Johnny Cash The "King of Country Music"


Johnny Cash war der "King of Country Music", eine Legende schon zu Lebzeiten. Der Sänger mit der markanten rauen Stimme machte die Country-Music auch außerhalb der USA populär.

Johnny Cash war der "King of Country Music", eine Legende schon zu Lebzeiten. Der Sänger mit der markanten rauen Stimme machte die Country-Music auch außerhalb der USA populär. In den letzten Jahren war Cash zunehmend gezeichnet von einer schweren Nervenkrankheit. Er verzichtete daher auf öffentliche Konzerte und beschränkte sich auf die Arbeit im Studio.

Die "wahre Stimme Amerikas"

Cash sang vor Präsidenten und Strafgefangenen. Der einstige US-Präsident Richard Nixon nannte ihn einmal die "wahre Stimme Amerikas, so reichhaltig und stark wie die Nation selbst". Cash steht in einer Reihe mit Jimmie Rodgers und Hank Williams, den Begründern der zeitgenössischen Country Music. Cash habe die Maßstäbe gesetzt, sagte Sängerkollege Kenny Rogers vor Jahren bewundernd.

Zusammen mit Elvis Presley, Jerry Lee Lewis und Carl Perkins schuf Cash in den 50er Jahren den Rockabilly, eine Synthese aus harter Countrymusic und Rythm and Blues. In den 60er Jahren war er mit seinen Songs, in denen er sich für die Unterprivilegierten einsetzte, der erste zornig-kritische Country-Sänger.

Glänzendes Comeback in den 90ern

In den 90er Jahren schaffte Cash nach mehrjähriger Funkstille ein glänzendes Comeback und scharte eine neue Fangemeinde um sich. Die Platten, die in Zusammenarbeit mit dem Produzenten und HipHop-Guru Rick Rubin seit "American Recordings" (1994) entstanden sind, begründeten Cashs späten Ruhm als Pate für eine junge Country- und Folk-Bewegung, die respektvoll mit uramerikanischen Traditionen umzugehen lernt. Dem künstlichen Nashville-Sound mit der Fließbandproduktion kehrte er damit endgültig den Rücken. Neben Willie Nelson und dem 2002 gestorbenen Waylon Jennings war Cash einer der Wegbereiter der Alternativ-Bewegung in der Country-Szene.

Cash nahm über 1.500 Songs auf. Elf Mal wurde er mit dem Grammy geehrt; einen dieser renommierten Musikpreise bekam er 1999 für sein Lebenswerk. Daneben erhielt er sechs Mal eine Auszeichnung der Country Music Association. 1980 wurde Cash in die Ruhmeshalle der Country-Music (Country Music Hall of Fame) aufgenommen und 1992 in die Rock and Roll Hall of Fame. Bis zur Aufnahme von Elvis Presley in die Country-Music Hall of Fame 1998 war Cash der einzige, dem beide Ehrungen zuteil wurden.

Seine erste Gitarre kaufte er in Deutschland

Cash wurde 1932 in Kingsland im Südstaat Arkansas geboren und wuchs zusammen mit sechs Geschwistern in ärmlichen Verhältnissen auf. Die ersten Schritte zu seiner musikalischen Karriere machte er Anfang der 50er Jahre als US-Soldat in Deutschland, wo er bei einer Luftwaffeneinheit im bayerischen Landsberg stationiert war. Seine erste Gitarre habe er in Deutschland gekauft, erzählte Cash in einem Interview. Zwei seiner populärsten Songs, "Folsom Prison Blues" und "I Walk The Line", schrieb er in Deutschland. Außerdem gründete er damals eine Country-Band, die Landsberg Bavarians.

Nach der Entlassung aus der Armee ging Cash nach Memphis und schlug sich zunächst mit Gelegenheitsarbeiten durch. Mit einem Plattenvertrag bei Sam Phillips legendären Sun Records, wo auch Presley unter Vertrag war, begann dann 1955 seine steile Karriere. Mit der Gruppe Tennessee Three veröffentlichte Cash am 21. Juni 1955 seine erste Single mit den Songs "Hey Porter" und "Cry, Cry, Cry", die in ihrer Verbindung aus Rock und Country so typisch für Cash waren.

1969 verkaufte er mehr Alben als die Beatles

1958 wechselte er zu Columbia Records, wo er bis 1987 unter Vertrag stand, zum Superstar aufstieg und die Country-Music auch in Europa populär machte. Cash, wegen seiner dunklen Kleidung "der Mann in Schwarz" genannt (auch Titel seiner Autobiografie und einer seiner Songs), beschreibt in vielen seiner Lieder das Leben der kleinen Leute, der Unterprivilegierten, der Minderheiten. Er trat kostenlos in Gefängnissen auf; am bekanntesten sind seine Konzerte in den Gefängnissen von San Quentin und Folsom in Kalifornien, von denen es auch Alben gibt. Mit beiden Alben überflügelte Cash 1969 in den Verkaufszahlen sogar die Beatles.

Verheiratet war Cash in zweiter Ehe seit 1968 mit June Carter, einer Tochter von Maybelle Carter, die mit der Carter Family in den 30er und 40er Jahren Country-Geschichte schrieb. June Carter trat bei den Konzerten an der Seite ihres Mannes auf. Sie schrieb auch Songs für ihn, darunter als Mitautorin den Klassiker "A Ring of Fire". June Carter Cash starb im Mai 2003 im Alter von 73 Jahren. Im September 2003 ist auch ihr Mann gestorben. Seine Musik aber lebt auch nach seinem Tod weiter.


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