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Zum Todestag von Michael Jackson: Der "King of Pop" auf allen Kanälen

Am 25. Juni ist es ein Jahr her, dass Michael Jackson gestorben ist. Und pünktlich zum Stichtag gibt es natürlich reichlich Erinnerungshilfen. Der Popstar ist und bleibt ein faszinierendes Rätsel.

Schon zu Lebzeiten wirkte Michael Jackson zuweilen, als sei er nicht von dieser Welt. Nun, da er tatsächlich im Jenseits weilt, und sich zudem sein Todestag zum ersten Mal jährt, hat alle Welt freie Bahn für die ganz eigene Michael-Jackson-Interpretation. Schon in dieser Woche beginnt der Gedenkmarathon. Kaum ein Sender, der nicht versucht, sein spezielles Bild vom King of Pop zu zeichnen:

Den Anfang macht an diesem Freitag um 23:55 Uhr das ZDF mit der Reportage "Michael Jackson - King of Pop". "Spurensuche mit Markus Lanz in Kalifornien" steht im Untertitel - und genau darum geht es. Der TV-Moderator und -Koch war mit seinem Team im "Golden State" unterwegs, um etwas über Jacksons Leben zu erfahren. Dabei drehte er auch auf der Neverland-Ranch, die Jackson mit unzähligen Dollar-Millionen zu einem Fantasiereich samt Privatzoo und Vergnügungspark ausbaute und die ihn finanziell an den Rande des Ruins brachte.

Natürlich ist auch Jacksons Musikkarriere Thema: von den Jackson Five über künstlerische Höhepunkte wie "Thriller" und "History" bis zur Ankündigung seines Comebacks wenige Wochen vor seinem Tod. In den 60 Minuten sind Konzertausschnitte, Videoclips und Fernsehauftritte zu sehen. Echte Fans dürften sich vor allem auf bisher unveröffentlichtes Material freuen: von Jacksons Berlin-Besuch im Jahr 2002 oder von einer Geburtstagsparty auf der Neverland-Ranch. Dazu gibt es Interviews mit Weggefährten, Freunden und Bekannten des Stars.

Dokumentationen und Konzertclips

Die ARD legt am Montag (21. Juni, 21 Uhr) nach: Die elfte Staffel der Porträtreihe "Legenden" startet mit einem 45-minütigen Film über den Musiker. Michael Wech hat den Streifen gedreht, den der ehemalige Jackson-Manager Dieter Wiesner trotz Detailkritik lobt: "Im Ausschnitt ist Michael Jackson sehr gut eingefangen." Allerdings fehle ihm ein wenig das Lockere, Alberne, das Jackson auch ausgezeichnet habe.

Gleich einen ganzen "Michael Jackson Day" ruft der Sender ProSieben am Donnerstag (24. Juni) aus: Hauptstück ist die Konzertdokumentation "This Is It", die im Oktober 2009 in die Kinos kam. Sie zeigt die Proben zur gleichnamigen Comebackshow und ist um 20:15 Uhr erstmals im deutschen Fernsehen zu sehen. Im Anschluss läuft ein "Focus TV Spezial - Die letzten Tage im Leben des King of Pop" (22:15 Uhr), gefolgt von der US-Dokumentation "Gone To Soon". Wem das nicht reicht, der kann bereits am Nachmittag einen am Boden zerstörten Fan begleiten ("We are Family", 14 Uhr) und sich im Magazin "taff" (17 Uhr) über die letzten Wochen im Leben des Superstars informieren.

In den Todestag hinein sendet das ZDF das Münchner Konzert von Jacksons "History Tour" aus dem Jahr 1997 - und zwar in der Nacht von Donnerstag auf Freitag um 1:05 Uhr. Am Todestag selbst (25. Juni) wiederholt RTL die Hommage "100 Prozent Michael Jackson" (23:15 Uhr).

Deutlich früher dran waren die Privatsender Vox und RTL II, allerdings mit bescheidenem Quotenerfolg: Bereits am 22. Mai sendete Vox die vierstündige "Spiegel TV"-Dokumentation "König Einsam - das tragische Leben des Michael J. Jackson". Tags darauf zeigte RTL II den Bericht "So starb Michael Jackson wirklich - Augenzeugen packen aus" und anschließend einige Höhepunkte seiner Konzerte.

Ausweichmöglichkeiten für Jackson-Fans

Wer sich nicht vom Fernsehprogramm abhängig machen möchte - weil er vielleicht das WM-Spiel Brasilien gegen Portugal sehen will - kann in die Videothek gehen, um Jackson in "Men In Black II" (2002) oder "Captain Eo" (1986) zu sehen. Oder man weicht auf Computerspiele aus.

In denen war der Popstar schon früh vertreten: 1989 gab es bereits ein Sega-Spiel namens "Moonwalker". Jacksons Stimme kann man in "Space Channel 5" von 1999 (Teil 2 ist von 2002) hören. Und der Spiele-Entwickler Ubisoft verspricht nun sogar ein technisches Novum mit Jackson: Ziel des bisher namenlosen Spiels, das im November - pünktlich zum Album mit bisher unveröffentlichten Titeln - erscheinen soll, ist es, "zu tanzen wie Michael", gab Tony Key von Ubisoft bekannt. "Tu, was der Typ auf dem Bildschirm macht, und du hast es. Bewertet wird die Qualität deiner Performance." Getanzt werde unter anderem zu "Beat It" und "Billie Jean". Es wird als eines der ersten Games "Motion Detection"-Technologie benutzen. Vom Konzept her ganz ähnlich wie bei einem Bewegungsmelder werden die Gebärden aufgenommen, dann allerdings auch noch verarbeitet.

Auch posthum ist der King of Pop also noch immer ganz weit vorn. Das futuristische Video zum Song "Scream" aus dem Jahr 1995 ist mit sieben Millionen Dollar noch immer der teuerste Musikclip aller Zeiten. Und noch immer sind es 4:46 Minuten Zukunft.

Lesen Sie dazu auch bei unserem Partner in der Schweiz, 20 Minuten Online: "Michael Jackson - wie der King of Pop zur Geldmaschine wurde"

sal/dpa / DPA