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Corona: 50 Prozent aus Deutschland: Künstlermanager fordern Radio-Quote für heimische Musiker

Die Musikbranche leidet unter der Corona-Krise in besonderem Maße. Nun haben Manager einen Vorschlag unterbreitet, wie den Künstlern dieses Landes geholfen werden soll. 

Manager fordern eine Quote für hiesige Musiker

Sie gehören zu den Musikern, die eine Radioquote für in Deutschland lebende Künstler fordern: Sasha, Luca Hänni und Fiva (v.l.)

Picture Alliance

Corona trifft das Wirtschaftsleben hart: Millionen Deutsche müssen als Folge von häuslicher Isolation und Kontaktsperren Verdienstausfall in Kauf nehmen. Eine Berufsgruppe leidet unter den Regelungen besonders: Musiker. Denn seit kaum noch Geld mit dem Verkauf von Tonträgern umgesetzt wird, lebt diese Branche vor allem von Konzerten und Liveauftritten. Da die aktuell wegfallen, herrscht in den Kassen vieler Künstler gerade Ebbe.

Das ist der Hintergrund eines Vorstoßes, den eine Gruppe von Künstlermanagern unternommen hat. Sie fordern gezielte Maßnahmen zur Förderung der Musikszene in Deutschland. Konkret: Mehr Sendezeit und eine verbindliche Quote für heimische Künstler im Radio. Davon würden die Musiker wie auch die Rundfunkanstalten profitieren. Denn: "Die Newcomer von heute, sind die Stars von morgen!"

Zwei Forderungen zur Unterstützung von Musikern

Die Manager fokussieren sich dabei auf zwei Forderungen, wie sie in ihrem Aufruf schreiben: 

"1. Wir fordern 50 Prozent Musikanteil auf den Sendern von in Deutschland lebenden und arbeitenden Künstlern gerne inklusive Österreich und Schweiz.

2. Wir fordern eine Sendung von 15.00 – 20.00 Uhr mit Musik von in Deutschland (oder GSA) lebenden Künstlern. Motto: 'Wir bleiben zu Hause, spielt Ihr unsere Songs.'" 

Zu den Unterstützern gehören auch bekannte Künstler, darunter die Beatsteaks, Fiva, Madsen, Selig, MC Fitti, Samy Deluxe, Flo Mega, The BossHoss, Heather Nova, Deine Lakaien, Gil Ofarim, Luca Hänni, Michael Schulte, Jamie-Lee, OK KID und Sasha - um nur einige der in dem Schreiben aufgeführten Künstler zu nennen.

"Nehmt Talente auf eure Playlisten"

Beatsteaks-Manager Eric M. Landmann warnt: "Es wird eine Zeit nach Corona geben!" Deutschland habe eine vielfältige, lebendige Musikszene mit talentierten Newcomern und etablierten Acts. Nicht nur die Sender, jeder einzelne könne dabei mithelfen: "Nehmt bitte heimische KünstlerInnen und vor allem Newcomer und aufstrebende Talente auf eure Playlisten und setzt bitte eine Quote im Radio um", so sein Appell. "Nur so können die jungen Talente und Newcomer überleben, denen gerade durch den Wegfall ihrer Auftritte, ein Großteil ihrer Einnahmen wegbrechen."

Von den angesprochenen Radiosendern gibt es noch keine Reaktion auf den Aufruf. 

che