Destiny's Child Jung, erfolgreich, schön...


...und wieder vereint. Beyonce Knowles, Kelly Rowland und Michelle Williams haben sich wieder zusammengerauft und als "Destiny's Child" ein neues Album herausgebracht. Im Mai touren sie durch Deutschland.
Von Nele Justus

Nicht nur Mädchenherzen zerbrachen, als die Pop-Diven von Destiny’s Child im Dezember 2001 getrennte Wege gingen. Gerade noch hatten sie mit "Survivor" einen Nummer-eins-Hit gelandet, da sprachen die Drei auch schon von Solokarrieren. Eine endgültige Trennung sollte es jedoch nicht geben. "Wir kommen wieder" hatte Beyonce zum Abschied gesagt – und sie behielt Recht.

Fast drei Jahre nach dem Aus bringen die drei Grazien ein neues Album heraus, "Destiny Fulfilled" heißt es und wird am 15. November veröffentlicht. Die Arbeit an dem neuen Album war nicht immer leicht, berichten die Mädels. Gerade in der Anfangszeit war die Stimmung eher "angespannt". Tausende von Songs bekamen sie angeboten, 30 kamen in die engere Auswahl. Die Schwierigkeit war nur, dass die dann "alle gleich klangen"“, erzählt Beyonce. Elf Titel haben es am Schluss auf das Album geschafft. Ein erstes Ergebnis ist schon am 8. November zu hören. Dann erscheint die erste Single-Auskopplung "Lose My Breath".

Erste Schritte

Gegründet wurde die Girl-Band 1990 in Houston, Texas. Damals setzen sich zwei süße Mädchen im Alter von neun und zehn Jahren zusammen, um einmal Superstars zu werden - Beyonce Knowles und LaTavia Roberson. Kurze Zeit später erweitert Kelly (Kelendria) Rowland, die Cousine Beyonces, das Gespann. Als Manager setzt sich Beyonces Vater Mathew für die drei ein. Er gibt der Band den Namen "Destiny’s Child" und organisiert ihren ersten größeren Auftritt 1992 bei der Talentshow "Star Search". Ein Jahr später vervollständigt LeToya Luckett das Quartett. Es folgen jahrelanges hartes Training unter dem strengen Auge ihres Managers und diverse Auftritte in der Houstoner Nachtclubszene. Mit einem Plattenvertrag von Colombia Records kommt 1997 der ersehnte Durchbruch.

Auf dem Soundtrack zu "Men in Black" erscheint ihr erster aufgenommener Song "Killing Time". Wenig später, Anfang 1998, veröffentlichen sie ihr Debütalbum "Destiny’s Child". Gleich die erste Single "No, No, No" wird ein Kassenschlager und verkauft sich über eine Million Mal. In Europa schlagen die Schönheiten besonders ein. Treten sie in den USA noch als Vorgruppe für "Boyz II Men" auf, stehen sie in Deutschland vor ausverkauften Konzertsälen und schreienden Fans.

Das Zerwürfnis

Mit dem zweiten Album lassen sie nicht lange auf sich warten. Nur ein Jahr später erscheint "Writings on The Wall". Die erste Single "Bills, Bills, Bills" erstürmt die Charts und wird der erste Nummer-eins-Hit. Das Album erhält Platin. Aus Mädchen werden Superstars. Mit steigendem Erfolg wachsen jedoch auch die Spannungen in der Truppe. LaTavia und LeToya wollen, dass sich die Band vom Manager trennt. Als Gründe nennen sie, dass er zu viel Kontrolle ausübt und Tochter und Nichte zu sehr bevorzugt. Doch nicht der Manager muss gehen, sondern die zwei "Störenfriede". Der Rauswurf von LaTavia und LeToya bleibt jedoch nicht ohne Folgen: Sie verklagen Manager und Cousinen, weil sie sich hintergangen fühlen. Im Video von "Say My Name" lernen die Fans dann zwei neue Gesichter von "Destiny’s Child" kennen - Michelle Williams und Farrah Franklin.

Noch während die vier Gründungsmitglieder in der Presse ihre dreckige Wäsche waschen, geht ihr Album acht Millionen Mal über den Ladentisch. Doch das personelle Drama ist noch nicht ganz ausgestanden. Farrah Franklin muss schon fünf Monate nach ihrem Einstand wieder gehen. Als offizieller Grund werden die Versäumnisse von mehreren Promotion-Terminen und Auftritten genannt. Aber auch drei stimmgewaltige und gut aussehende Frauen sind genug, um den Erfolg noch weiter auszubauen. Für den Film "Charlie’s Angels" produzieren sie den Titel-Song "Independant Woman – Part 1", der sich elf Wochen auf Platz eins in den Charts hält.

Beim nächsten Album "Survivor" kristallisiert sich Beyonce mehr und mehr als die Frontfrau heraus. Einen großen Teil der Songs hat sie selbst geschrieben und auch produziert. Die Mühe hat sich geloht. Für "Survivor", das 2001 in die Läden kommt, bekommen die Superstars einen Grammy. Gerüchte über eine Trennung sind im Umlauf. Im Dezember bringen "Destiny’s Child" ihre Fans noch mit "8 Days of Christmas" in weihnachtliche Stimmung, um sich dann vorerst als Gruppe zu verabschieden.

Erfülltes Schicksal

Michelle Williams widmet sich fortan dem Gospel, Kelly Rowland tut sich mit Nelly zusammen und Beyonce Knowles ist neben Mike Myers im dritten "Austin Powers"-Film zu sehen. Die Musik hängt sie aber nicht an den Nagel. Als Solosängerin ist sie die erfolgreichste der drei. Und das nicht nur wegen der großartigen Stimme und den äußerst weiblichen Reizen. Sie wird als neue Stil-Ikone gefeiert.

Mit "Destiny Fulfilled" wollen die Schönheiten an ihren früheren Erfolg mit 40 Millionen verkauften Platten anknöpfen. Auf ihrer Welttournee, die sie durch 75 Konzerthallen in 16 Ländern führt, sind die heute 23-Jährigen auf vier Konzerten auch in Deutschland zu sehen. "Wir haben vor, die nächste Tour zu unserer größten und spektakulärsten zu machen", sagte Beyonce Knowles bei der Bekanntgabe der Konzertdaten in London. Freitag startet der Vorverkauf, und wer die Superweiber live erleben will, der sollte sich ranhalten, um eine der begehrten Karten zu ergattern.


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