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Neu im Kino Lady Di als Lachnummer und alte Herren in (See-)Not

Während Naomi Watts als Königin der Herzen unfreiwillig komisch und "Zwei vom alten Schlag" leider gar nicht lustig ist, läuft Robert Redford ganz allein und auf hoher See zu Oscar-reifer Form auf.
Von Patrick Heidmann und Nicky Wong

"Diana"

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Wen Sie kennen könnten: Regisseur Oliver Hirschbiegel ("Der Untergang") und Darstellerin Naomi Watts ("King Kong")

Die Geschichte in einem Satz:

Von Charles ist Lady Di zwar schon getrennt, aber noch nicht geschieden, als sie sich in den Chirurgen Hasnat Khan verliebt, was eine Weile lang heimlich prächtig funktioniert, letztlich aber doch zum Scheitern verurteilt ist.

Geschwister im Kinoversum:

"Die eiserne Lady"

Warum Sie den Film nicht sehen sollten:

Selbst mit Hitler hat Regisseur Oliver Hirschbiegel es schon aufgenommen, aber an der Königin der Herzen verhebt er sich. Naomi Watts bringt man keinen Moment lang mit Diana in Einklang, was die Inszenierung angeht fällt ihm nur Schlichtes ein. Und dass ihm das Drehbuch dabei nur hochnotpeinliche Dialoge zur Verfügung stellt, die wahlweise vor sexuellen Zweideutigkeiten strotzen oder plump auf ihren bevorstehenden Unfalltod anspielen und bloß zum Kichern verleiten, macht die Sache nur noch schlimmer.

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"All Is Lost"

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Wen Sie kennen könnten: Darsteller Robert Redford ("Jenseits von Afrika")

Die Geschichte in einem Satz:

Als sein Segelboot von einem herumtreibenden Container gerammt wird, muss der namenlose Protagonist nicht nur mühsam versuchen, das Leck zu flicken, sondern kämpft bald auch tagelang auf dem offenen Meer ums Überleben.

Geschwister im Kinoversum:

"Cast Away - Verschollen", "The Deep"

Warum Sie den Film sehen sollten:

Regisseur J.C. Chandor ("Der große Crash - Margin Call") geht noch einen Schritt weiter als "Gravity". Ihm reicht ein einziger Protagonist und ein einziger Schauplatz. Gesprochen wird – von einem "Fuck" abgesehen – eigentlich gar nicht. Trotzdem (oder gerade deswegen) gelingen ihm und Robert Redford als altem Mann auf dem Meer 90 packende, dramaturgisch raffinierte Kinominuten

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"Zwei vom alten Schlag"

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Wen Sie kennen könnten: die Darsteller Robert De Niro ("Der Pate II"), Sylvester Stallone ("Rocky"), Kim Basinger ("L.A. Confidential") und Alan Arkin ("Little Miss Sunshine")

Die Geschichte in einem Satz:

Zwei alte Box-Rivalen lassen sich nach 30 Jahren zu einem letzten Kampf überreden, der dank eines Internet-Videos plötzlich nationales Aufsehen erregt, was den Druck auf die nicht mehr ganz so fitten Herzen der alten Herren noch gehörig erhöht.

Geschwister im Kinoversum:

"Last Vegas"

Warum Sie den Film nicht sehen sollten:

Wir freuen uns ja wirklich sehr, dass nicht mehr ganz taufrische Kerle wie Stallone und De Niro aktuell so viel beschäftigt sind. Und natürlich lassen einen die Erinnerungen an "Rocky" und "Wie ein wilder Stier" in dieser Box-Komödie einen Moment lang schmunzeln. Aber wo bitte steht geschrieben, dass solche Rentner-Nummern immer so unlustig sein müssen?

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"Die Pute von Panem - The Starving Games"

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Wen Sie kennen könnten: mutmaßlich niemanden

Die Geschichte in einem Satz:

Kantmiss Evershot meldet sich freiwillig für die Starving Games, als eigentlich ihre kleine Schwester in den tödlichen Wettkampf geschickt werden soll, und kämpft nun an der Seite ihres Kumpels ums Überleben, während zuhause ihr eifersüchtiger Freund schmollt.

Geschwister im Kinoversum:

"Beilight - Bis(s) zum Abendbrot"

Warum Sie den Film keinesfalls sehen sollten:

Warum werden solche Parodien eigentlich noch gedreht? Die meisten der hier verarschten Filme ("Avatar", "Harry Potter") sind längst Schnee von gestern, der Humor ist unterstes Niveau und wirklich Kassenschlager sind die Dinger seit dem ersten "Scary Movie"-Film auch nicht mehr. Ach ja, weil sie billig sind. Was man ihnen auch ansieht. Wer mal eine wirklich witzige "Tribute von Panem"-Parodie sehen möchte, wende sich bitte an die Sesamstraße.

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"Bethlehem - Wenn der Feind dein bester Freund ist"

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Wen Sie kennen könnten: vermutlich niemanden

Die Geschichte in einem Satz:

Der 17-jährige Palästinenser Sanfur ist Bruder eines gesuchten Untergrundkämpfers und arbeitet gleichzeitig als Informant für den israelischen Geheimdienstler Razi, was ihn zusehends in immer dringlichere Konflikte stürzt.

Geschwister im Kinoversum:

"Alles für meinen Vater", "Lemon Tree"

Warum Sie den Film sehen sollten:

Filme über den Nahostkonflikt sind immer eine Gratwanderung, die Regisseur Yuval Adler auf bemerkenswerte Weise gelingt. Er erzählt seine Geschichte als hoch spannenden Politthriller, frei von Kitsch und ohne Parteilichkeit, was ihm bereits zahlreiche israelische Filmpreise und eine Aufnahme in die Oscar-Vorauswahl einbrachte.

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