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DAVID KNOPFLER UND DAVE DAVIES: Die Rückkehr der jüngeren Brüder

Dave Davies und David Knopfler haben bedeutende Bands mitgegründet: die Kinks und die Dire Straits. Doch auch als Solo-Künstler lassen beide von sich hören.

Bei aller Verschiedenheit ihrer Musik gehen die Gemeinsamkeiten von David Knopfler und Dave Davies weit über ihren Vornamen hinaus: Beide sind durch eine von ihnen mitgegründete Band bekannt geworden. Beide standen in ebendieser Band jeweils im Schatten ihres älteren Bruders. Und beide haben eine Solo-Karriere gestartet, die sie zwar nicht unbedingt ins Rampenlicht der Musikwelt katapultiert hat, mit der sie sich aber eine Schar treuer Fans erspielen konnten.

Dave - Der Harte

Dave Davies hat mit den Kinks in den 60er Jahren einen wichtigen Beitrag zur Musikgeschichte geleistet. Als harter Rocker mit Hang zu eingängigen Gitarrenriffs bildete er den idealen Gegenpol zu den intellektuell-ironischen Texten seines Bruders. Mit Songs wie »You Really Got Me« übte er einen großen Einfluss auf den Hard-Rock der 70er Jahre aus.

Seit 1980 hat er immer wieder Solo-Alben veröffentlicht, der Erfolg hielt sich jedoch in Grenzen. Dafür sorgte er mit seiner Tornee in den 90er Jahren für positive Schlagzeilen. Folgerichtig handelt es sich bei seiner aktuellen Veröffentlichung um ein Live-Album. Auf »Rock Bottom« ist ein Mitschnitt eines Konzertes im New Yorker Bottom Line Club zu hören.

David - Der Softe

Während Davies unermüdlich an der Rock-Front schuftet, ist David Knopfler eher in poppigeren Gefilden zu Hause. Seit der Gründung der Dire Straits 1977 arbeitet er an der Verfeinerung von Akkordfolgen und Arrangements. Bereits 1980 verließ der jüngere der beiden Knopfler-Brüder die Band und überließ dort seinem Bruder Mark das Feld. Seither hat er zahlreiche Solo-Alben veröffentlicht. Auf seiner neuen Platte »Wishbones« demonstriert er einmal mehr sein Konzept von Popmusik: gute Songs und ein ausgefeilter Sound.

Carsten Heidböhmer

Dave Davies: Rock Bottom (Sancutary Records / Koch)

David Knopfler: Wishbones (Tru Note Records / Edel)

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