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Miriam Makeba: "Mama Afrika" ist tot

Die südafrikanische Sängerin und Bürgerrechtlerin Miriam Makeba ist im Alter von 76 Jahren gestorben. Der Nachrichtenagentur Ansa zufolge erlag die als "Mama Afrika" bekannte Musikerin offenbar einem Herzinfarkt. Kurz zuvor hatte die Sängerin im italienischen Castel Volturno noch auf der Bühne gestanden.

Südafrikas Musikstar Miriam Makeba ist tot. Die mit dem Hit "Pata, Pata" weltberühmt gewordene einstige Anti-Apartheid-Aktivistin starb in einer Klinik in Süditalien im Alter von 76 Jahren an einem Herzinfarkt. Kurz zuvor hatte sie im italienischen Castel Volturno noch ein Konzert gegeben. Ihr Manager bestätigte am Montagmorgen entsprechende Informationen der italienischen Nachrichtenagentur Ansa. Makeba habe bereits seit längerem an schwerer Arthritis gelitten, aber dennoch mit einem ihrer Enkel an einem neuen Album gearbeitet. Die Sängerin war am 4. März 1932 in Johannesburg zur Welt gekommen.

Sie war die gefeierte "Mama Afrika"

Die in ihrer Heimat respektvoll "Mama Afrika" genannte Künstlerin hatte sich und ihre Lieder stets in den Dienst von Freiheit, Gerechtigkeit und Völkerverständigung gestellt. Ihr Kampf gegen Unrecht und Rassentrennung in ihrer Heimat brachte der Schauspielerin, Autorin und Komponistin Auszeichnungen und Ehrungen aus aller Welt ein.

Sie teilte sich die Bühne mit großen Jazzern wie Dizzy Gillespie und Nina Simone und sang 1962 neben Marilyn Monroe auf der Geburtstagsparty von US-Präsident John F. Kennedy. Ihr Geburtstagsständchen "Wimoweh" wurde als "The Lion Sleeps Tonight" - für andere - ein Kassenschlager.

Harry Belafonte war ihr großer Förderer

Ihre ersten Vorstellungen vor Publikum hatte Makeba als Schülerin im Chor in Pretoria, später tingelte sie mit ihrer Band Cuban Brothers und ab 1953 mit den Manhattan Brothers durch Clubs und Hotelbars. Den Sprung nach Übersee machte sie 1959: Damals lud der Dokumentarfilmer Lionel Rogosin, der sie in seinem Anti-Apartheid-Film "Come Back Africa" gefilmt hatte, die Südafrikanerin zur Teilnahme am Filmfest in Venedig ein. Und Ende des Jahres holte Harry Belafonte sie zu Konzerten nach New York und Los Angeles.

Der Weg ins Ausland allerdings führte nicht nur zu den erhofften Engagements auf renommierten Bühnen, sondern begründete auch Makebas mehr als 30 Jahre währendes Exil. Wegen ihres Einsatzes gegen die Rassendiskriminierung blieb der Künstlerin die Einreise nach Südafrika verweigert. Erst Nelson Mandela holte sie 1990 nach dem Ende der Apartheid zurück.

Makebas Engagement für Frieden und gegen Rassismus wurde 2001 auch mit der Otto-Hahn-Friedensmedaille der Deutschen Gesellschaft für die Vereinten Nationen belohnt.

DPA/AP / AP / DPA