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Rolling Stones: Mick Jagger wird politisch

Schon vor seinem Erscheinen macht das neue Album der Rolling Stones Schlagzeilen - mit einer süffisanten Kritik an der Politik der neokonservativen Regierung unter George W. Bush.

Die Wellen schlugen so hoch, dass Mick Jagger, Frontmann der Rolling Stones dementieren musste: Zum Tournee-Start am 21. August in den USA wies er Kritik an dem Song "Sweet Neo Con" zurück. "Präsident Bush ist nicht gemeint, es überhaupt niemand persönlich gemeint", versicherte der Rock-Veteran in der US-Fernsehsendung "Extra", einer News-Show aus der Glamour-Welt. "Er würde nicht 'Süßer Neo Con' heißen, wenn es so wäre". Der Song stammt von dem Stones-Album "A Bigger Bang", das am 6. September in die Läden kommen soll.

Seitenhieb auf die Regierung

Doch der Song-Text ist nicht ohne. "How come you're so wrong? My sweet neo-con, where's the money gone, in the Pentagon", zitert CNN einen Refrain ("Wie kommt es, dass du so falsch liegst? Mein süßer Neokonservativer, wo ist denn das ganze Geld hin aus dem Pentagon?") und sieht darin eine deutliche Anspielung auf den Irakkrieg und die Ölfirma Halliburton, bei der Vizepräsident Dick Cheney einst im Vorstand saß, und die später hoch dotierte Schlüsselverträge für den Wiederaufbau des Irak erhielt.

Ein Seitenhieb des Stones-Songs gilt auch der Einschränkung von Freiheitsrechten: "It's liberty for all, democracy's our style, unless you are against us, then it's prison without trial." ("Freiheit für alle, Demokratie, das ist unser Stil, es sei denn du bist gegen uns, dann gibt's Gefängnis ohne Gerichtsverhandlung"). "Der Song geht sicher sehr kritisch mit einer bestimmten Politik der Regierung um, aber was soll's. Viele Leute sind kritisch", sagte Jagger in "Extra". Ein Sprecher der Stones erklärte, dass es keine weiteren Kommentare der Band zum Lied geben werde.

Peter Meroth
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