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"Music Week" auf Berliner Flughafen Tempelhof Eine Woche für eine kriselnde Branche

Nach der Fashion Week bekommt Berlin jetzt auch eine Musikwoche. Die Musikmesse Popkomm will auf dem Flughafen Tempelhof ihr Comeback feiern. Neuer Ort, neues Glück?

Letztes Jahr war Katzenjammer, die Popkomm fiel aus. Jetzt wagt die Musikmesse unter dem Dach der Berlin Music Week (6. bis 12. September) den Neustart. Zentraler Schauplatz ist der stillgelegte Flughafen Tempelhof. Neben der Popkomm gibt es Konzerte, Diskussionsrunden und Festivals. Ein Überblick zur ersten Musikwoche in Fragen und Antworten.

Was sind die wichtigsten Veranstaltungen?

Zum Auftakt trifft sich die Musikbranche seit Montag zum Kongress All2gethernow in der Kulturbrauerei. Dort reicht die Bandbreite der Diskussionen laut Veranstalter von "Plato bis Bohlen". Am Dienstagabend werden Nachwuchsbands beim New Music Award geehrt. Am Mittwoch meldet sich die von Raubkopien und Wirtschaftskrise gebeutelte Popkomm zurück. Sie ist ausgebucht, aber eine Nummer kleiner. 470 Aussteller sind bei der Premiere in Tempelhof, einst Schauplatz der Luftbrücke, dabei. Erstmals ist ein Bereich für alle geöffnet. In der alten Schalterhalle sind Stände und ein Bühnenprogramm geplant.

Am Freitag ist auf der Messe Publikumstag. Unter dem riesigen Flughafenvordach und in zwei Hangars steigt das zweitägige Berlin Festival. Letztes Jahr war Pete Doherty da. Diesmal treten The Editors, Chilly Gonzales, Peaches, Adam Green, Robyn und Fatboy Slim auf. Außerdem spielen unter der Woche auf dem Popkomm-Festival bei 60 Konzerten neue Bands, die noch auf den Durchbruch warten. Megastars sind bei der Music Week nicht dabei.

Was sind die Erwartungen an die Musikwoche, wie geht es der Branche?

Die Popkomm wird sich kaum mit der riesigen Modemesse Bread & Butter, die auch in Tempelhof stattfindet, vergleichen können. Mode leidet längst nicht so wie Musik unter dem Internet: Pullis muss man immer noch kaufen, sie kann man nicht gratis aus dem Netz herunterladen. Aber der Digitalmarkt für Musik wächst. Und 2009 war der Umsatzrückgang insgesamt nicht mehr so schlimm wie in den Vorjahren. Die Music Week ist wichtig für Plattenfirmen, Musiker, Konzertveranstalter, Club-Betreiber und für Nachtschwärmer und Musikfans. Das Ziel? "Die großen Potenziale des Musikstandortes Berlin zu erschließen, zu bündeln und einem nationalen und internationalen Publikum zu präsentieren", so die Veranstalter.

Was bringt die Woche für die Hauptstadt?

In der Stadt ist es voll wegen der Funkausstellung IFA. Diesmal ist sie auch darüber hinaus gut gebucht, was Tourismuschef Burkhard Kieker auf Berlins größte Musikveranstaltung 2010 zurückführt. Der Flughafen Tempelhof sei magisch. "Das ist ein Veranstaltungsort, wie ihn keine andere Stadt der Welt zu bieten hat." An ein Ende des Berlin-Hypes glaubt Kieker nicht. "Es fängt gerade erst an."

Caroline Bock, DPA DPA

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