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US-Sängerin: Was macht eigentlich ... Pia Zadora?

Die amerikanische Sängerin landete 1984 ihren größten Hit: "When the Rain Begins to Fall", ein Duett mit Jermaine Jackson.

Was macht eigentlich US-Sängerin und Schauspielerin Pia Zadora?

Pia Zadora, 63, heute. Sie lebt mit Mann und Sohn in der Nähe von Las Vegas

Sie wurden im vergangenen Jahr am Herzen operiert: Wie geht es Ihnen heute?

Gut! Eine Herzklappe musste ersetzt werden, ein Geburtsfehler. Ich habe mich aber komplett erholt. Und bin wahrscheinlich die einzige Frau in Las Vegas, die das Krankenhaus mit demselben Paar Brüsten verlassen hat, mit dem sie eingeliefert wurde.

Wenn man Sie googelt, taucht als Erstes ein Polizeifoto auf, das Sie nach Ihrer Verhaftung 2013 zeigt. Was war passiert?

Eine Lappalie! Mein Sohn Jordan und mein Stiefsohn Mike Jr. spielten und wollten nicht ins Bett. Um drei Uhr nachts ist mir der Kragen geplatzt, und ich habe sie mit dem Gartenschlauch nass gespritzt. Daraufhin riefen die Jungs bei der Polizei an. Ich habe noch versucht, Jordan das Telefon aus der Hand zu nehmen und ihn dabei am Ohr gekratzt. Dann stand das mobile Einsatzkommando vor der Tür. Jordan leidet an einer Form von Autismus und hatte die Folgen des Notrufs nicht bedacht. Es tat ihm danach irrsinnig leid. Der Vorfall hatte aber auch seine guten Seiten …

Welche?

Ich habe einen Drink nach ihm benannt, den Piatini: ein Wodka-Martini mit einem Schuss Wasser – denn Wasser hat mich in den Knast gebracht.

Wie viele von denen trinken Sie so?

Ich trete jedes Wochenende im "Piero's" auf, einem Nachtclub in Las Vegas, dort werden die serviert. Mehr als vier sollte man davon nicht trinken, sonst brüstet man sich damit, Absolvent der Trump-Universität zu sein.

Singen Sie dort Ihren Hit "When the Rain Begins to Fall"?

Nein, ich singe vorwiegend klassische Jazzsongs. Ich habe gerade ein Album aufgenommen, mit dem Produzenten Jack White. Damit gehen wir bald auf Tour.

Sie waren auch Schauspielerin, haben einen Golden Globe gewonnen, aber auch mehrere "Goldene Himbeeren" als schlechteste Darstellerin. Tat das weh?

Nein, immerhin bin ich damals ständig in einem Satz mit Meryl Streep erwähnt worden: "Pia Zadora ist keine Meryl Streep!" Im Ernst: Manche meiner Filme haben heute Kultstatus. Auf zwei bin ich richtig stolz: "Die Nackte Kanone 33 ?" und "Hairspray". Der war besonders bei den Klassenkameraden meiner beiden älteren Kinder beliebt, denn darin spiele ich ein kiffendes Beatnik-Mädchen. In den Elternrat habe ich es natürlich nie geschafft.

Vater dieser Kinder ist der Millionär Meshulam Riklis. Bei der Hochzeit waren Sie 23 und er 53. Wie passte das?

Es war eine verrückte Zeit, mit Glitzer, Glamour und Privatflugzeug, beinahe wie in einem Paralleluniversum. Ich war sehr jung, wurde aber schnell erwachsen. Ich bereue die Ehe nicht, sie schenkte mir zwei wunderbare Kinder.

Haben Sie noch Kontakt zu Ihrem Ex?

Nein. Er lebt jetzt in Israel und ist verheiratet mit einer der "Real Housewives of Israel". Ich glaube, die ist eher ein " Desperate Housewife", eine verzweifelte Hausfrau …

Sie haben Talent zur Komikerin …

Ich bin eben ein echte Entertainerin! Mit sieben stand ich mit der Schauspielerin Tallulah Bankhead auf der Bühne, später tourte ich dann mit Frank Sinatra. Ich hatte gute Lehrer!

Was haben Sie von denen gelernt?

Bankhead brachte mir das Rauchen und Trinken bei, und Sinatra nahm mich vor jedem Auftritt zur Seite und sagte: "Don't screw up!" – vermassle es nicht! Den Rat versuche ich bis heute zu befolgen.

Interview: Severin Mevissen
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