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Zum 50. Bühnenjubiläum: Die Rolling Stones rocken London

Umgerechnet 500 Euro mussten die britischen Fans für ein Ticket hinblättern. Das störte jedoch die wenigsten. Das Konzert der Rolling Stones in London war binnen sieben Minuten ausverkauft.

Die Rolling Stones haben zum Auftakt ihrer Konzerte anlässlich ihres 50-jährigen Bühnenjubiläums London gerockt. Mit "I wanna be your man" eröffneten die alternden Rockstars Mick Jagger, Keith Richards, Charlie Watts und Ronnie Wood am Sonntagabend das Event vor 20.000 begeisterten Fans in der O2-Arena. Mit dabei war auch der Bassist Bill Wyman, der die Stones Anfang der 90er Jahre verlassen hatte.

"Wie geht es euch auf den billigen Plätzen? Obwohl - sie sind nicht so günstig, das ist das Problem", sagte der 69-jährige Frontmann Mick Jagger zu Beginn des Konzerts. Er ließ damit Kritik an den horrenden Kartenpreisen durchblicken. Tatsächlich mussten die Stones-Fans für das Erlebnis tief in die Tasche greifen. In der einfachsten Kategorie kostete ein Platz 406 Pfund (500 Euro). Im Internet wurden Tickets sogar für mehrere tausend Pfund gehandelt.

Aber die eingefleischten Fans waren zahlungswillig, meinten sie doch, es könnte der letzte Stones-Auftritt überhaupt sein. "Es ist furchtbar viel Geld, aber ich vermute, es ist eine einmalige Sache", sagte die 52-jährige Jill Roberts. "Ich glaube nicht, dass sie nochmal kommen." Die Karten für die beiden Konzerte in der Londoner O2-Arena - das zweite findet am Donnerstag statt - waren im Oktober innerhalb von sieben Minuten vergriffen gewesen.

Drei Konzerte in den USA

Jagger tanzte in Silberjackett und Filzhut, während die Band zur Nummer "Get Off of My Cloud" überging. Bei "Midnight Rambler" kam der frühere Stones-Gitarrist Mick Taylor zum Einsatz, der legendäre Rockgitarrist Jeff Beck hatte bei "I'm Going Down" einen Auftritt. US-Souldiva Mary J. Blige sang im Duett mit Jagger "Gimme Shelter". Für "Sympathy for the Devil" warf sich Jagger ein schwarzes Federcape um, während ihn ein roter Scheinwerfer dämonisch wirkend anstrahlte.

Immer wieder wandte sich Jagger zwischen den Liedern an sein Publikum. Er freue sich sehr, in einem so bedeutenden Jahr Jubiläum zu feiern, versicherte er: "Die Olympischen Spiele? Haben wir nicht gemacht. Das Thronjubiläum? Auch nicht. James Bonds 50. Jubiläumsfeier? Haben wir verpasst. Wir haben es gerade noch hierher geschafft. Freuen uns, dass ihr hier seid, und freuen uns, hier zu sein." "Jumping Jack Flash" bildete schließlich - nach vielen anderen Hits - den rauschenden Abschluss der Nacht.

Der 67-jährige britische Altrocker Pete Townsend von "The Who", ein langjähriger Freund der Band, äußerte unterdessen in einem Interview mit der "Berliner Zeitung" die Vermutung, dass die Stones "allmählich zur Ruhe kommen". So mache etwa Keith Richards seine Arthritis zu schaffen. Mit ein paar Injektionen könne er "die eine oder andere Show durchstehen, aber keine Welttournee".

Ende Oktober hatten die Rolling Stones mit einem Clubkonzert vor nur 700 Fans in Paris ihre Rückkehr auf die Bühne gefeiert - zum maßvollen Preis von 15 Euro pro Karte. Drei weitere Konzerte sind im Dezember in den USA geplant, in New York, Newark und New Jersey. Die US-Musikzeitschrift "Billboard" schrieb im August, die vier Shows würden den Stones 25 Millionen Dollar (19,3 Millionen Euro) einbringen. Und das war noch ohne das erst später hinzugefügte Konzert im New Yorker Barclays Center am 8. Dezember.

kgi/AFP/Bang / AFP