Betrugsvorwürfe bei der GEMA Keine Musik ließ die Kassen klingeln


Der Musikrechte-Verwerter GEMA hat am Freitagmorgen bei der Berliner Staatsanwaltschaft Anzeige wegen Betrugs gestellt. Live-Programme sollen gemeldet worden sein, obwohl sie nicht wie angegeben oder gar nicht stattgefunden hatten.

Der Musikrechte-Verwerter GEMA hat am Freitagmorgen bei der Berliner Staatsanwaltschaft Anzeige wegen Betrugs gestellt. Die Organisation geht davon aus, von zwei Mitarbeitern und mehreren Mitgliedern um Geld geprellt worden zu sein, wie sie in München mitteilte. Demnach haben die Mitglieder - nach aktuellem Stand etwa zehn Personen - mit Hilfe der Mitarbeiter Ansprüche geltend gemacht, die ihnen nicht zustanden.

Konkret sollen Live-Programme gemeldet worden sein, obwohl sie nicht wie angegeben oder gar nicht stattgefunden hatten. Dadurch erhielten die Falschmelder höhere Ausschüttungen, als ihnen eigentlich zustanden. Wie hoch der Schaden für die Verwertungsgesellschaft und ihre Mitglieder in etwa ist und wie lange die mutmaßlichen Betrugsfälle zurückreichen, sagte das Unternehmen nicht. Die Organisation sprach lediglich von einem "Betrugsfall mit potenziell großen Ausmaßen".

Die Musikrichtung der angezeigten Mitglieder gab die GEMA lediglich mit "U-Musik" an. Nach Angaben der Organisation befinden sich keine prominenten Musiker unter den Angezeigten, die Fälle sollen sich über das ganze Bundesgebiet verteilen. Erste Hinweise habe die GEMA Anfang Mai erhalten. Die beiden Mitarbeiter seien zunächst freigestellt und vor einigen Tagen fristlos entlassen worden.

Die Berliner Staatsanwaltschaft bestätigte den Eingang der Anzeige am Freitagvormittag. Zum Inhalt könnten derzeit keine weiteren Angaben gemacht werden, sagte ein Sprecher.

Die GEMA verwaltet nach eigenen Angaben die Rechte von über 60.000 Mitgliedern und über einer Million ausländischer Komponisten, Textdichter und Musikverleger.

APN APN

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