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Stern Logo Acadamy Awards - Die Oscar-Verleihung

Oscar-Preisträger: Damien Chazelle: Der schüchterne Ausnahme-Regisseur von "La La Land"

Eigentlich wollte Damien Chazelle Jazz-Schlagzeuger werden, doch die große Bühne ist nicht sein Ding. Lieber zieht der Mann aus Rhode Island im Hintergrund seine Fäden - und schafft Meisterwerke, in denen auch der Jazz wieder seinen Platz findet.

Damien Chazelle hält bei der Verleihung seinen Oscar in der Hand. Er wurde für "La La Land" als bester Regisseur geehrt.

Er scheut das Rampenlicht: Damien Chazelle erhielt für seine Musical-Romanze "La La Land" den Oscar als bester Regisseur

Für "La La Land" erhielt Damien Chazelle am Sonntag den Oscar als bester Regisseur. Als die Musical-Romanze Ende vergangenen Jahres bei einer Sondervorstellung in Los Angeles gezeigt wurde, war Hollywood-Star Bradley Cooper begeistert: "Er wird der nächste große Regisseur werden", prophezeite der Schauspieler. Es scheint sich zu bewahrheiten.

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In diesen zerrissenen Zeiten kommt dieses nostalgische Wunderwerk vielleicht gerade recht. Wie kein anderes Filmgenre könne das Musical "die Freude und den Triumph einfangen, wenn Träume wahr werden", schrieb der Regisseur und Drehbuchautor in der "Los Angeles Times".

Damien Chazelle ist schon früh an der Spitze

Und dem Newcomer gelang auch noch gleich ein Rekord: Mit seinen 32 Jahren ist Chazelle der jüngste Gewinner eines Regie-Oscars.

Dabei hatte der US-Amerikaner eigentlich Jazz-Schlagzeuger werden wollen, seine Angst vor Live-Auftritten machte ihm aber einen Strich durch die Rechnung. Dafür lebt er seine Musikleidenschaft jetzt in seinen Filmen aus.

Um Musik und die Verwirklichung seiner Träume geht es auch in den ersten beiden Filmen von Damien Chazelle. Solide fiel sein Debüt "Guy and Madeline on a Park Bench" (2009) aus. Der kleine Film, in dem es um die Liebe zwischen einem Jazz-Trompeter und einem scheuen Mädchen geht, fand noch nicht sein großes Publikum. Laut der Website "Box Office Mojo" spielte der Film rund 35.000 Dollar ein. "La La Land" liegt dagegen momentan weltweit bei geschätzten 340 Millionen Dollar (320 Millionen Euro).

Nächstes Projekt wieder mit Ryan Gosling

Der Durchbruch gelang Chazelle schließlich mit "Whiplash" (2014). Das Drama, das sich um einen begabten Jazz-Schlagzeuger und seinen knallharten und fanatischen Lehrer dreht, war für fünf Oscars nominiert und erhielt schließlich drei Trophäen.

Als bester Nebendarsteller wurde dabei der großartige J.K. Simmons ausgezeichnet, der auch einen kleinen Part als Club-Besitzer in "La La Land" übernommen hat.

Für sein nächstes Projekt aber verlässt Damien Chazelle die schummrigen Jazz-Clubs und plant mit Ryan Gosling eine Reise zum Mond. Das Biopic "First Man" dreht sich um Neil Armstrong, den ersten Mann auf dem Mond. Ganz ohne wird es wohl auch hier nicht gehen, spielte Armstrong doch in seinen jungen Jahren Baritonhorn in der Jazzband The Mississippi Moonshiners.

sve/DPA
Wie heißt der Film?
Hallo, seit langer Zeit bin ich auf der Suche nach einem Film, den ich vor ca. 25 Jahren gesehen habe. Es ist ein französischer Film von oder in der Art wie Eric Rohmer. Der Titel könnte "Betrug" oder ähnlich lauten. Es geht um eine Dreiecksgeschichte, bei der ein Mann von seiner Ehefrau und seinem besten Freund betrogen wird. Der Film erzählt seine Geschichte in Rückblenden und steigert die Spannung dadurch, dass der anfangs unwissende Zuschauer von Rückblende zu Rückblende mehr Informationen erhält, bis er gegen Ende sogar wissender ist als die Darsteller. Wie ein roter Faden zieht sich dabei die Frage durch den Film: Wer hat zu welchem Zeitpunkt was gewusst. - Ab wann wusste der betrogene Ehemann, dass er betrogen wurde? - Ab wann wussten die Betrüger, dass der Ehemann wusste, dass er betrogen wurde usw. Der Film beginnt äußerst langatmig. Wenn ich mich recht erinnere mit einer 20-minütigen fast statischen Kameraeinstellung. Zwei Personen (Ehefrau und Liebhaber) sitzen an einem Tisch eines sehr einfachen Restaurants. Aus dem Gespräch erfährt man, dass sie früher einmal ein Verhältnis hatten. Im Laufe der Unterhaltung verdichtet sich allmählich die Befürchtung, der Beste Freund/ Ehemann könnte eine Ahnung gehabt haben. Dann folgt die erste Rückblende. Dieses Prinzip von sich verdichtender Ahnung verstärkt sich immer mehr und verleiht dem Film eine - wie ich finde - einzigartige Dramaturgie. Wäre wundervoll, wenn jemand helfen könnte. Gruß Leo