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Live-Earth-Konzerte: Wolkenbruch und Klimabass

Weltweit konzertieren Bands, um auf den Klimawandel aufmerksam zu machen - und in Deutschland regnet es. Gleichwohl: Den Fans scheint's zu gefallen, sie tanzten ausgelassen, als Shakiras Hüftschwung in Hamburg das Line-Up eröffnete.

Zunächst sah es im Hamburger Volksparkstadion mau aus: Die Veranstalter hatten nur zwei Drittel der 45.000 Tickets verkaufen können. Außerdem regnete es in Strömen. Doch die Fans ließen sich nicht davon irritieren und feierten Latino-Star Shakira, die kurz nach 14 Uhr das Line-Up eröffnete. Das nur 1,50 große Energiebündel sang "Don't bother", kreiste mir den Hüften und warf ihre Haare in den Nacken. Die Fans sangen begeistert mit, auch ihren Hit "Hips Don't Lie" ("Hüften lügen nicht").

Danach heizte Snoop Dogg mit Hip-Hop-Beats ein, der Innenraum war nur etwa halbvoll, aber die Zuschauer reagierten mit lauten Sprechchören auf Snoops Performance. Später tischte Grand-Prix-Recke Roger Cicero seine Swing- Musik auf - neben dem Hit "Zieh' die Schuh aus" auch "Frauen regier'n die Welt".

London und Sidney ausverkauft

Nach der Berliner Elektropop-Band MIA und Sasha starteten Silbermond, die derzeit erfolgreichste deutsche Rockband. "Großen Respekt, dass ihr trotz des Regens aushaltet", rief Sängerin Stefanie Kloß. "Lasst uns ein kleines Lebenszeichen in die Welt senden!" Dann animierte sie sämtliche Besucher der Arena dazu, munter auf- und abzuspringen.

Bis zum späten Abend wurden auf der Bühne noch zahlreiche andere Sangeshelden erwartet, unter ihnen Enrique Iglesias, Reamonn, Revolverheld und Jan Delay. Rund um den Globus finden noch acht andere offizielle "Live Earth"-Konzerte statt, in London und Sidney waren die Karten im Gegensatz zu Hamburg innerhalb kurzer Zeit ausverkauft.

Zwei Milliarden sollen mitfeiern

Die Konzertserie wurde von dem Umweltaktivisten und früheren US-Vize-Präsidenten Al Gore initiiert, um auf die drohenden Folgen des Klimawandels aufmerksam zu machen. Insgesamt solle das globale Musikspektakel über die verschiedenen Zeitzonen hinweg rund 24 Stunden dauern. Zusammen mit der Übertragung im Internet und im Fernsehen wolten die Veranstalter mehr als zwei Milliarden Menschen erreichen.

Bereits um 3.00 Uhr Samstagnacht hatte das erste Konzert in Australien begonnen. Vor 45.000 Mensche gastierten unter anderem heimische Bands wie Sneaky Sound System und Crowded House im Aussie- Football-Stadion in Sydney. Weitere Austragungsorte sind Tokio, Schanghai, London, Johannesburg, New York, Washington und Rio de Janeiro.

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