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"Howl": Sanfte Schale, harter Kern

Nach zwei härteren Platten stimmt das Rocktrio Black Rebel Motorcycle Club auf dem dritten Album sanftere Klänge an. Die Musik changiert zwischen Gospel, Country, Folk und Rock - akustisch, aber intensiv.

Dass in der Band mehr steckt als nur ein weiteres "The"-Outfit machte schon das zweite Album klar: Auf "Take Them On, On Their Own" gingen Black Rebel Motorcycle Club wesentlich aggressiver, aber auch konziser zu Werke als auf ihrem Debüt. Dass das Album weniger gefeiert und gekauft wurde, als das - auf dem ersten Höhepunkt der Rock-Revival-Ära veröffentlichte - Debüt, ist schon schade genug.

Würde auch das aktuelle Album "Howl" ebenso sträflich missachtet, wäre das noch ein größerer Schaden. Denn das in San Francisco zusammengekommene Trio zeigt sich hier voll infiziert vom Led-Zeppelin-Virus: Nach zwei Hardrock-Scheiben wendet man sich auf dem dritten Album "Howl" den akustischen Klängen zu. Was sogar so weit führt, dass BMRC auf "Ain't No Easy Way" ganz hart an Led Zeppelin zu Zeiten ihres dritten Albums heranfahren.

Von Folk bis Gospel

Doch keine Angst, BMRC finden ihren eigenen Weg zu verknarzten Folk-Klängen. Mit der Kraft der Leder-Rocker shuffeln sie sich durch Gospel-infiziertes Country-Folk-Rock-Material, mal sakral swingend ("Howl"), mal zauberhaft Ben-Harperesk tröstend ("Weight Of The World"), mal mit schlechter Dylan-Laune ("Complicated Situation") und zuletzt mit dem bewegenden, zweigeteilten Folkrock-Malstrom "The Line", sinister und selig zugleich. Ein großes Album.

Markus Schwarz/AP

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