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MTV Video Music Awards: Madonna gedenkt der verstorbenen Aretha Franklin - und erntet Shitstorm

Sie wollte der verstorbenen Aretha Franklin gedenken. Doch Madonnas Auftritt bei den MTV Video Music Awards drehte sich vor allem um sie selbst. Dafür erntete die Sängerin viele Kritik.

MTV Video Music Awards: Madonnas Ehrung von Aretha Franklin - und vier weitere Highlights der Verleihung

Die  MTV Video Music Awards standen am Montagabend ganz im Zeichen der verstorbenen Aretha Franklin. Es war Madonna vorbehalten, der Queen of Soul ihre Reverenz zu erweisen. In einer zehnminütigen Rede erinnerte die Popsängerin an Franklin - und sprach dabei viel über sich. Madonna erinnerte daran, dass sie in ihren frühen Tagen als aufstrebende Sängerin und Tänzerin eine A-cappella-Version von Hit "(You Make Me Feel Like) A Natural Woman" zum Besten gab. 

Vielen Zuschauern enthielt die Würdigung jedoch deutlich zu viel und zu wenig Aretha. In den sozialen Medien musste die 60-Jährige zum Teil heftige Prügel einstecken. Die schärfste Kritik kam von Alicia Garza, der Mitbegründerin der "Black lives matter"-Bewegung. "Sie haben Aretha gerade weiß gemacht, und sie ist noch nicht einmal kalt", schrieb sie in einem Tweet.

Auch bei anderen Usern stieß auf Unverständnis, weshalb mit Madonna ausgerechnet eine Künstlerin der verstorbenen Soul-Queen gedenken durfte, die als Verkörperung der weißen Popkultur gilt und die sich über die Jahre viele von schwarzen Künstlern geprägten Trends angeeignet und kommerzialisiert hat.

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Madonna wurde am Todestag von Aretha Franklin 60

Die Erklärung ist vermutlich ganz banal: Am vergangenen Donnerstag, dem Todestag von Aretha Franklin, feierte Madonna ihren 60. Geburtstag. Offenbar reichte diese Koinzidenz schon aus, um eine der wichtigsten Soul-Künstlerinnen des 20. Jahrhunderts zu ehren.

Es ist nicht das erste Mal, dass Madonna mit ihrem Gedenken an einen schwarzen Künstler polarisiert. 2016 sollte sie bei den Billboard Music Awards einen Tribute-Song für den kurz zuvor verstorbenen Prince singen. Für ihre Version von "Purple Rain" erntete sie damals Hohn und Spott. "Wer auf die Idee kam, dass Madonna das Prince-Tribute singen soll, gehört gefeuert", lautete damals ein Tweet. 

Am Montagabend war die Kritik fast identisch: "Wer immer Madonna auf die Bühne gelassen und sie den Tribut für Aretha Franklin geben ließ (...) sollte seinen Job verlieren", schrieb Alicia Garza.

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che