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Zum 124. Geburtstag Katarzyna Kobro: Progressive Vorreiterin im Konstruktivismus

Katarzyna Kobro
Die Ausstellung "The Other Side of the Moon" zeigte Katarzyna Kobro Werke 2011 im Kunstforum NRW in Düsseldorf
© Victoria bonn-Meuser / Picture Alliance
Kaum eine Künstlerin steht mehr für den Einzug von Wissenschaft in die Kunst wie Katarzyna Kobro. Die polnische Bildhauerin interpretierte ihre Werke stets neu und machte sie einem breiten Publikum zugänglich. Am Mittwoch wäre Kobro 124 Jahre alt geworden.

Die polnische Bildhauerin und Kunsttheoretikerin Katarzyna Kobro hätte am heutigen Mittwoch ihren 124. Geburtstag gefeiert. Durch ihre progressive Haltung und Vorreiterrolle in der polnischen Avantgarde gilt die in Moskau geborene Künstlerin vielen bis heute als Vorbild. 

Katarzyna Kobro förderte Wissenschaft in der Kunst

Kobro wurde 1898 in Moskau geboren. Sie wuchs in einer multikulturellen Familie auf und interessierte sich früh für Kunst und Wissenschaft. Im Jahr 1917 fing sie ihr Studium an der Moskauer Schule für Malerei, Bildhauerei und Architektur an.

Katarzyna Kobro wollte Kunst stets neu interpretieren und durch Massenproduktion auch einem alltäglichen Publikum präsentieren. Sie vertrat damit eine Haltung, die als polnische Avantgarde bekannt ist. 1936 unterzeichnete sie das Pariser "Manifeste Dimensioniste", welches die Integration wissenschaftlicher Fortschritte in der Kunst fördern sollte. 

Zu Kobros bekanntesten Werken zählen ihre erste Skulptrue "Tos 75 – Struktura" – eine Verschmelzuung aus Metall, Holz, Glas und Kork – sowie die Skulpturenserie "Kompozycja Przestrzenna". Ihr Fachgebiet lag allerdings in der konstruktivistischen Raumkonzeption. Die Stilrichtung der russischen Moderne stellt Geometrie und Grundformen in den Vordergrund. Menschen, Tiere, Landschaften oder Gegenstände sind dagegen nicht zu sehen.

Mit ihrem Ehemann Władysław Strzemiński schrieb sie das philosophische Werk "Composition of Space: Calculations of Space-Time Rhytm". Das Paar heiratete 1920. 16 Jahre später wurde ihre gemeinsame Tochter Jakobina Strzemińska geboren. 

Großes Interesse nach ihrem Tod

Katarzyna Kobro starb im Februar 1951 im polnischen Lodz. Nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs konnte sie keine großen Erfolge als Künstlerin mehr erzielen. Erst nach ihrem Tod begannen Kunsthistoriker damit, Kobros Werke zu restaurieren.

Das neu gewonnene Interesse an ihrem Einfluss auf die sozialen und künstlerischen Umstände ihrer Zeit hält bis heute an. Das berühmte Museum of Modern Art in New York zeigt viele von Kobros Werken derzeit in seiner Ausstellung "Collection 1940s-1970s". Deutsche Kunstliebhaber konnten einige ihrer Werke bis zuletzt im Kunsthaus Stuttgart bewundern. 

Quelle:Augsburger Allgemeine 

jus

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