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Neu im Kino: Mord über den Wolken

Seine zweite Karriere als Actionheld lässt Liam Neeson dieses Mal an Bord eines Flugzeugs handgreiflich werden. Die Mädels an der "Vampire Academy" schlagen sich dagegen eher mit Teenie-Sorgen herum.

Von Patrick Heidmann und Nicky Wong

"Non-Stop"

Kinotrailer: "Non-Stop"

Wen Sie kennen könnten: die Darsteller Liam Neeson ("96 Hours"), Julianne Moore ("Hannibal"), Michelle Dockery ("Downton Abbey") und Lupita Nyong'o ("12 Years a Slave")

Die Geschichte in einem Satz:

Air Marshall Bill Marks ist eigentlich ganz mit persönlichen Sorgen wie der Trauer um die Tochter oder seinem Alkoholproblem beschäftigt, doch als er während eines Routineflugs plötzlich Mord-Ankündigungen via SMS bekommt und schließlich selbst ins Zwielicht gerät, ist sein ganzer Heldenmut gefordert, um das Leben von 200 Passagieren zu retten.

Geschwister im Kinoversum:

"96 Hours - Taken 2", "Flightplan - Ohne jede Spur"

Warum Sie den Film sehen sollten:

Seit er sich im stattlichen Alter von 55 Jahren vom Oscar-nominierten Drama-Darsteller zum zupackenden Actionhelden gewandelt hat, ist auf Liam Neeson Verlass. Die Klischees können noch so groß und die Logiklöcher in der Handlung noch so tief sein - der hünenhafte Nordire setzt sich souverän darüber hinweg und liefert regelmäßig solides Unterhaltungskino ohne viel Chichi ab. Dieses Mal ist er besonders überzeugend und die Spannung dank des Flugzeug-Settings einigermaßen hoch. Daran, dass es im Drehbuch mitunter hanebüchen zugeht und tolle Nebendarsteller wie Corey Stoll ("House of Cards"), Oscar-Gewinnerin Lupita Nyong'o und vor allem Julianne Moore etwas unterfordert sind, ändert das allerdings nichts.

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"Vampire Academy"

Kinotrailer: "Vampire Academy"

Wen Sie kennen könnten: die Darstellerin Olga Kurylenko ("James Bond 007: Ein Quantum Trost")

Die Geschichte in einem Satz:

Die 17-jährige Rose ist halb Mensch, halb Vampir und wird an der Vampire Academy zur Kämpferin ausgebildet, um unter anderem ihre beste Freundin vor den Angriffen eines feindlichen Vampir-Clans zu beschützen.

Geschwister im Kinoversum:

#link;hthttp://www.stern.de/2054063.html;"Chroniken der Unterwelt - City of Bones"#

Warum Sie den Film nicht sehen sollten:

Der eben noch boomende Vampirfilm pfeift inzwischen aus dem letzten Loch und erreicht mit dieser billig wirkenden Mischung aus "Twilight", "Harry Potter" und durchschnittlichem High School-Film seinen eindeutigen Tiefpunkt. Die jungen DarstellerInnen dieser Romanverfilmung sind zwar hübsch anzusehen, aber eher charmefrei, während die Inszenierung von "Girls Club"-Regisseur Mark Waters arm an Witz und einigermaßen lustlos daherkommt. Vollkommen überflüssig.

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"Veronica Mars"

Kinotrailer: "Veronica Mars"

Wen Sie kennen könnten: die Darstellerin Kristen Bell ("Nie wieder Sex mit der Ex")

Die Geschichte in einem Satz:

Mit ihrer Jugend in Neptune hat die ehemalige High-School-Privatdetektivin Veronica Mars längst abgeschlossen, doch als ihr Ex-Freund dort des Mordes bezichtigt wird, kehrt sie noch einmal aus New York zurück.

Geschwister im Kinoversum:

die gleichnamige Serienvorlage

Warum Sie den Film sehen sollten:

Wenn Sie ein Fan der gleichnamigen Serie waren, stellt sich die Frage gar nicht. Jahrelang hat die recht überschaubare, aber dafür hartnäckige Fanschar um eine Rückkehr von "Veronica Mars" gekämpft. Und nicht zuletzt dank reichlich Spenden via Crowdfunding letztlich dafür gesorgt, dass dieser Film überhaupt entstanden ist. Dass das Ergebnis nun vielleicht nicht unbedingt ganz großes Kino geworden ist, dürfte deswegen wohl nicht weiter stören. Zumal die Dialoge von Rob Thomas noch immer amüsant und clever sind und Kristen Bell nach wie vor hinreißend ist.

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"Pettersson und Findus - Kleiner Quälgeist, große Freundschaft"

Kinotrailer: "Pettersson und Findus - Kleiner Quälgeist, große Freundschaft"

Wen Sie kennen könnten: die Darsteller Ulrich Noethen ("Der Untergang") und Marianne Sägebrecht ("Omamamia")

Die Geschichte in einem Satz:

Damit er nicht so alleine ist, bekommt der alte Pettersson von seiner Nachbarin den kleinen Kater Findus geschenkt, der nicht nur sprechen kann, sondern sich auch als Frechdachs und vor allem echter Freund erweist.

Geschwister im Kinoversum:

"Morgen, Findus, wird's was geben"

Warum Sie den Film sehen sollten:

Die Geschichten von Petterson und Findus des schwedischen Zeichners und Kinderbuchautors Sven Nordqvist gehören zu den schönsten, die sich in Europas Kinderzimmern finden lassen. Und wer sie kennt, der kennt vermutlich auch die diversen Zeichentrickversionen, die es davon schon in Film und Fernsehen zu sehen gab. Deswegen hätte es eigentlich diese deutsche Neuverfilmung, in der die Menschen echt sind und der Kater aus dem Compter stammt, nicht gebraucht. Zumal angesichts von reichlich moderner Rasanz der altmodisch-unaufgeregte Reiz der Vorlage ein wenig verloren geht. Es spricht für sie, dass "Petterson & Findus - Kleiner Quälgeist, große Freundschaft" in seiner Detailfreude trotzdem noch einer der besseren Filme für kleine Kinogänger ist.

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"Die Bücherdiebin"

Kinotrailer: "Die Bücherdiebin"

Wen Sie kennen könnten: die Darsteller Geoffrey Rush ("Fluch der Karibik"), Emily Watson ("Gefährten"), Barbara Auer ("Das Wochenende") und Heike Makatsch ("Hilde")

Die Geschichte in einem Satz:

Im Deutschland der Nazi-Zeit lernt die neunjährige Liesel bei ihren Pflegeeltern Lesen, Schreiben und die Liebe zur Literatur, doch in Zeiten der Bücherverbrennung erweist sich das als fast so problematisch wie die Wahrung des Geheimnisses, dass in ihrem Keller ein junger Jude Unterschlupf findet.

Geschwister im Kinoversum:

"Die Kinder von Paris"

Warum Sie den Film nicht sehen sollten:

Ohne Frage lassen sich noch immer unzählige Geschichten über den Holocaust und das Dritte Reich erzählen, die Stoff für großes Kino bieten. Diese in Babelsberg gedrehte Romanverfilmung gehört allerdings (trotz guter Darsteller) nicht dazu. Die Bilder sind zu schön und zu künstlich, die Erzählung penetrant kitschig und gefühlsduselig und der ganze Film einfach nur platt und langweilig. Schade.

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"Man of Tai Chi"

Kinotrailer: "Man of Tai Chi"

Wen Sie kennen könnten: Regisseur und Darsteller Keanu Reeves ("Matrix")

Die Geschichte in einem Satz:

Kampfsport-Ass Tiger Chen lässt sich von dem undurchsichtigen Geschäftsmann Donaka Mark als Sicherheitsmitarbeiter engagieren, nur um dann festzustellen, dass er in Wirklichkeit bei dessen ebenso illegalen wie brutalen Untergrund-Wettkämpfen zum Einsatz kommen soll.

Geschwister im Kinoversum:

"Unleashed - Entfesselt"

Warum Sie den Film sehen sollten:

Mit seinem Regiedebüt, das teilweise vom Leben seines Freundes, Darstellers und Stuntmans Tiger Chen inspiriert ist, erfindet Asien-Fan Keanu Reeves zwar das Rad nicht neu. Doch die mitunter grandios choreografierten Tai-Chi- und Mixed-Martial-Arts-Kämpfe inszeniert er erfreulich souverän. Und mehr Spaß als "47 Ronin", sein letzter großer Flop als Schauspieler, macht dieser kleine Actionfilm allemal.

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Patrick Heidmann