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Protest: US-Radiobann gegen die Dixie Chicks

Nach Kritik an US-Präsident Bush ist die US-Countryband Dixie Chicks von mehreren Radiosendern in den USA aus dem Programm verbannt worden. Da half ihnen auch eine nachträgliche Entschuldigung nicht mehr.

Nach Medienberichten soll Sängerin Natalie Maines der preisgekrönten Band bei einem Konzert in dieser Woche in London gesagt haben, dass sie sich schäme, dass der Präsident der Vereinigten Staaten aus dem Texas komme. Die Dixie Chicks starteten ihre Karriere in dem US-Bundesstaat. Nach Angaben von Radiobetreibern wurden die Dixie Chicks dann aus dem Programm gestrichen, nachdem sich Hörer über die unpatriotische Kritik an Bush beschwert hatten. In Kansas City rief ein Sender die Hörer am Freitag dazu auf, CDs und Konzertkarten der Band in den Müll zu werfen.

Große Mehrheit für Radiobann

Auf der Webseite der Station KILT aus Houston unterstützten in einer Umfrage 77 Prozent der Hörer die Entscheidung, die Dixie Chicks zunächst nicht mehr zu spielen. "Die Menschen sind geschockt", sagte Programmdirektor Jeff Garrison des zum Viacom-Konzern gehörenden Senders KILT. Sie könnten nicht glauben, dass aus Texas Kommende den Staat und den Präsidenten attackiert hätten, sagte Garrison.

Platte war bisher ein Verkaufserfolg

Sie glaube, dass der Präsident die Meinung vieler Amerikaner ignoriere und den Rest der Welt mit dem Betreiben eines Irak-Krieges befremde, hieß es in einer Mitteilung der Sängerin des Country-Trios. Bei der diesjährigen Grammy-Preisverleihung war die Platte "Home" der Band als bestes Country-Album ausgezeichnet worden. Die Platte führt ebenso die US-Country-Verkaufscharts an, wie die aktuelle Single "Travelin’ Soldier" über einen US-Soldaten, der im Vietnam-Krieg gekämpft hat.

Sängerin entschuldigte sich

Lead-Sängerin Natalie Maines entschuldigte sich daraufhin am Freitag für ihre Kritik an Präsident Bush. Ihre Bemerkungen seien «respektlos» gewesen, sagte die Sängerin nach einem Bericht des US-Senders CNN. Bei einem Konzert in London hatte Maines in dieser Woche verkündet, das Trio schämte sich dafür, dass der amerikanische Präsident aus Texas stamme. Texas ist auch der Heimatstaat der Country-Band.