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Lebensgeschichte in "Die Eisprinzessin" wiedererkannt: Autorin verklagt Disney auf 250 Millionen US-Dollar

Völlig unverfroren, diese Klage! Isabella Tanikumi verlangt 250 Millionen US-Dollar von Disney, weil sie im Zeichentrick "Die Eisprinzessin" ihre Lebensgeschichte wiedererkannt haben will.

Von Jens Wiesner

Diese Frau stapelt nicht tief: 250 Millionen US-Dollar fordert Isabella Tanikumi von Disney, weil der Konzern mit "Frozen" angeblich ihre Lebensgeschichte gestohlen und verfilmt hat.

Diese Frau stapelt nicht tief: 250 Millionen US-Dollar fordert Isabella Tanikumi von Disney, weil der Konzern mit "Frozen" angeblich ihre Lebensgeschichte gestohlen und verfilmt hat.

Kennen Sie "Die Eiskönigin - Völlig unverfroren"? Diesen niedlichen Disneyfilm um ein junges Mädchen, das mit Eis und Schnee um sich schießen kann? In dem Schneemänner reden können und freundliche Trolle auftreten? Die Chancen stehen nicht schlecht. Schließlich hat "Frozen", so der Titel im Original, alleine in Deutschland 4,7 Millionen Menschen in die Kinos gelockt und weltweit über 1,2 Milliarden US-Dollar eingespielt.

Unter diesen Zuschauern befand sich laut TMZ auch Isabella Tanikumi. Und sie war schockiert und erbost über das, was sie auf der Leinwand sehen musste. In der Geschichte der Prinzessinnen Elsa und Anna aus dem Königreichs Arendelle erkannte die Autorin nämlich ihr eigenes Leben wieder. Tanikumi war sich sicher: Die Drehbuchschreiber müssen ihre Autobiografie "Yearnings Of The Heart" ("Sehnsucht des Herzens") gelesen haben, einen 500-Seiten-Wälzer, den die Autorin 2011 selbst verlegt hat und seitdem über Amazon vertreibt.

Ein Leben wie im Märchen?

Und weil man einen solch eklatanten Fall von Diebstahl geistigen Eigentums nicht einfach hinnehmen darf, entschloss sich die Frau zu handeln. Tanikumi ging vor Gericht und fordert nun 250 Millionen US-Dollar vom Zeichentrick-Konzern. Die Chancen auf Erfolg stehen allerdings denkbar schlecht: Weder tauchen in ihrer Lebensgeschichte über eine junge Frau, die aus Peru nach Amerika auswandert, sprechende Schneemänner auf, noch beschreibt Tanikumi darin ihre magischen Kräfte, aus dem Nichts Eis und Schnee herbeizuzaubern. Den Downloadzahlen ihres Buches dürfte diese Aktion aber auf jeden Fall gut tun. Fragt sich nur, ob die Erlöse auch die Prozesskosten aufwiegen?

Wir meinen: Der einzige, der sich tatsächlich über ein Plagiat beschweren dürfte, wäre wohl Hans Christian Andersen. Auf dessen Märchen "Die Schneekönigin" beruht der Film schließlich, wenn auch lose. Aber Andersen ist schon seit 1875 tot. Und seine Erzählung längst völlig gemeinfrei.

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