Trauer in Frankreich Schauspieler Guillaume Depardieu ist tot


Filmstar Gérard Depardieu trauert um seinen Sohn. Der Schauspieler Guillaume Depardieu ist in Garches bei Paris an den Folgen einer Lungenentzündung gestorben. Der 37-Jährige hatte sich offenbar bei Dreharbeiten in Rumänien mit einem Virus infiziert.

Der französische Schauspieler Guillaume Depardieu (37) ist tot. Der Sohn des Filmstars Gérard Depardieu (59) erlag am Montag in einem Krankenhaus in Garches bei Paris den Folgen einer Lungenentzündung. Er war erst am Sonntag von Dreharbeiten in Rumänien zurückgekehrt, wo er sich die Lungenentzündung, die durch einen Virus verursacht worden sein soll, zugezogen hatte. In der Nacht zum Montag wurde Depardieu ins Raymond-Poincaré-Krankenhaus gebracht, wo ihm die Ärzte aber nicht mehr helfen konnten.

Guillaume Depardieu bleibe als "eine reiche und komplexe Persönlichkeit" in Erinnerung, würdigte Frankreichs Kulturministerin Christine Albanel den Verstorbenen. Unvergessen sei seine erste große Rolle an der Seite seines Vaters, 1991 in dem Film "Die siebente Saite" (Tous les matins du monde). Der damals 20-jährige Guillaume verkörperte in dem Streifen die Figur eines Geigenspielers in jungen Jahren, sein Vater übernahm die Rolle mit fortgeschrittenem Alter. Regisseur Alain Corneau erklärte: "Ich habe ihn unendlich geliebt. Er war ein wunderbarer Junge, ein großartiger Schauspieler."

Depardieu junior stand lange im Schatten seines berühmten Vaters, Hauptdarsteller in zahlreichen Filmen, unter anderem "Cyrano de Bergérac". Seine Hassliebe zum Vater beschrieb er in einer 2004 auf Deutsch veröffentlichten Autobiografie "Im Schatten meines Vaters".

Schon als Jugendlicher war Guillaume auf die schiefe Bahn geraten - er trank, nahm Drogen und wurde von einem Jugendgericht verurteilt. Vor fünf Jahren wurde er wegen einer Schießerei zu neun Monaten Haft auf Bewährung verurteilt. Im vergangenen Juni verurteilte ihn ein Gericht zu zwei Monaten Haft wegen Trunkenheit am Steuer seines Motorrollers.

Beinamputation gegen den Rat der Ärzte

1995 wurde Depardieu bei einem Motorradunfall schwer verletzt, ein Koffer war von einem vorausfahrenden Auto heruntergefallen. Er wurde 17 Mal operiert und litt unter Infektionen, die sich durch seinen anhaltenden Drogenkonsum noch verschlimmerten. Gegen den Rat der Ärzte entschied er sich 2003 für eine Amputation des betroffenen Beins. Während seines Krankenhausaufenthaltes widmete er sich der Musik und verfasste unter anderem eine Oper.

Guillaume Depardieu hat eine Tochter mit der Schauspielerin Élise Ventre, mit der er mehrere Jahre verheiratet war. Er spielte in zahlreichen Filmen, unter anderem in "Der Graf von Monte Christo" (1998), "Les Misérables" (2000), "Napoleon" (2002) und "Stella" (2008). Der Schauspieler war dreimal als Bester Nachwuchsdarsteller für den César nominiert.

AP/DPA AP DPA

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