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"Buena Vista Social Club": Ibrahim Ferrer ist tot

Vor wenigen Tagen ist Ibrahim Ferrer vom "Buena Vista Social Club" noch beim Jazz-Festival in Montreux aufgetreten. Auf dem Rückflug nach Kuba klagte er über Lungenprobleme - nun ist die Son-Legende im Alter von 78 Jahren gestorben.

Ibrahim Ferrer, einer der großen kubanischen Stars aus dem legendären "Buena Vista Social Club", ist am Samstag im Alter von 78 Jahren gestorben. Das teilte seine Produktionsfirma Montuno in Havanna mit. Eine Todesursache wurde nicht genannt. Nach Angaben von Ferrers Kollegen litt der Sänger in den letzten Jahren an einem Emphysem (Lungenaufblähung) und klagte Anfang der Woche während eines Rückflugs aus Europa über Beschwerden. Er war im Juli noch beim Jazz-Festival in Montreux aufgetreten.

Der Mann mit der Mütze und dem charakteristischen grauen Oberlippenbart war einer der Altstars der Son-Musik, mit denen der US-Gitarrist Ry Cooder das Album "Buena Vista Social Club" produzierte. Die kubanische Tanzmusik aus den 40er und 50er Jahren begeisterte Ende der 90er Jahre ein weltweites Publikum und wurde 1999 mit einem Grammy ausgezeichnet. Zwei des "Buena Vista Social Club", Compay Segundo und Ruben Gonzalez, verstarben 2003.

Ferrer wurde am 20. Februar 1927 in Santiago de Cuba geboren. Er beschäftigte sich schon sehr früh mit Musik, wurde international aber erst viele Jahrzehnte später durch den "Buena Vista Social Club" bekannt, der die so genannte Son-Musik - eine Mischung aus Salsa und typischen kubanischen Rhythmen wie Danzón, Guajira, Tumbao, Criolla sowie Blues - weltweit bekannt machte. Der deutsche Regisseur Wim Wenders hatte im Jahr 2000 einen preisgekrönten Dokumentarfilm über die Band gedreht und damit erheblich zu ihrer Popularität beigetragen.

DPA / DPA
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