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Kinostarts der Depardieus Gérards "Small World" gegen Guillaumes "A real life"


Guillaume Depardieu stand zeitlebens im Schatten seines berühmten Vaters Gérard. Zwei Jahre nach seinem frühen Tod starten nun seine letzten beiden Filme "The way beyond" und "A real life". Gleichzeitig kommt auch der neue Film seines Erzeugers in die Kinos: "Small World".

Guillaume Depardieu nahm Drogen, trank und prostituierte sich. Und all das nur, wie er sagte, um die Aufmerksamkeit seines berühmten Vaters Gérard Depardieu auf sich zu lenken. Stets fühlte sich Guillaume, der 2008 starb, im Schatten seines Erzeugers. Daran änderte auch die Auszeichnung als bester männlicher Nachwuchsschauspieler im Jahr 1996 nichts. Dass nun (16. Dezember) in Deutschland die letzten beiden Filme von Guillaume Depardieu, "The way beyond - L'enfance d'Icare" und "A real life - Au voleur", zur selben Zeit in die Kinos kommen wie der jüngste Film seines Vaters "Small World" mag Zufall sein. Gefallen hätte das dem rebellischen Sohn wahrscheinlich nicht, denn jahrelang kämpfte er gegen seinen als übermächtig empfundenen Vater.

"The way beyond - L'enfance d'Icare" hat Testamentcharakter, nicht nur weil Guillaume Depardieu sich während der Dreharbeiten in Rumänien eine Lungenentzündung zuzog, an deren Folgen er im Alter von 37 Jahren starb. Inhalt und Titel des rund eineinhalbstündigen Dramas sind nicht weniger bezeichnend: Ein tragischer Unfall zerstört das Leben des jungen Jonathan Vogel, der mit einer schweren Beinbehinderung und einem völlig veränderten Leben zurückbleibt. Unter der Regie des Rumänen Alexandre Iordachescu entstand ein Film mit eindeutigen Parallelen zum Leben des jungen Depardieu, der sich acht Jahre nach einem schweren Motorradunfall (1995) sein linkes Bein amputieren lassen musste.

Der Film schwankt zwischen Thriller und Science-Fiction und spart nicht an schönen und meditativen Bildern. Manches bleibt unverstanden und wirkt surrealistisch. ""The way beyond - L'enfance d'Icare" ist nach mehreren Kurzfilmen und einem TV-Spielfilm der erste Kinofilm Iordachescus.

Je heftiger der Konflikt zwischen ihm und seinem Vater wurde, desto öfter schlüpfte der Sohn in Rollen ausgemergelter Außenseiter- Typen. So auch in "A real life - Au voleur". Darin spielt er den Dieb Bruno, der sich in eine Lehrerin verliebt. Er leistet ihr nach einem Unfall Hilfe und stiehlt dabei ihre Uhr.

Insgesamt war Guillaume Depardieu in über 40 Filmen zu sehen. Doch keiner der Filme konnte ihn wirklich aus dem Schatten seines Vaters treten lassen. Warum ist schwer zu erklären. Denn Guillaume Depardieu hatte einen ganz eigenen Schauspielstil entwickelt. "Ich habe ihn unendlich geliebt. Er war ein wunderbarer Junge, ein großartiger Schauspieler", sagte Regisseur Alain Corneau nach dessen Tod.

Wie sehr der junge Schauspieler unter der Dominanz seines Erzeugers litt, erzählte er in seinem 2004 veröffentlichen Buch "Im Schatten meines Vaters".

Sabine Glaubitz, DPA DPA

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