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Manipulations-Vorwürfe: Gracia droht ihren Kritikern

Chart-Manipulation sei in der Musikbranche normal, behauptet Grand-Prix-Kandidatin Gracia, nach den schweren Vorwürfen gegen ihren Produzenten. Ihren Kritikern würde sie "am liebsten in die Fresse hauen".

Gracia, die deutsche Grand-Prix-Kandidatin habe sich ihre Teilnahme an dem europäischen Sangeswettbewerb erschlichen, hieß es Anfang der Woche. Ihr Manager David Brandes soll durch gezielte Aufkäufe von CDs die Charts manipuliert und auf diese Weise Gracia in letzter Minute einen Startplatz für den Grand-Prix-Vorentscheid gesichert haben.

Jetzt bliesen die beiden zum Gegenangriff und gaben die Vorwürfe an andere Künstler weiter: "Jeder in der Musikbranche weiß doch, dass die Charts immer wieder durch gezielte CD-Käufe manipuliert werden". Ihre Kollegin Jeanette Biedermann habe das auch gemacht, sagte die Sängerin. "Da sind sogar die CD-Kaufbelege ihres Managers gefunden worden", fügte sie hinzu. Sie finde es verachtenswert, wie alle auf ihr herumhacken würden, sagte die 22-Jährige der "Bild"-Zeitung und teilte hart aus: "Diesen Heuchlern würde ich am liebsten in die Fresse hauen". Nicht weniger aggressiv äußerte sich auch Gracias Manager David Brandes. Der Zeitung sagte er, dass die Vorwürfe völlig haltlos seien. "Wir werden uns in die Charts wieder reinklagen", wird er zitiert.

Nachdem sich Hinweise auf die Manipulation verdichtet hatten, wurden am Montag vier Singles und zwei Alben des Produzenten aus den Charts genommen, darunter auch "Run & Hide" von Gracia. Die Firma Media Control, die die wöchentlichen Charts erhebt, habe den Verdacht, dass die Titel gezielt gekauft worden seien, hatte der Bundesverband der Phonographischen Industrie mitgeteilt. Auf diese Weise wollte Brandes sich offenbar eine Platzierung innerhalb der Top 100 sichern. Der Ausschluss aus den Charts richte sich aber nicht gegen die betroffenen Künstler oder ihre Vertriebsfirmen. Von dem Ausschluss betroffen sind neben der Gracia-Single die Titel "I Know" und "Blue Tattoo" von Vanilla Ninja, "Heaven is a Place on Earth" von Virus Incorporation sowie die Alben "Traces of Sadness" und "Blue Tattoo" von Vanilla Ninja.

DPA / DPA
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