ins glatte Gesicht geschlagen würde.

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"Sleep Tight"

Kinotrailer: "Sleep Tight"

Regie: Jaume Balaguerón
Darsteller: Luis Tosar, Marta Etura, Alberto San Juan

Auch hartgesottene Horrorfans werden nach diesem Film vor dem Schlafengehen lieber unters Bett gucken! Cesar ist Hausmeister eines Apartmenthauses, der jeden einzelnen der Bewohner besser kennt, als denen lieb sein kann. Er beobachtet nicht nur jedes Ein- und Ausgehen - wenn sie nicht da sind, schnüffelt er in den Wohnungen herum. Cesar hasst zudem glückliche Menschen. Deshalb hat er es vor allem auf die dauergutgelaunte Carla abgesehen - und macht ihr das Leben zur Hölle.

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"Woody Allen: A Documentary"

Kinotrailer: "Woody Allen: A Documentary"

Regie: Robert B. Weide.
Darsteller: Woody Allen, Diane Keaton, Scarlett Johansson

Dass er schon mit 17 als Witz-Autor mehr verdient hat, als seine Eltern zusammen; wie er seine Drehbücher schon immer in die gleiche Schreibmaschine hackt, zurechtschneidet und zusammentackert; wen Ex-Frau Mia Farrow angerufen hat, als sie die Nacktfotos der gemeinsamen Adoptivtochter fand - das alles verrät Robert Weide in seiner gelungenen Woody-Allen-Dokumentation: "Woody Allen: A Documentary". Vor allem aber ist dieser Film ein Schnelldurchlauf durch das Leben eines der einflussreichsten Regisseure unserer Zeit. Niemand sonst weiß über das Leiden am Leben so bissig und amüsant zu berichten wie Woody Allen. Niemand sonst scheint so beliebt bei schlauen, schönen Frauen. Und niemand sonst scheint so sehr im Reinen mit sich wie der mittlerweile 76-Jährige, der seit nunmehr fast einem halben Jahrhundert jedes Jahr mindestens einen Film gedreht hat. Den größten Erfolg hatte er übrigens im vergangenen Jahr mit "Midnight in Paris". Nur ist Erfolg Woody Allen herzlich egal.

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"Sons of Norway"

Kinotrailer: "Sons of Norway"

Regie: Jens Lien
Darsteller: Åsmund Høeg, Sven Nordin, Sonja Richter

Rebellion, wo kommt sie her und wo geht sie hin, wenn die eigenen Eltern Rebellen sind? "Sons of Norway" ist ein wunderbarer norwegischer Film, der dem Thema auf den Grund geht. So tief, dass am Ende sogar Sex-Pistols-Frontmann Johnny Rotten auftaucht. Ein Junge namens Niko wächst Ende der 70er mit Hippie-Eltern auf. Die Welt ist wild, aber heil, bis eines Tages die Mutter stirbt. Auf der Suche nach Trost, dem Sinn und dem Selbst landet Niko schließlich beim schreienden, rotzenden, kotzenden, stampfenden Punk, rammt sich eine Sicherheitsnadel durch die Wange und testet die eigenen Kräfte, bis etwas kaputtgeht. Das ist spannend, befreiend und versöhnlich. Und der langhaarige Vater ist übrigens eine beeindruckende Urgewalt.