Interview mit den No Angels "Wir gewinnen den Grand Prix"


Die No Angels treten am Samstag für Deutschland beim Grand Prix an. Im stern.de-Interview verraten die vier Sängerinnen, wie sie im Ostblock auf Stimmenfang gegangen sind, warum sie nur in Begleitschutz vor die Tür gehen dürfen und wieso Truthahn Dustin ihnen an den Busen wollte.

Im ersten Halbfinale sind neun Konkurrenten rausgeflogen, unter anderem Dustin the Turkey. Haben Sie den verrückten Iren wenigstens noch kennenlernen dürfen?

Nadja Benaissa: Ja, wir haben ihn auf der irischen Party in Belgrad kennengelernt. Er war sehr frech und witzig und hat versucht, uns in die Brust zu zwicken.

Er wollte Sie in die Brust zwicken?

Nadja Benaissa: Ja, hat er aber nicht geschafft. Wir waren schneller.

Was halten Sie überhaupt von solchen Spaßnummern. Singen konnte Dustin ja nicht.

Nadja Benaissa: Dustin muss man live sehen, dann macht das Ganze auch Sinn. Unter der Puppe sitzt ja ein Komiker, und der Typ macht das wirklich sehr gut. In Irland ist er damit sehr bekannt geworden. Und das Ganze lockert den Contest auf.

Wer sind Ihre schärfsten Konkurrenten?

Nadja Benaissa: Das ist ganz schwer zu sagen. Eine Live-Performance ist immer etwas anderes als eine Studioaufnahme. Bisher haben wir nur wenige Künstler auf der Bühne sehen können. Es wird darauf ankommen, wie sich die einzelnen Teilnehmer als Act präsentieren. Wir werden jedenfalls richtig Gas geben.

Beim Vorentscheid hatten Sie ein Trickkleid an. Wird das auch in Belgrad zum Einsatz kommen?

Lucy Diakowska: Wir haben ganz viele Tricks. Unser Bühnenoutfit ist allerdings ein ganz anderes als beim Vorentscheid. Wir haben versucht, was wirklich Eurovsionsmäßiges zu machen.

Wie sieht das aus?

Lucy Diakowska: Kurz, sexy, knapp, glamourös, aufreizend - einfach märchenhaft! Mehr wird noch nicht verraten.

Nach dem letzten Grand Prix war viel von "Ostblockmafia" die Rede und davon, dass sich die Osteuropäer die Stimmen gegenseitig zuschustern würden. Teilen Sie diese Kritik?

Sandy Mölling: War wohl schon so, dass die gegenseitig für sich angerufen haben. Dadurch, dass es in diesem Jahr zwei Halbfinals gibt, geht es ein bisschen gerechter zu.

Haben Sie im Vorfeld versucht, im sogenannten Ostblock auf Stimmenfang zu gehen?

Lucy Diakowska: Ich bin in Bulgarien geboren, Nadjas Oma ist Serbin. Deshalb haben wir sehr viele Pressekonferenzen in Bulgarien und den ehemaligen jugoslawischen Republiken gegeben. Einmal haben wir sogar auf Serbisch gesungen. Wir haben also schon versucht, mit diesen Ländern Verbindungen herzustellen. In Finnland und Dänemark haben wir das allerdings auch mitgemacht.

Werden Sie am Samstag beim Finale auch einen Teil des Liedes auf Serbisch singen?

Sandy Mölling: Bloß nicht! Das müssten wir vorher anmelden, sonst würden wir disqualifiziert werden.

Die strengen Regeln besagen angeblich auch, dass Sie nur in Polizeischutz vor die Tür gehen dürften. Stimmt das?

Sandy Mölling: Die European Broadcasting Union schreibt vor, dass wir stets in Begleitschutz sein müssen, sonst kann es mächtig Ärger geben. Nadja und ich hatten gestern einen halben Tag frei und waren abends in der Stadt, da waren dann auch Sicherheitsbeamte dabei, die uns abgeschirmt haben.

Haben Sie sich denn unsicher gefühlt?

Sandy Mölling: Nein, überhaupt nicht. Die Serben sind sehr nett, Belgrad ist wunderschön. Aber nach den Unruhen im Februar hielt man es offenbar für besser, die Sicherheitsvorschriften für ausländische Teilnehmer zu verschärfen.

Jessica Wahls ist krank und konnte nicht bei den Bühnenproben dabei sein. Werden wir am Samstag nur drei No Angels zu sehen bekommen?

Sandy Mölling: Jessica wird am Samstag definitiv dabei sein. Sie ist auf dem Weg der Besserung und wird wahrscheinlich schon am Freitag bei den letzten Proben mitmachen können.

Und Ihr Tipp, wer wird den diesjährigen Grand Prix gewinnen?

Sandy Mölling: Die No Angels natürlich!

Interview: Jens Maier

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