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TERROR-MUSIK: Der »Boss« lobt Bush

Bruce Springsteen veröffentlicht auf seinem neuen Album »The Rising« Songs, die die Anschläge vom 11. September thematisieren. Der Musiker lobt dabei ausdrücklich das Verhalten der US-Regierung.

Mit seinem inspirativen Song »Born In The USA« gab Bruce Springsteen vor Jahrzehnten vielen jungen Amerikanern Kraft, das Trauma Vietnamkrieg zu verwinden. Jetzt ist der Rockbarde zurück. Sein neues Album »The Rising« soll einmal mehr helfen, Wunden zu heilen und den Schock des 11. Septembers zu verarbeiten.

»Time«-Titelgeschichte

»Reborn In The USA«, feiert das Nachrichtenmagazin »Time« den 52-jährigen Songwriter und Rock'n'Roll-Musiker diese Woche und widmet ihm die Titelgeschichte. Sieben Jahre hatte Springsteen keine Musik mehr veröffentlicht, und er war 15 Jahre lang nicht mehr mit seiner »E Street Band« aufgetreten. Fast zwei Jahrzehnte sind vergangen seit seinen Welthits »Thunder Road« und »Hungry Hearts«.

Mit Witwen gesprochen

Springsteens neue CD sei das erste große Echo der Pop-Kunst auf die Terroranschläge, meint »Time« und würdigt besonders den Optimismus, der trotz aller Trauer aus den Songs klinge. Aufgewühlt von den Eindrücken aus nächster Nähe und Gesprächen mit den Witwen mehrerer Opfer schrieb Springsteen alle 15 Songs in den ersten Wochen nach dem 11. September.

»Burning, burning«, singt er mit verhaltener Stimme. Vom wehmütigen Klang einer Geige begleitet, beschreibt er die bekannte Szene, »jackets on the street, everywhere«, und wird dann vom Donner der einstürzenden World-Trade-Center-Türme übertönt. Doch, »it's alright«, beruhigt Springsteen seine Landsleute, ...»this too will pass«.

Er selbst habe die Terrorattacken auf Manhattans Wahrzeichen nur 50 Kilometer entfernt erlebt, in seinem Haus in Rumson (US-Staat New Jersey), erzählte der 52-Jährige bei einer Probe vor dem Tourneestart am 7. August. Er habe viele Stunden mit Familie und Freunden vor dem Fernseher verbracht. »Niemand wollte allein sein«. Alle warteten nur darauf, was als Nächstes geschehen würde.

Trost in der Kirche

Das Schlimmste war, mit seinen drei Kindern (8, 10, 12) über die Ereignisse des Tages zu sprechen. »Ich glaube, sie (die Angriffe) nehmen den gleichen Platz in ihrem Leben ein wie die Atombombe für mich als Kind.« Noch am gleichen Tag ging Springsteen mit seiner Familie in die Kirche. »Es ist ganz wichtig, sich spirituell wieder zu fassen«, sagte er der Zeitschrift »Time«, und das am besten in der Gemeinschaft.

Positiv von Bush überrascht

Inzwischen hat sich der für seine liberale Gesinnung bekannte Rocker anerkennend zur Reaktion von US-Präsident George W. Bush auf den 11. September geäußert. Er sei positiv überrascht gewesen, wie die Regierung gegen die Taliban und die Terrororganisation Al-Kaida vorgegangen sei, äußerte Springsteen bei der Vorstellung seines neuen Albums.

Im vergangenen Herbst schon war der Sänger bei Charity-Veranstaltungen zugunsten der Terror-Opfer aktiv geworden und hatte mit Auftritten unter anderem beim TV-Marathon »America: A Tribute To Heroes« Spendensammlungen unterstützt. »Das passt zum Konzept unserer Band als einer Gruppe von Zeugen«, sagt er jetzt. »Wir sind hier, um Zeugnis abzulegen.«

Gisela Ostwald, dpa

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