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Geburtstag: Legende, Idol und ewiger Macho: Hallyday wird 60

"Wenn Elvis Presley noch leben würde, gesund und ein Franzose wäre, dann würde er Johnny Hallyday heißen", dieses Bekenntnis der "New York Times" zeigt, dass der "Gott der Musikszene" dies eben nicht nur im eigenen Lande ist.

Er ist ein Idol, eine Legende, ein Star. "Gott der Musikszene" oder "Johnny, Teil unseres Kulturerbes" heißt es derzeit in den Sondernummern und Sonderbeilagen der französischen Boulevardblätter und Kulturzeitschriften. Johnny Hallyday, der am kommenden Donnerstag (15. Juni) seinen 60. Geburtstag feiern wird, ist immer noch der Altrocker, der Stadien füllt und spektakuläre Mega-Konzerte veranstaltet.

Mehr als vier Jahrzehnte lang hat er das Show-Geschäft unbeschadet überstanden und wird in Frankreich als Star, Legende und Rockidol gefeiert - nach wie vor mit dunkler Sonnenbrille, Lederjacke, Cowboystiefeln und Goldkettchen auf der Bodybuilding-Brust.

Er ist wie eine Musikbox

Johnny Hallyday ist der Beweis, dass auch im schnelllebigen Business so etwas wie "bleibende Werte" ihre Chance haben. Wenn der Altrocker mit den blauen Augen am Donnerstag im riesigen Stadium Parc des Princes zu seinem 60. Geburtstag aufspielt, kann er sich einer Sache sicher sein: Die altersgrauen und jungen Fans werden wie immer in Jubel ausbrechen. Für viele ist ein Livekonzert mit Johnny wie ein Besuch im Elvis-Anwesen Graceland in Memphis (US-Bundesstaat Tennessee).

Das Erfolgsgeheimnis des Altrockers? "Er ist wie eine Musikbox. Er passt seine Musik den Zeiten an", schrieb das französische Magazin "Le Point". So ließ er 1965 in seiner Musik etwas Blues mitschwingen, 1975 sattelte er voll auf Hardrock um, und 1980 integrierte er den Synthesizer. Johnny Hallyday ist unermüdlich - auch auf der Bühne.

Aussterbende Spezies im Showgeschäft

Im Jahr 1998 hatte Hallyday mit einem dreistündigen Mega-Spektakel das mehr als 70.000 Menschen fassende Stade de France vor den Türen Paris gefüllt - sogar Frankreichs Präsident Jacques Chirac mit Gattin Bernadette und Tochter Claude waren gekommen, um den Star zu bewundern, der sich am Seil eines Hubschraubers in das eigens für die Fußballweltmeisterschaft gebaute Stadion einfliegen ließ. Zwei Jahre zuvor hatte der Sänger Schlagzeilen gemacht, als er zu seinem Konzert in Las Vegas 5000 Fans aus Frankreich einlud. Und im Millenniumsjahr gab er ein gigantisches Gratiskonzert vor dem Eiffelturm.

Weit mehr als 100 Millionen Platten hat der Sänger verkauft, der einmal mit dem Spruch die Szene verprellte, aus der Rock-Ära sei neben ihm nur noch Mick Jagger übrig. Johnny Hallyday gehört zu einer aussterbenden Spezies im Showgeschäft - dem knallharten Kerl und ewigen Verführer. Trotz dieses Macho-Images’ lieben ihn auch die Frauen.

Ziel: Star im Land der Stars zu werden

Noch immer sind täglich zwei, drei Stunden Krafttraining angesagt, bekennt der Altrocker stolz. Nach mehr als eineinhalb Monaten Vorbereitung in Los Angeles - wohin sich Hallyday regelmäßig zurückzieht, um sich auf seine Mega-Spektakel vorzubereiten - will er nun am 15. Juni dem Publikum zu seinem Geburtstag im Parc des Princes einen spektakulären Auftritte bieten. Das Programm ist noch ein gut gehütetes Geheimnis. Mehr als 75.000 Fans werden erwartet.

Doch sein allergrößtes Ziel ist es, Star im Land der Stars zu werden und Amerika zu erobern - als Sänger und als Schauspieler. Hallydays Traum könnte Wirklichkeit werden. Seine schauspielerische Leistung in Patrice Lecontes Film "L’homme du train" (etwa: Der Mann im Zug) wurde von Amerikas Kritikern überschwänglich gelobt. Bald dürfte er auch in einem Hollywood-Film an der Seite von Sharon Stone zu sehen sein. Die renommierte "New York Times" ließ sich zu einem besonderen Kompliment hinreißen: "Wenn Elvis Presley noch leben würde, gesund und ein Franzose wäre, dann würde er Johnny Hallyday heißen."

Sabine Glaubitz