HOME

Zeichen gegen Antisemitismus: Bürgermeister sagt Kollegah-Konzert ab - wegen des Datums

Eigentlich wollte er Anfang November ein Konzert geben. Doch die Stadt Rastatt erteilte Kollegah eine Absage. Der Grund hängt mit dem Datum zusammen.

Kollegah

Der Düsseldorfer Rapper Felix Blume alias Kollegah bei der Echo-Verleihung im April 2018.

Getty Images

Kollegah steht bereits in den Startlöchern: Am 7. November startet seine große "Monument Tour". Bis zum 14. Dezember wollte der Gangsterrapper eigentlich 23 Auftritte absolvieren. Doch so ganz wird sich sein Vorhaben nicht umsetzen lassen: Die Stadt Rastatt hat sein für den 9. November geplantes Konzert abgesagt.

Der Grund für diesen ungewöhnlichen Schritt hängt mit dem Datum des geplanten Auftritts zusammen. Am 9. November 1938 steckten die Nationalsozialisten in der Reichspogromnacht Synagogen in Brand, zerstörten jüdische Geschäfte und attackierten Juden. 

Der Gemeinderat votiert gegen Kollegah

An diesem Tag einen Künstler auftreten zu lassen, der wiederholt mit antisemitischen Texten aufgefallen ist, wollte die Stadt verhindern. Mit großer Mehrheit stimmte der Gemeinderat von Rastatt dafür, das Konzert abzusagen, das in der BadnerHalle stattfinden sollte. Dabei nimmt die Stadt auch das Entstehen von Folgekosten in Kauf.

"Wir alle sind gefordert, hier ein klares Zeichen zu setzen", sagte Oberbürgermeister Hans Jürgen Pütsch von der CDU. "Denn als aufrechte Demokraten tragen wir Verantwortung, das Erinnern an die Gräueltaten des Naziregimes am 9. November hochzuhalten." Man sei gefordert, Vorbild zu sein und der Verwahrlosung der Gesellschaft entgegenzutreten. Dazu gehöre auch die Verrohung der Sprache, die Kollegah in seinen Texten zum Ausdruck bringe. "Dafür sollte es in Rastatt keinen Platz geben."

Antisemitische Texte

Kollegah, der mit bürgerlichem Namen Felix Blume heißt, hatte im vergangenen Jahr für einen Eklat gesorgt. Zusammen mit Farid Bang hatte er den Song "0815" veröffentlicht, der Textzeilen enthielt wie "Mein Körper definierter als von Auschwitzinsassen" und "Mache wieder mal 'nen Holocaust, komm an mit dem Molotow". Daneben hat Kollegah auch Videos veröffentlicht, die als antisemitisch kritisiert wurden, etwa zum Song "Apokalypse".

Diesem Künstler möchte die Stadt Rastatt kein Podium geben. Nicht am 9. November. Und auch – das machte der Gemeinderat in der Pressemitteilung deutlich – an keinem anderen Tag.

Quelle: Stadt Rastatt

che
Themen in diesem Artikel