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Chart-Manipulation: Hat sich Gracia ihr Grand-Prix-Ticket erschummelt?

Durch ihre Hitparaden-Platzierung konnte sich Gracia in letzter Minute einen Startplatz für den Grand-Prix-Vorentscheid sichern - und gewann den Wettbewerb. Jetzt steht ihr Produzent in Verdacht, die Charts manipuliert zu haben.

Von Carsten Heidböhmer

Das hat es in der 28-jährigen Geschichte der Chart-Ermittlung bislang noch nicht gegeben: Erstmals wurden die Titel von drei Gruppen wegen des Verdachts der Manipulation aus den Hitlisten genommen. Neben dem aktuellen Titel "Run & Hide" der deutschen Grand-Prix-Kandidatin Gracia sind auch die Gruppen Vanilla Ninja ("I know", "Blue Tatoo") und Virus Incorporation ("Heaven is a place on earth") betroffen. Das erklärten der Bundesverband Phono und das Marktforschungsunternehmen Media Control in Baden-Baden, das wöchentlich die Platzierung der Top 100 der Musikbranche ermittelt. Gegen den Produzenten David Brandes, der für alle der betroffenen Künstler tätig ist, bestehe der Verdacht der Chart-Manipulation, weil er mit gezielten Aufkäufen von CDs in Verbindung gebracht werde.

An den Bundesverband Phono waren zuvor entsprechende Hinweise getragen worden. Zudem hatte man beim Verband "auffällige Datenstrukturen" beobachtet, wie Dr. Hartmut Spiesecke, Leiter der Presse- und Öffentlichkeitsarbeit des Bundesverbandes der Phonographischen Wirtschaft auf Anfrage von stern.de mitteilte. Gleichzeitig betonte er, dass die Ermittlung sich nicht gegen die Künstler oder die Plattenfirmen richte, sondern ausschließlich gegen den Produzenten David Brandes. Bislang bestehe aber nicht mehr als ein Verdacht. Im Laufe des Monats sei mit konkreten Ergebnissen zu rechnen. Die Chart-Verbannung gilt zunächst für drei Wochen. Weitere Sanktionen seien nicht ausgeschlossen.

Brisant an der ganzen Affäre: Gracia hatte sich im März nur über ihre Chart-Platzierung ("Wild Card") für die Grand-Prix-Vorausscheidung qualifiziert - und dann den Wettbewerb und damit das Ticket nach Kiew gewonnen. Wenn sich nun aber herausstellen sollte, dass der 20. Platz ihres Songs "Run & Hide"in den Hitlisten erschummelt war, könnten die Karten für den Grand Prix neu gemischt werden.

NDR stellt sich hinter Gracia

Um derartigen Spekulationen von vornherein den Wind aus den Segeln zu nehmen, stellte sich der für den Grand Prix verantwortliche Sender NDR demonstrativ hinter die Sängerin: "Gracia bleibt die Vertreterin Deutschlands beim Eurovision Song Contest am 21. Mai 2005 in Kiew, da sie die Zuschauerabstimmung im deutschen Vorentscheid am 12. März 2005 mit deutlicher Mehrheit gewonnen hat." Für den NDR ist "nicht erkennbar, warum die Zuschauerentscheidung hätte anders ausfallen sollen, wäre Gracia ohne Chartplatzierung regulär angemeldet worden." Entscheidend ist für den Sender die Korrektheit der Telefon- und SMS-Abstimmung während der Sendung, die durch eine nachträgliche Überprüfung noch einmal bestätigt worden sei.

Das Marktforschungsunternehmen Media Control hatte eine ungewöhnliche Bündelung von gezielten Käufen für die betreffenden Titel festgestellt. Der betroffene Zeitraum der Manipulation beziehe sich "nicht nur auf die aktuelle Woche", die Media Control gegenüber stern.de bekanntgab. Auch Dr. Spiesecke vom Bundesverband Phono bestätigte, dass Manipulationen in dem Zeitraum stattgefunden haben könnten, in dem sich Gracia über ihre Chartplatzierung für die Grand-Prix-Teilnahme qualifiziert hat. Der dafür relevante Stichtag war der 8. Februar. Ein Platz unter den Top 40 war damals nötig.

Gracia singt für Deutschland

Die frühere RTL-"Superstar"-Kandidatin Gracia hatte sich am 12. März mit ihrem Chart-Hit "Run & Hide" beim deutschen Vorentscheid in Berlin gegen neun Konkurrenten durchgesetzt. Im Finale der ARD-Sendung konnte sie Ralph Siegels Duo Nicole Süßmilch & Marco Matias nur knapp hinter sich lassen. Damit fährt Gracia Baur am 21. Mai für Deutschland zum Grand-Prix-Finale nach Kiew. Die von der Chartverbannung ebenfalls betroffene Gruppe Vanilla Ninja vertritt die Schweiz beim Grand Prix.

Passenderweise hatte sich das Mädchen-Quartett bereits vor dem Start ihrer gemeinsamen Tournee mit Gracia von David Brandes als Manager getrennt und die Managementtätigkeiten an Artist Division übertragen. Brandes, der auch schon Chris Norman und E-Rotic produziert hatte, bleibt aber bis auf weiteres Produzent der Gruppe. Sebastian Lang, einer der beiden neuen Manager, kündigte an, Vanilla Ninja sei an einer schnellen Aufklärung der Vorwürfe interessiert. "Bei Vanilla Ninja geht es um 500.000 bis 600.000 Tonträger - soviel kann nicht einmal Herr Brandes gekauft haben."

Oldtimer gekauft - bei Instandsetzung Unfallschäden entdeckt
Hallo, ich habe mir vor ein paar Wochen einen amerikanischen Oldtimer gekauft - ein Import aus den Staaten, bekam hier eine Vollabnahme und H-Gutachten. Aufgrund der Entfernung konnte ich den Wagen jedoch lediglich auf Fotomaterial besichtigen und auf den Fotos sah er aber sehr gut aus - hatte wenig Laufleistung und wurde auch beim Gespräch mit dem Verkäufer am Telefon mit einem guten Zustand beworben. Nach der Lieferung fielen mir dann sofort 2 Roststellen auf, wo ich mir noch sagte "Hey - das Auto ist 40 Jahre alt - darf es haben, also reparierst du es einfach". Bei der Reparatur stellen sich dann jedoch weitere Roststellen heraus, die sogar zur Demontage der Innenverkleidungen, Kotflügel und Windschutzscheibe führten. Aber Ok - altes Auto. Der Wagen ging daraufhin zum Lackierer und wurde dort weiter behandelt. Dabei kamen dann weitere Mängel zum Vorschein: Die Beifahrertüre wurde bereits im unteren Bereich dick mit Spachtel überzogen - die Unterkante wurde ausgetauscht und von innen nicht versiegelt - das Blech rostete durch. Jedoch war das gesamte untere Türdrittel komplett verbeult - dazu braucht es schon einen recht großen Hammer. Ca. 8mm dicke Spachtelbrocken musste ich abschlagen. An einer Stelle wurde das Blech der Seitenwand bereits ausgetauscht. Durch die schlechte Arbeit waren Blechteile vollständig durchrostet. Auf der anderen Seitenwand hatte der Wagen einen weiteren Treffer kassiert - das Blech war eingedrückt und wurde mit massig Spachtel übergetüncht. Von außen nur anhand sehr schlechtem Lackbildes zu sehen und von innen sind deutlich Schweißpunkte vom Blechzughammer erkennbar. Auch die Seitenscheiben waren stümperhaft montiert. Diese wurden nicht mit Scheibenkleber, sondern einer kaugummiartigen Substanz montiert und fielen bei der Demontage der Zierleisten dem Lackierer bereits entgegen. Laut Verkäufer wurden die Seitenwände zwar überlackiert (was man auch sehen konnte), ein Grund wurde jedoch nicht genannt - angeblich schlechter Lack oder Kratzer. Nun meine Frage: Im Kaufvertrag ist der Wagen wie folgt beschrieben: "Keine Unfallschäden laut Vorbesitzer" "Dem Verkäufer sind auf andere Weise keine Unfallschäden bekannt" Weitere Regelungen gibt es im Kaufvertrag nicht. Durch die Beseitigung der Durchrostungen an den unfachmännisch ausgeführten Blech- und Spachtelarbeiten ist der Preis für die Lackierung deutlich gestiegen. Kann man beim Verkäufer hierfür mitunter Schadensersatz geltend machen? Gekauft wurde das Fahrzeug Mitte Dezember 2018, geliefert in der 2ten KW im Januar. Danke im Voraus für eure Antworten.