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Beatles in Hamburg: Auf der Reeperbahn fing alles an

Die Beatles traten vor 50 Jahren als damals völlig unbekannte Musiker erstmals auf der Hamburger Reeperbahn auf. In den Clubs auf St. Pauli haben sie sich musikalisch gefunden.

Auf St. Pauli legte eine damals noch unbekannte Liverpooler Band den Grundstein für eine einzigartige Weltkarriere. Am 17. August 1960 traten die Beatles erstmals in Hamburg auf. In den rauen Clubs der Hafenstadt mussten die Musiker bis zu zwölf Stunden pro Nacht spielen - und holten sich so ihren letzten Schliff.

Zunächst im "Indra", später traten sie auch im "Star Club" auf, der in der Großen Freiheit 39 beheimatet war. Die Stadt Hamburg ist sich inzwischen ihres kulturellen Erbes bewusst: 2008 weihte der Erste Bürgermeister Ole von Beust an der Ecke Reeperbahn/Große Freiheit den Beatles-Platz ein. Es ist der Ort, an dem vor 50 Jahren alles begann.

1962 veröffentlichten die Beatles ihre erste Single. "Love me do" schaffte es immerhin auf Platz 17 der Charts. Ihre zweite Single "Please Please me" verpasste dann nur knapp die Spitze der Hitparade und landete auf dem zweiten Rang. Schon die dritte Single "From Me to You" erklomm die Spitze. Auch ihr erstes Album schoss gleich auf Platz eins.

Mit zunehmendem Bekanntheitsgrad nahm die Verehrung der Musiker hysterische Züge an. Ihre vierte Veröffentlichung "She loves you" entwickelte sich zur bis dato meistverkauften Single aller Zeiten. Der endgültige Durchbruch gelang der Band am 13. Oktober 1963. 15 Millionen Zuschauer hatten den Fernseher eingeschaltet, als die Beatles in der beliebten Show "Sunday Night At The London Palladium" auftraten. Vor allem weibliche Fans lauerten den Fab Four bei ihren Auftritten auf und veranstalteten gewaltige Kreischorgien. Die Beatles brauchten nun Polizeischutz, um ihre Konzertsäle zu betreten und wieder zu verlassen. Die öffentliche Hysterie wurde schon bald als "Beatlemania" bezeichnet.

Ihr Ruhm vergrößerte sich noch, als sie 1964 ihren ersten Kinofilm drehten. In "A Hard Day's Night" von Richard Lester nehmen die Fab Four den Rummel um ihre Person aufs Korn - und machen sich über die "Beatlemania" lustig.

Doch nicht nur ihre Musik, sondern auch ihr Styling sorgte für Furore. Wegen der nach vorne gekämmten Haare wurden die Beatles als "Pilzköpfe" bezeichnet. Ihr Look war ein Bruch mit der Ära des Rock&Roll, als sich Jugendliche die Haare mit Pomade nach hinten kämmten.

Nachdem sie Großbritannien und Europa erobert hatten, standen als nächstes die Vereinigten Staaten auf dem Programm, das Mutterland des Rock&Roll. Am 17. Januar 1964 schoss "I Want to Hold Your Hand" an die Spitze der US-Charts - die ideale Vorbereitung für ihren ersten Besuch in den USA. Als sie am 7. Februar auf dem New Yorker Flughafen landeten, wurden sie bereits erwartet: 5000 Fans und 200 Journalisten bereiteten den Fab Four einen frenetischen Empfang. Zwei Tage später treten die Beatles in der "Ed Sullivan Show" auf - und rekordverdächtige 73,7 Millionen Zuschauer sahen zu.

Die Hallen, durch die die Beatles tourten, wurden immer größer. Bald wurden daraus Stadien und Arenen - und vor lauter Gekreische war die Musik kaum noch zu hören. Königin Elisabeth II verlieh ihnen im Buckingham Palace den Orden "Member of the British Empire" - wegen ihrer Verdienste um die britische Exportindustrie.

Doch die britischen Musiker waren nicht nur beliebt. 1966 sorgte John Lennon mit einer unbedachten Interview-Äußerung weltweit für Aufregung. Er hatte gesagt, die Beatles seien "populärer als Jesus". Es folgten Boykottaufrufe, Demonstrationen und Schallplattenverbrennungen, vor allem in den USA. Am 11. August entschuldigte sich Lennon schließlich auf einer Pressekonferenz für seinen Satz.

Nachdem die Beatles 1966 verkündet hatten, nie wieder auf Tour zu gehen, konzentrierten sie sich ganz auf die Arbeit im Studio - und veröffentlichten 1967 mit "Sgt. Pepper’s Lonely Hearts Club Band" ihr Meisterwerk.

Im jenem Sommer 1967, dem "Summer of Love", entdeckte die Band ihre spirituelle Seite. Im August reiste die Gruppe zu einem Kurs des indischen Gurus Maharishi Mahesh Yogi nach Bangor, wo sie sich in die Transzendentale Meditation einführen ließen. Im darauffolgenden Jahr reisten die Beatles noch einmal zum Maharishi nach Indien. Doch bereits nach kurzer Zeit reisten Ringo Starr und Paul McCartney ab.

Am 10. April 1970 trennte sich die Gruppe - kurz vor der Veröffentlichung ihres letzten Albums "Let it be". Die vier Musiker hatten sich in den Jahren stark auseinandergelebt. Künstlerisch wollten sie eigene Wege gehen. Auch im Privatleben hatte sich einiges getan. Vor allem John Lennons Ehefrau Yoko Ono wurde von der Öffentlichkeit als Sündenbock für die Trennung der Band auserkoren.

Es folgte ein Jahrzehnt der Solo-Karrieren, mit wechselndem Erfolg. John Lennons Karriere wurde 1980 jäh beendet. Am 8. Dezember wurde er Opfer eines Attentats. Der geistig verwirrte Mark David Chapman hatte ihm in New York vor seiner Wohnung im Dakota Building aufgelauert. Am selben Abend versammelten sich Tausende Fans vor dem Gebäude und gedachten des früheren Beatles-Mitglieds.

2001 starb auch George Harrison. Die beiden letzten noch lebenden Beatles-Mitglieder Paul McCartney und Ringo Starr treten hin und wieder gemeinsam auf.

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