HOME

Kinofilm "Star Trek Into Darkness": Unterwäsche-Skandal auf der Enterprise

Im Film "Star Trek Into Darkness" posiert Schauspielerin Alice Eve in Unterwäsche. Die Szene sorgt bei Enterprise-Fans für Empörung. Drehbuchautor Damon Lindelof musste sich öffentlich entschuldigen.

Von Frank Siering, Los Angeles

Es ist nur eine kleine, aber entscheidende Szene im Kinofilm "Star Trek Into Darkness". Ohne eine genauere Erklärung zieht sich Enterprise-Mitglied Dr. Carol Marcus (gespielt von Alice Eve) plötzlich aus und steht nur noch in Unterwäsche im Raumschiff. Captain Kirk (Chris Pine) kann nicht widerstehen und schaut dem durchtrainierten Körper hinterher. Der Filmszene hat der halbnackte Auftritt von Alice Eve nicht geschadet; er empört aber die Enterprise-Fangemeinde. Einige hartgesottene Raumschiff-Experten bezichtigen die Macher des neuen "Star Trek"-Films der Spannerei.

"Dr. Carol Marcus soll furchtbar intelligent sein in dem Film. Dennoch wird sie bewusst von den Machern des Streifens als 'Eye Candy' eingesetzt", empörte sich Bloggerin Jill Pantozzi. Andere Enterprise-Fans stimmten in die Kritik ein und lösten auf vielen Fanseiten einen Aufschrei der Empörung aus.

Der Aufschei war laut genug, dass sich Damon Lindelof, einer der Drehbuchautoren von "Star Trek Into Darkness", dem Vorwurf des Sexismus stellen musste. In einem Interview mit MTV gab er zu, dass er die Striptease-Szene ohne wirklichen Grund eingebaut hat.

Drehbuchautor entschuldigt sich

Lindelof hatte schon vor dem MTV-Interview diverse E-Mails von Enterprise-Fans erhalten, die alle die gleiche Frage stellten: "Warum steht Alice Eve plötzlich in Unterwäsche im Raumschiff?" Lindelof versuchte sich zunächst mit Humor aus der Affäre zu ziehen. Er schrieb, dass die Szene eigentlich für Bösewicht Khan (Benedict Cumberbatch) geschrieben war und der sein Hemd ausziehen sollte. Aber Cumberbatch habe sich angeblich geweigert, weil "es für einen Schauspieler immer sehr erniedrigend ist, wenn er sich ausziehen muss." Der Witz kam bei den Fans nicht gut an.

Was folgte, waren nur noch mehr empörte Twitter-Einträge. Bis sich der Autor schließlich zu einer Entschuldigung gezwungen sah. "Wir hätten einen besseren Job machen müssen und nicht einfach ohne Grund eine Schauspielerin halbnackt auf der Leinwand zeigen sollen", schrieb Lindelof auf seiner Twitterseite. Und weiter: "Wir hatten auch Kirk ohne Hemd und in Unterhosen in beiden Filmen. Aber ich will mich nicht lustig machen über etwas, was einige als erniedrigend empfinden." Er habe die Kritik der Fans wahrgenommen und übernehme deshalb "die volle Verantwortung". In Zukunft, so verspricht Lindelof, "werde ich besser über meine Aktionen nachdenken".

Und was sagen die Darsteller selbst zu dem halbnackten Auftritt? Nichts. Bisher schweigen sowohl Alice Eve als auch Chris Pine. Und das scheint wohl auch die richtige Strategie zu sein. Denn Pine bestätigte unlängst im stern.de-Interview, dass er den Job als Captain Kirk sehr ernst nehme. "Auch, weil ich weiß, dass die Fans bei jeder Bewegung mit kritischen Augen hinsehen." Recht hat er, der Captain mit dem wandernden Auge.