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Hamburg: Sopranistin verliert Rolle an der Staatsoper - weil sie schwanger ist

Eine Opernsängerin mit Babybauch? Aus Sicht der Sopranistin Julie Fuchs kein Problem. Die Staatsoper Hamburg nahm die Schwangerschaft der 33-Jährigen jedoch zum Anlass, ihr Engagement zu stoppen.

Staatsoper Hamburg Die Zauberflöte

In der Inszenierung der "Zauberflöte" sind für die Rolle der Pamina (hier gespielt von Christina Gansch im September 2017) mehrere Flugszenen vorgesehen. Für die schwangere Julie Fuchs hätte dies abgeändert werden müssen.

Picture Alliance

Opernfreunde werden die französische Sopranistin Julie Fuchs nicht wie geplant im Mai in Mozarts "Zauberflöte" sehen können. Die 33-Jährige ist schwanger - und hat deshalb ihr Engagement an der Staatsoper Hamburg verloren.

"Die Staatsoper hat mich darüber informiert, dass die künstlerische Integrität der Jette-Steckel-Produktion von 'Die Zauberflöte' nicht gewährleistet ist, wenn die Sopranistin, die die Pamina singt, im vierten Monat schwanger ist", schrieb die 33-Jährige auf ihrer Facebook-Seite. "Wie ihr euch vorstellen könnt, bin ich sehr enttäuscht, da ich mich stimmlich und körperlich in Topform fühle." Sie sei traurig, dass sich keine Lösung gefunden hätte, ihren Zustand in der Produktion zu berücksichtigen. Zuvor hatten Medien darüber berichtet.

Today, I have an unexpected announcement to make: The Staatsoper Hamburg has unfortunately informed me just this week...

Gepostet von Julie Fuchs am Freitag, 20. April 2018

Inszenierung müsste zu stark geändert werden

Die Staatsoper bedauerte nach eigenen Angaben die Entscheidung. Es sei jedoch nicht möglich, die Inszenierung so zu ändern, dass keinerlei Gefahr für die werdende Mutter bestehe und gleichzeitig der Kern der Inszenierung bestehen bleibe, hieß es in einer Stellungnahme. Es gebe in der Inszenierung eine Vielzahl von körperlich sehr fordernden Szenen, darunter mehrere Flugszenen, die für schwangere Frauen prinzipiell verboten seien. Für Fuchs werde die in der Ukraine geborene Sopranistin Olga Kulchynska die Rolle der Pamina übernehmen.

"Die Rechtslage zum Schutz der werdenden Mutter ist eindeutig und wir gehen in keinem Fall ein gesundheitsgefährdendes Risiko ein, wenn auch nur im Ansatz riskante szenische Aktionen auf der Bühne stattfinden könnten", sagte Staatsoper-Betriebsdirektor Tillmann Wiegand. Als Ausgleich habe man Fuchs Vorstellungen in den nächsten Spielzeiten angeboten.

fri / DPA