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Komponist Henri Dutilleux: Tod eines großen Avantgardisten

Er galt als Klassiker der Moderne. Dirigent Kurt Masur nannte ihn einst den "bedeutendsten" Komponisten Frankreichs. Jetzt ist Henri Dutilleux im Alter von 97 Jahren in Paris gestorben.

Der französische Komponist Henri Dutilleux ist im Alter von 97 Jahren gestorben. Der als bedeutender Avantgardist geltende Dutilleux starb nach Angaben seiner Familie am Mittwoch in Paris. Mit seinen komplexen und doch zugänglichen Kompositionen wurde er auch als Klassiker der Moderne bezeichnet. Er galt als musikalischer Einzelgänger, der jedes Aufsehen um seine Person vermied. Dirigent Kurt Masur bezeichnete ihn einmal als den "bedeutendsten lebenden Komponisten Frankreichs".

Für seine Arbeit hatte der Franzose 2005 den mit 150.000 Euro dotierten internationalen Ernst von Siemens Musikpreis erhalten. Der in Angers bei Nantes geborene Dutilleux arbeitete zeitweilig als Chorleiter und Pianist. Den Durchbruch als Komponist schaffte er 1959 mit seiner zweiten Sinfonie "Le Double" und 1964 mit dem Orchesterstück "Métaboles".

Dutilleux stand in der Tradition von Komponisten wie Maurice Ravel oder Claude Debussy. Der französischen Musikkritiker Dominique Jameux schrieb einmal über die Arbeiten: "Ein Werk von Dutilleux ist vor allem schön." Er selbst urteilte: "Wenn das, was du zu sagen hast, nicht schöner ist als die Stille, dann schweig." Bedeutende Interpreten wie George Szell, Daniel Barenboim, Sergiu Celibidache, Simon Rattle oder Christoph Eschenbach haben seine Werke aufgeführt.

kgi/DPA / DPA
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