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Stern Logo Academy Awards - Die Oscar-Verleihung

Hollywood-Stars am runden Tisch: "Ein Regisseur kann Seelen zermalmen"

Brad Pitt, Mickey Rourke, Sally Hawkins, Frank Langella, Robert Downey Jr, Anne Hathaway - alle an einem Tisch. Kurz vor der 81. Oscar-Verleihung trafen sich sechs Schauspieler, die fast alle auf den begehrten Preis hoffen können, zum amüsanten Geheimnisverrat.

Meine Damen und Herren, welche schauspielerische Leistung, egal ob Bühne, Film oder Fernsehen, ist die größte, die Sie je gesehen haben?

Robert Downey Jr.: Da in den nächsten paar Monaten kein neuer Film von mir startet, den Sie schlecht besprechen könnten, kann ich es ja sagen: Ich finde, das ist eine Scheißfrage für den Anfang.
Frank Langella: Kim Stanley in dem Theaterstück "Natural Affection". Das Stück beginnt, sie liegt mit einem Mann im Bett, wacht auf, wirft ihre Beine über die Bettkante, nimmt eine Zigarette, zündet sie an, nimmt einen Zug, und ich wusste innerhalb von 30 Sekunden, wer sie ist.
Brad Pitt: Ich würde sagen, David Thewlis in "Naked". Oder Gene Wilder in "Willy Wonka und die Schokoladenfabrik" - ich habe viele Kinderfilme gesehen. In der Anfangsszene kommt er aus der Fabrik und humpelt, aber du weißt nicht, was seine Beschwerden sind. Und dann trippelt er und humpelt plötzlich nicht mehr. Von diesem Moment an weißt du nie, was er im Schilde führt.
Sally Hawkins: Ich glaube, er hat das improvisiert.

Ihr Favorit, Mickey?

Mickey Rourke: Wer? Wie war die Frage? Irgendwas mit Montgomery Clift in einem Film, in dem ihn Shelley Winters ankreischt. Ach ja, "Ein Platz an der Sonne"! Ich denke auch an Rita Hayworth in "Gilda", sie war verdammt großartig. Gott, ich wünschte, sie wäre noch unter uns. Ich würde versuchen, ihre Telefonnummer herauszufinden.
Pitt: Oder Robert in der Teenie-Klamotte "L.I.S.A. - Der helle Wahnsinn"!
Downey: Mal halblang, Freundchen.
Langella: Wollt ihr meinen Lieblingssatz nach 75 Bühnenstücken hören?
Hathaway: Ja!
Langella: Lutsch meinen Schwanz. Das sagte ich zu meiner Kollegin Christine Baranski vier Monate lang jeden Abend, und ich konnte es jedes Mal kaum erwarten! Ein wunderbarer Satz.
Hathaway: Ich habe eine wirklich lahme, allgemeine Frage, Frank. Gibt es irgendetwas, das du gern gewusst hättest, bevor du mit der Schauspielerei angefangen hast?
Langella: Ich hätte gern früher in meiner Karriere gewusst, dass der beste Rat für einen Schauspieler ist: Steh dir nicht selbst im Weg. Auf der Theaterbühne konnte ich alles, ich hatte keine Furcht. Aber in meinen ersten Filmen benahm ich mich wie eine alte italienische Lady. Ich dachte, die Filmkamera würde meine Seele rauben. Also musste ich erst lernen, vor der Kamera völlig offen und frei zu sein. Wusste einer von euch schon mit fünf, sechs oder sieben Jahren, dass er Schauspieler werden will?
Pitt: Überhaupt nicht. Wo ich aufgewachsen bin, war das keine Option. Langella: Wo bist du denn aufgewachsen?
Pitt: Oklahoma und dann Missouri. Zwei Wochen vor dem College-Abschluss hatten die anderen schon alle für einen Job unterschrieben. Ich war noch nicht einmal ansatzweise bereit dafür. Ich wusste nur, dass ich das Kino liebte. Eines Nachts überkam es mich. Ich war 22, hatte kein Geld, also arbeitete ich zwei Wochen, verdiente ein paar Hundert Dollar, packte das Auto und zog um nach Burbank. Nach einer Woche war ich bereits Statist, überwältigend. Unter anderem habe ich bei Robert Downeys Film "Unter Null" mitgemacht.
Downey: Alter, ich dachte, das kann nicht wahr sein, als mir das später einer erzählte. Das ist 22 Jahre her. Hätte ich damals schon gewusst, dass du bei dieser Partyszene dabei warst, hätte ich dir eine größere Rolle besorgt.
Pitt: Ich habe anderthalb Jahre lang als Statist gearbeitet. Sogar bei der TV-Serie "Dallas". Ich bin da immer wieder hin, weil ich damals noch in keinem einzigen Film mitgemacht hatte.
Hathaway: Mit dieser Geschichte machst du jeden einzelnen Schauspieler in Los Angeles sehr glücklich. Ich war mit 15 Statistin in einem Burger-King-Spot. Ich hatte zwar Bronchitis, wollte aber unbedingt schauspielern.
Hawkins: Ich war Statistin in "Star Wars - Episode 1: Die dunkle Bedrohung". Ich tauche ungefähr zehnmal in einer Massenszene mit Jar Jar Binks auf.
Langella: Ich hatte sehr viel Glück mit meinem ersten Film. Er hieß "Zwölf Stühle". Und es war zum Schreien komisch, Regisseur Mel Brooks dabei zuzuschauen, wie er 300 Jugoslawen dirigierte, die kein Wort Englisch sprachen.
Downey: Als wir eben über Schauspieler sprachen, die uns inspiriert haben, musste ich auch an Mickey und Kim Basinger in "91⁄2 Wochen" denken.
Rourke: Daran erinnerst du dich wahrscheinlich besser als ich.
Downey: Als ich das damals sah - und ich nehme mich viel zu wichtig, um dir hier in den Arsch zu kriechen -, war das für mich die sexieste, rätselhafteste, komplexeste, smarteste, vielschichtigste männliche Hauptrolle, die ich je gesehen habe. Mich hat das völlig durcheinandergebracht, weil ich das Gefühl hatte, so machen das die Leute, die genau wissen, was sie tun.
Rourke: Eigentlich sollte das gar nicht so laufen. Ich wollte noch viel weiter gehen als "Der letzte Tango in Paris", genauso wie Adrian Lyne, der Regisseur, aber Kim wollte nicht. Ich wollte, dass die Hölle losbricht.
Pitt: Was du dann in "Angel Heart" geschafft hast.
Rourke: Wer hat dir denn das erzählt?
Pitt: Das ist einer der Mythen. Als ich anfing, mich schauspielerisch auszuprobieren, hatte ich drei Götter: Sean Penn, Gary Oldman und Mickey Rourke.
Rourke: "Angel Heart" war für mich eine Lehrstunde, weil ich Robert De Niro gegenübersaß. Meine Schwäche, als Schauspieler und als Mensch, war immer meine Aufmerksamkeitsspanne und meine Konzentrationsfähigkeit. Das hat mich sogar beim Sport behindert. De Niro hingegen war immer unglaublich fokussiert. Alan Parker, der Regisseur, lachte mich aus und sagte: Schau dir mal diesen Mann da drüben an. Während er seinen Text perfekt draufhat, treibst du dich hier draußen rum und versuchst, ein Mädchen aufzureißen, das gerade ein Eis isst.

Brad, Sie haben in "Burn After Reading" einen Vollidioten gespielt. Wie schwer ist es, den ernst zu nehmen?

Pitt: Ich schwöre, ich werde sterben und man wird sich nur wegen Chad noch an mich erinnern. Mich sprach diese Rolle an. Sie repräsentiert das anmaßende Amerika, das wir in den letzten Jahren erlebt haben.

Stimmt es, dass Angelina den Film gar nicht gesehen hat?

Pitt:

Nein, sie hat ihn gesehen. Sie war auch bei den Dreharbeiten. Ich trug die Fitnesstrainer-Klamotten und hatte diesen bescheuerten Haarschnitt, und sie sagte: "Ich muss dir ganz ehrlich sagen, Brad, zum allerersten Mal fühle ich mich sexuell nicht von dir angezogen."

In Interviews beklagen Schauspieler immer öfter, dass es - vor allem durch das Internet - schwerer wird, eine Grenze zwischen Öffentlichkeit und Privatem zu ziehen. Hat sich einer von euch schon mal gegoogelt?

Pitt:

Großer Gott, nein. Ich weiß nicht mal, wie man einen Computer bedient.

Hathaway:

Ich habe mich auch noch nie gegoogelt.

Langella:

Ist auch keine gute Idee. Das kann ziemlich schmerzvoll und selbstverherrlichend sein.

Hawkins:

Man kann doch sowieso nichts glauben davon, oder?

Downey:

Also, ich liebe diesen Scheiß, wirklich. Das ganze Gejohle. Manche Leute übertreiben ihre Bewunderung, als würden sie dich persönlich kennen. Andere sondern nur Beleidigungen ab, die aber manchmal den Nagel auf den Kopf treffen. Mir macht das Spaß.

Pitt:

Diese Publicity-Maschine ist außer Kontrolle geraten. Sie saugt dich auf, und du musst mitmachen und deine Waren feilbieten. Damit kann ich mich bis heute nicht abfinden. Wenn ich nicht in eine Talkshow gehe und über mein Privatleben rede, heißt es, ich unterstütze meinen Film nicht. Aber deswegen habe ich nicht diesen Beruf gewählt.

Langella:

Ich bin ein Dinosaurier. Ich hatte nie einen Presseagenten - bis "Frost/Nixon". Da musste ich mich selbst schützen. Das Studio wollte nämlich, dass ich jedes Interview mache und in jede Talkshow gehe. Das Größte, was ein Schauspieler besitzt, ist seine Rätselhaftigkeit und Gefährlichkeit. Und ihr armen Gestalten sollt Stück für Stück von euch preisgeben. Dagegen müsst ihr kämpfen. Je mehr sie über euch persönlich wissen, umso weniger glauben sie euch vor der Kamera.

Pitt:

Aber es ist unmöglich, das in letzter Konsequenz umzusetzen. David Fincher, der Regisseur von "Der seltsame Fall des Benjamin Button", hat fünf Jahre an diesem Film herumgebastelt. Dafür soll er jetzt auch die Früchte ernten. Das ist schon ein eigenartiges Geben und Nehmen.

Hathaway:

Okay, ich geb's zu. Ich habe eben gelogen: Ich google mich selbst. Peinlich, weil ich ja weiß, wie schrecklich das ist.

Downey:

Ich soll mich schlecht fühlen, weil ich mich google?

Hathaway:

Du solltest dich wegen anderer Dinge schlecht fühlen, Robert. Eine Weile fand ich das recht amüsant. Ich habe viele witzige Sachen entdeckt. Aber in letzter Zeit hat sich das geändert. Mir gefällt nicht, welche Informationen heute als Nachrichten ausgegeben werden. Brad weiß das besser als alle anderen. Schon der Gedanke: Du zwinkerst mit den Augen, und es steht überall im Netz. Sehr seltsam, daran teilzuhaben.

Langella:

Ich habe eine Frage an Anne, Brad und Robert. Ihr seid ja extrem angesagt. Wenn euer neuer Film floppt, gibt es Leute in eurem Umfeld, die dann sagen, das nächste Projekt muss aber ein Geldbringer sein? Oder ignoriert ihr das komplett und sagt: Mein nächster Film ist eine Herzensangelegenheit?

Pitt:

Ich muss nichts mehr beweisen. Ich mache nur noch Sachen, bei denen ich etwas für mich Interessantes erkunden kann. Ich habe vor drei Jahren "Die Ermordung des Jesse James …" gedreht, der wirtschaftlich als gescheitert gilt. Aber ich liebte den Film, eine großartige Erfahrung.

Downey:

Gescheitert, aber eben nur wirtschaftlich.

Hawkins:

Das kann ich gar nicht glauben, "Jesse James" ist phänomenal.

Pitt:

Danke. Du warst also die andere Zuschauerin. Was ich sagen will: Ich bin absolut frei, die Dinge zu machen, die mich interessieren. Wenn es mich interessiert, werden sich auch ein paar andere Leute dafür interessieren.

Hathaway:

Ich hatte immer einen Plan B: Falls es mit dem Kino nicht klappt, würde ich glücklich Theater spielen. Nach "Brokeback Mountain" und "Der Teufel trägt Prada" dachte ich, jetzt bin ich so berühmt, dass ich mich damit noch wohlfühle. Wenn all das plötzlich verschwände, wäre das in Ordnung. Dann kam "Rachels Hochzeit", und nun bin ich viel berühmter, als ich mir jemals vorstellen konnte. Gleichzeitig fühlt sich Ruhm so flüchtig und unwichtig an. Der Prozess des Filmemachens interessiert mich viel mehr.

Downey:

Damit werde ich mich jetzt nicht beliebt machen, und wahrscheinlich sollte ich das besser für mich behalten: Aber in letzter Zeit waren die großen, kommerziellen Filme für mich die kreativ befriedigendsten, der Teamgeist war am größten, und sie kamen beim Publikum am besten an. Und dann mache ich einen Independent-Film: Die Beteiligten sind so dumm, die finden ihren Arsch im Dunkeln nicht, es geht um 50 Affen, die einen Fußball ficken, und dafür musst du dir dann in Sundance die Lunge aus dem Leib brüllen. Was kommt als Nächstes? Drei Monate verdammter Shakespeare im Park für die Kulturbeflissenen?

Hawkins:

Hab ich schon gemacht!

Hathaway:

Ich sehe das als Abenteuer. Meine Mutter ist Schauspielerin, und zwar eine gute, und eine großartige Sängerin. Ihr bestes Engagement, das sie jemals hatte, war die Voraufführung einer Broadwayshow, die es nie an den Broadway geschafft hat. Sie hat drei Kinder großgezogen und hatte ein wunderbares Leben.

Anne hat mal gesagt, dass Jonathan Demme der erste Regisseur gewesen sei, der den Freak in ihr zum Vorschein gebracht habe. Wie kommen Sie an den Punkt, wo Sie der Vision eines Regisseurs vertrauen?

Hathaway: Jonathan Demme ist einfach wunderbar und der gutherzigste Mensch, den ich jemals getroffen habe. Ich spürte, dass es keinen Grund gab, irgendetwas zu verbergen, weil er es ohnehin entdeckt hätte. Er wurde ein bisschen wie ein Therapeut.
Pitt: Ich bin eher an einer sexuellen Verbindung interessiert.
Hathaway: Also, die hatten wir auch.
Langella: Ein Regisseur kann die Seele eines Schauspielers mit einem Spruch oder Wort zermalmen. Wenn ich spüre, dass ich dem Regisseur vertraue, gebe ich ihm alles. Wenn nicht, sagt mein Selbstschutzmechanismus: Geh mir aus dem Weg, lass mich in Ruhe, verletze mich nicht.
Hawkins: Du musst offen sein, aber gleichzeitig versuchen, dich zu schützen.

Einige von Ihnen blieben während der Dreharbeiten immer in der Rolle. Frank zum Beispiel bat jeden am Set, ihn mit Mr President anzusprechen.

Hathaway:

Interessant.

Langella:

Das habe ich vorher noch nie gemacht. Ich sitze lieber rum, esse Donuts, und Kevin Bacon und ich erzählen schmutzige Geschichten. Aber hier fand ich es besser, in der Rolle zu bleiben. Die Anspannung um mich herum ist so viel größer, ich spüre intensiver, wie eingeschüchtert sich Leute in der Nähe eines Präsidenten fühlen. Also machte ich das 32 Tage lang. Ich war sehr einsam, und das passte genau zu der Rolle.

Mr Pitt, wie schwer war es, Benjamin Button zu spielen, einen alten Mann, der zugleich jung ist?

Pitt:

Ich stellte ihn mir vor als jungen Mann in einem alten Körper. Aber Frank bekommt den Preis für den höchsten Schwierigkeitsgrad. Er hat Nixon, der eine ziemliche Karikatur ist, Menschlichkeit verliehen. Das ist wirklich eine Leistung und mir noch immer ein kleines Rätsel.

Sie alle hatten Hilfsmittel, um sich in Ihre Figuren hineinzufinden. Sally Hawkins trägt als Poppy in "Happy-Go-Lucky" knallbunte Klamotten, Frank Langella als Richard Nixon ein Toupet. Hatten Sie Bedenken wegen Ihres schwarzen Gesichts in "Tropic Thunder", Robert?

Downey:

Es war schon verrückt genug, dass Ben Stiller mich anrief und meinte: Ich habe hier eine Komödie. Wie "White Chicks", nur umgekehrt. Dieser Hurensohn, dachte ich. Zwei Wochen später war ich auf Hawaii. Wir machten Make-up-Tests nach dem Motto: Wenn du die Angst spürst, stürz dich drauf. Weil es von einigen als rassistisch interpretiert wurde, dass ich einen Schwarzen spiele, habe ich einfach einen draufgesetzt und Bens jüdische Wurzeln gnadenlos auf die Schippe genommen.

Mickey, Ihr Auftritt in "The Wrestler" wirkt nicht so, als würden Sie spielen.

Rourke: Das hat wehgetan. Da wir gerade über Regisseure und Vertrauen gesprochen haben: Ich brauche Respekt genauso wie Vertrauen. Viele Leute können schön daherreden, aber sobald sie auf den Boden der Tatsachen zurückgeholt werden, ziehen sie den Schwanz ein. Darren Aronofsky hingegen, der Regisseur des "Wrestler", hat seine Hausaufgaben gemacht. Er ist schlau, er wusste, dass er das meiste von mir bekommt, wenn er mich fordert.
Pitt: Ihr hattet schrecklichen Zeitdruck und habt ununterbrochen gedreht, oder?
Rourke: Sieben Monate lang Gewicht zulegen, vier Monate Wrestling-Training - und in der ganzen Zeit können wir dir nichts bezahlen. Du wirst alles machen, was ich dir sage, und du wirst mich nie vor der Crew respektlos behandeln. Ich dachte mir, der hat Eier. Wir hatten ein sehr kleines Budget. Um die Wrestling-Szenen zu drehen, sind wir zu echten Wrestling-Veranstaltungen gefahren und schnell mit den Kameras hineingerannt. Ich musste meinen Scheiß beherrschen, mein Partner meine Choreografie kennen. Wir konnten nur drei Einstellungen drehen, bevor die nächste Live-Runde losging. Und dann noch dieser Druck, das vor 3000 verrückten Wrestling-Fanatikern hinzukriegen!

Haben Sie viele blaue Flecken abgekriegt?

Rourke:

Yeah. Dass ich für jemanden alles gegeben habe, ist mehr als zehn Jahre her. Aber am Ende fühlt es sich gut an. Ich hatte schon vergessen, wie sich das anfühlt. Die Jungs, Wrestler alten Schlages aus den Achtzigern wie Ric Flair oder Brutus Beefcake, kamen alle zur Premiere. Wir waren total nervös, weil wir auf ihre Anerkennung hofften. Und dann hat die Wrestling-Legende Roddy Piper angefangen zu weinen, und wir wussten: Okay, wir haben es geschafft.

Hathaway:

Ich hatte als Kind eine Action-Figur von ihm.

Rourke:

Ein cooler Typ.

Downey:

Die besten Regisseure sind die, mit denen es diese aufgeheizten, abgefuckten, aufreibenden Momente gibt. Weil es so nicht passiv-aggressiv ist und du keinen Groll hegst. Guy Ritchie, für den ich gerade "Sherlock Holmes" spiele, meinte nur: Kumpel, ich muss dir sagen, du verbreitest schlechte Laune, du bist eine Fotze, jeder merkt das. Darauf ich: Echt? Und du führst dich auf wie Rain Man, du blöder Wichser. Und damit war das gegessen. Bei mir ist das komisch. Ich will mit meinem Regisseur ein enges Verhältnis, wasserdicht. Aber wenn sie nicht so weit gehen wollen, nehme ich die Dinge selbst in die Hand.

Hawkins:

Bei Mike Leigh, dem Regisseur von "Happy-Go-Lucky", denkt man, man dreht gerade diese großartige Szene, eine lange Improvisation, und er schläft derweil auf dem Autorücksitz.

Downey:

Er führt Regie von einem Auto aus?

Hawkins:

Sorry, die Improvisation bestand aus echten Fahrstunden in den Straßen von London. Das zog sich über Tage hin, und Mike lag auf dem Rücksitz.

Haben Sie vor, jetzt in den USA zu arbeiten?

Hawkins:

Liebend gern. Ich bin erst zum zweiten Mal in Los Angeles.

Langella:

Unser Beileid.

Rourke:

Verschwinde, so schnell du kannst.

Pitt:

Ich merke gerade, dass ich hier mit drei Schauspielern sitze, die es geschafft und das Showgeschäft drei Jahrzehnte überlebt haben. Das ist bereits eine Leistung an sich!

Langella:

Ich bin viel älter, als du denkst.

Pitt:

Vier Jahrzehnte? Fast fünf Jahrzehnte?

Rourke:

Vergiss nicht, ich war ein Jahrzehnt lang arbeitslos.

Downey:

Du hattest vielleicht zehn ruhige Jahre. Ich war im Prinzip 25 Jahre lang nicht in meinem Körper und hatte in dieser Zeit 65 Engagements. Die Arbeit ließ mich nicht abheben, und der tägliche Drehplan war die einzige Konstante in meinem Leben. Ich habe eine viel wichtigere Frage: Mickey, machst du bitte bei "Iron Man 2" mit?

Rourke:

Mit dir zusammen? Auf alle Fälle, Bruder.

Hathaway:

Robert, würdest du zumindest darüber nachdenken, bei "Plötzlich Prinzessin 3" mitzuspielen? (Gelächter)

Okay, die Zeit ist vorbei. Sie dürfen gehen.

Langella:

Eines möchte ich noch sagen: Ich bin der älteste Mann hier am Tisch und der Einzige, der nicht aufgestanden ist, um zur Toilette zu gehen.

Interview: David Ansen, Ramin Setoodeh

Bearbeitung: Matthias Schmidt, Bernd Teichmann / print
kann man sich gegen eine maßnahme vom jobcenter wehren?
hallo. ich bin quasi arbeitsunfähig seit meinem 18ten lebensjahr. ich wiege 200 kg und habe eine betreuung weil ich sonst gar nichts schaffen würde. sie bringt mich zu terminen und begleitet mich zu arzt besuchen. das einzige was ich noch alleine kann ist einkaufen und das auch nur weil es nunmal lebensnotwendig ist ,jedoch bin ich danach total erschöpft und fertig.ich kann keine 200 meter mehr laufen.und mal ganz abgesehen von meiner körperlich verfassung leide ich seit meiner kindheit an starken depressionen,borderline,panikattacken,einer traumatischen belastungsstörung und angstzuständen. ich bin demnach körperlich sowie auch psychisch ziemlich fertig. gestern war ich beim amtsarzt zur begutachtung sowie auch einmal vor 2 jahren. und die ärztin sagt mir ernsthaft,das es zumindest köperlich nicht ausreichen würde das ich weiterhin krank geschrieben werden kann und sagte,das eine maßnahme sicherlich gut sein kann.und das obwohl ich bereits sagte,das ich körperlich unfähig bin irgendwas alleine zu schaffen und ,meine betreuerin mich überallhin begleiten muss.(ich habe kein auto)ich bin vollkommen entsesetzt und habe nun angst das sie mich in eine maßnahme stecvken welche ich einfach nicht schaffe und sie mir dann das minum an geld nehmen welches ich bekomme und ich dann verhungernd und auf der starße leben muss,eben weil es ein ding der unmöglichkeit für mich darstellt.kann man sich da irgendwie wehren?sie sagt sie findet ich sei zu jung um berentet zu werden (28).ich habe gerade wirklich angst.kann man einen menschen zwingen etwas für ihn unmögliches zu tun?ich hab das gefühl die wollen irgendeine quote erfüllen und solange man die arme bewegen kann,ist man arbeitsfähig...hilfe :(