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Lordi: Schockrocker feiern "Monster-Sieg"

Ob ihnen die Musik gefällt oder nicht, die Finnen freuen sich riesig über den 1. Platz ihrer Schockrocker "Lordi" beim Eurovision Song Contest. Zum ersten Mal findet der Gesangswettbewerb in ihrem Land statt.

Hauptsache gewonnen: Ungeachtet persönlicher musikalischer Vorlieben haben am Sonntag viele Finnen den "Monster-Sieg" ihrer Schockrocker Lordi beim Song Contest in Helsinki gefeiert. Schließlich war es der erste finnische Sieg nach 40 meist äußerst erfolglosen Versuchen.

Anfängliche Skepsis, die Horror-Kostümierung der Band könnte dem Image Finnlands im Ausland schaden, verflog nach den ersten acht Punkten für die Band. Lordi gewann schließlich mit der Rekordpunktzahl 292 - mehr als 40 Zähler vor dem zweitplatzierten Russland. Staatspräsidentin Tarja Halonen gratulierte den Musikern telegrafisch und Kulturministerin Tanja Karpela war davon überzeugt, dass Lordis Sieg beweise, dass finnische Musik im Ausland erfolgreich sein könne.

Jackpot für Finnland

Der Geschäftsführer des finnischen Fernsehsenders YLE; Mikael Jungner, sprach von einem "Jackpot" für das skandinavische Land. "Andere kleine Länder haben es auch hingekriegt, eine Show auf die Beine zu stellen. Irgendwie werden wir das Geld auftreiben", sagte er. Hunderte feierten Lordis Sieg mit dem hinausgeschrienen "Hard Rock Hallelujah" überschwänglich mit Autokorsi und Straßenfesten. "Ich behaupte nicht, Rock-Fan zu sein", sagte eine Teilnehmerin, Nina Laisi. "Das ist nicht meine Lieblingsmusik, aber ich bewundere diese Burschen." Erkki Turunen erklärte, mit einem Bierglas in der Hand: "Das war nicht irgendein Unsinn. Das war wirklich cool."

Lieber Masken als Porno

Auch erklärte Rock-Gegner fanden Positives am Auftritt von Lordi wie die ihren 50. Geburtstag feiernde Aila Jantti: "Es ist absolut großartig, das Finnland gewonnen hat. Ich mag Rockmusik nicht, aber ich denke das Lordi mit ihren Masken und ihrem Gehabe besser als viele andere waren - insbesondere diesen Frauen in durchsichtiger Unterwäsche fast wie in einer Porno-Show."

Bandleader stammt aus dem tiefsten Lappland

Der Gründer der Band, Tomi Putaansuu, stammt aus dem lappländischen Rovaniemi, einem Städtchen am Polarkreis. Dort ist man mächtig stolz auf die Schockrocker. "Sogar ein Platz soll nach Lordi benannt werden", sagt Ritva Müller, Öffentlichkeitsbeauftragte der finnischen Zentrale für Tourismus in Frankfurt. Auf der Homepage der Stadt findet man unter www.rovaniemi.fi sogar eine Danksagung für Lordi, bisher allerdings nur auf Finnisch. Ob der Wettbewerb in der Hauptstadt Helsinki oder in Rovaniemi, der Hauptstadt von Finnisch-Lappland, stattfindet, steht noch nicht fest. Demnächst werden Lordi beim "Sauna Open Air Metal Festival" (www.sauna-open-air.fi) in der finnischen Region Tampere vom 8. bis zum 10. Juni auftreten. Auch nach Deutschland kommen Lordi, am 20. Juli werden sie beim "Earthshaker Fest" in Rieden-Kreuth in der Pfalz auftreten.

Lordis Reaktion auf den Sieg

Ihren Sieg werteten Lordi im Übrigen als Beweis, dass auch Rock-Fans den eher im Schlager verwurzelten Song-Contest verfolgen. Finnland war es bisher gewöhnt, bei der europäischen Länderumfrage kaum über "zero points" hinwegzukommen. Achtmal ging das Land mit null Punkten als Letzter aus dem Wettbewerb. Zweimal hatte man sogar die Meldung wieder zurückgezogen, weil man befürchtete, wieder letzter zu werden.

DPA/kbu / DPA