Welttheatertag Proteste gegen Bühnenschließungen in Wuppertal


Gegen die drohende Schließung deutscher Bühnen haben tausende Menschen am Welttheatertag in Wuppertal protestiert. Theaterleute aus ganz Deutschland und Bürger machten am Samstag Front gegen Sparvorhaben auf Kosten der Theater.

Gegen die drohende Schließung deutscher Bühnen haben tausende Menschen am Welttheatertag in Wuppertal protestiert. Theaterleute aus ganz Deutschland und Bürger machten am Samstag Front gegen Sparvorhaben auf Kosten der Theater. Künstler von 60 deutschen Bühnen nahmen teil, bis zu 5000 Menschen bildeten zwischen Wuppertaler Schauspielhaus und Oper eine drei Kilometer lange Menschenkette. Einem Vertreter der Stadt wurden am Abend Listen mit 36 000 Protestunterschriften überreicht.

Es sei die bislang größte Solidaritätsveranstaltung gewesen, sagte der Vorsitzende der Intendantengruppe im Deutschen Bühnenverein, Holk Freytag. Neben dem Schauspiel Wuppertal seien auch die Theater in Oberhausen, Hagen, Moers, Essen, Schleswig, Dessau und Neubrandenburg/Neustrelitz akut gefährdet. Das Protest-Programm mit mehr als 70 szenischen Beiträgen und Lesungen sei ein Zeichen für den Erhalt dieser bedrohten Häuser.

Die Akteure richteten sich auch gegen den "finanziellen Niedergang" der Städte, sagte der Geschäftsführer des Bühnenvereins, Rolf Bolwin, dem Deutschlandradio. Das Wachstumsbeschleunigungsgesetz gehe zu Lasten der Kommunen. "Wir können nicht Schauspielhäuser schließen, um die Mehrwertsteuer-Erleichterung in Hotels zu finanzieren." Die Kommunen müssten genügend Geld haben, um die finanzielle Infrastruktur zu finanzieren. Die Städte bräuchten nicht nur Kneipen und Einkaufszonen, eine Stadt brauche auch Kultur.

In der Krise habe die Bayerische Landesbank vom Freistaat Bayern 3,6 Milliarden Euro erhalten. Diese Summe reiche aus, um die ganze deutsche Theater- und Orchesterlandschaft für zwei Jahre zu finanzieren.

Die überschuldete Stadt Wuppertal plant die Schließung ihres Theaters. Nach dem Haushaltssicherungskonzept sollen die Zuschüsse um zwei Millionen Euro gekürzt worden. Das bedeutet faktisch die völlige Aufgabe des Wuppertaler Schauspielhauses in 2012. Vorher ist ein reduzierter Betrieb vorgesehen. Nach Einschätzung von Theaterleuten wird sich die Lage in vielen Häusern durch bevorstehende Kürzungen im Kulturetat dramatisch verschlechtern.

DPA DPA

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