Sebastian Stan (43) wird eine Rolle in "The Batman Part II" übernehmen. Er wird damit also in einem Film mitspielen, der auf einer Figur von DC Comics basiert. Für manche Fans ein Sakrileg. Schließlich verkörperte Stan jahrelang Bucky Barnes alias Winter Soldier im Marvel Cinematic Universe. Das Problem: Die Frage "Marvel oder DC?" ist in der Comicwelt eine Glaubensfrage. Doch Sebastian Stan ist beileibe nicht der erste Schauspieler, der in beiden Universen zu Hause ist.
Ben Affleck: Batman und Daredevil
Bevor Robert Pattinson in "The Batman" das Cape überzog, war Ben Affleck (53) der dunkle Ritter im filmischen DC-Universum. Auch wenn viele Fans die gerne verdrängen würden.
Nahezu vergessen ist dafür Ben Afflecks Engagement im Marvel-Kosmos. 2003 spielte er den blinden Rächer Matt Murdock alias "Daredevil". Der Film floppte, Affleck wurde mit der Goldenen Himbeere als schlechtester Hauptdarsteller abgestraft. Das Marvel Cinematic Universe wurde erst fünf Jahre später mit "Iron Man" (2008) begründet.
Ryan Reynolds: Deadpool und Green Lantern
Ryan Reynolds (49) gehört als Deadpool derzeit zu den wichtigsten Stützen des kriselnden Marvel Cinematic Universe. Auch wenn seine ersten Solofilme als Antiheld außerhalb des MCU liefen und sein Start in einer Nebenrolle in "X-Men Origins: Wolverine" unterging.
Seine Vergangenheit im DC-Universe würde Reynolds aber wohl gerne aus dem kollektiven Gedächtnis streichen. "Green Lantern" mit dem Kanadier in der Titelrolle fiel genauso wie Afflecks Marvel-Ausflug "Daredevil" durch. Ryan Reynolds war übrigens schon vor seinem "Deadpool"-Engagement in einem weiteren Marvel-Film zu sehen. In "Blade: Trinity" verkörperte er 2004 den Neo-Vampir Hannibal King.
Halle Berry: Storm und Catwoman
2000 löste der erste "X-Men"-Film von 20th Century Fox den modernen Superhelden-Boom aus. Mittendrin im Mutantenteam aus dem Hause Marvel war Halle Berry (59) als Wettermanipulatorin Storm.
2004 wechselte sie für einen Soloauftritt zum Konkurrenten DC. Ihr Auftritt als "Catwoman" ging jedoch als legendärer Flop in die Filmgeschichte ein.
Michelle Pfeiffer (67) ging übrigens den umgekehrten Weg. Sie spielte 1992 in "Batmans Rückkehr" die Katzenfrau und wechselte 2018 als Wespe in "Ant-Man and the Wasp" ins MCU.
Jared Leto: Joker und Morbius
Jared Leto (54) hat das Kunststück geschafft, bei Fans der beiden Lager verhasst zu sein. Sein Joker in "Suicide Squad" und "Justice League" bei DC ist genauso umstritten wie sein Marvel-Antiheld "Morbius".
Tom Hardy: Bane und Venom
Tom Hardy (48) verkörperte die Widersacher von zwei der beliebtesten Helden von DC und Marvel. In "The Dark Knight Rises" (2012) kämpfte er als Bane gegen DC-Aushängeschild Batman. In drei Filmen spielte er "Venom", Spider-Mans alten Rivale in den Marvel-Comics. Auch wenn Spidey selbst darin nicht auftaucht.
J. K. Simmons: J. Jonah Jameson und James Gordon
Neben "X-Men" war die "Spider-Man"-Trilogie mit Tobey Maguire (ab 2002) treibende Kraft des Superhelden-Hypes. J. K. Simmons (70) verkörperte in allen drei Filmen J. Jonah Jameson, den taffen Herausgeber der Zeitung Daily Bugle.
In "Justice League" (2017) ging J. K. Simmons ins DC-Universe fremd. Er spielte hier nach J. Jonah Jameson eine weitere der beliebtesten Nebenfigur ohne Superkräfte der Comicgeschichte: James Gordon, den Polizeichef von Batmans Heimat Gotham City. In der "Spider-Man"-Trilogie mit Tom Holland kehrte Simmons reumütig als J. Jonah Jameson zu Marvel zurück.
Michael Keaton: Batman und Vulture
In Tim Burtons stilbildender Verfilmung von 1989 gab Michael Keaton (74) den ersten ernstzunehmenden Batman der Kinogeschichte. Dies hinderte den Schauspieler, der in "Birdman" sein Image parodierte, nicht an einem Ausflug zu Marvel. In "Spider-Man: Homecoming" verkörperte er mit dem Schurken Vulture eine ebenfalls von einem Flugtier inspirierte Figur.
Neben den genannten Stars gibt es natürlich noch etliche Darsteller, die kleine Rollen sowohl in Marvel-Adaptionen als auch in DC-Filmen spielten. Laurence Fishburne, David Dastmalchian oder Djimon Hounsou wären hier zu nennen. Keine ihrer Figuren waren aber so ikonisch, als dass ein Wechsel ins feindliche Lager als Verrat angesehen worden wäre.