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Rock'n'Popmuseum Gronau: Wie Popstars sich selbst sehen

Im Laufe seines Berufslebens hat der Musikjournalist Gunther Matejka unzählige Popstars interviewt. 1993 kam ihm die Idee, seine Interview-Partner um ein Selbstporträt zu bitten. Herausgekommen sind einige höchst humorvolle Zeichnungen.

Wie Gunther Matejka auf diese Idee kam, weiß er selbst nicht mehr. Vielleicht aus der Lust heraus von all seinen Gesprächen mit prominenten Musikern ein Souvenir mitzunehmen. Das Ergebnis dieser Idee ist eine einzigartige Sammlung von Bildern, die zeigt, wie Stars aller Musikrichtungen sich selbst sehen.

Das erste Selbstporträt, das Matejka erhalten hat, stammt von Alice Cooper. Bis heute sind etwa 250 weitere Bilder dazu gekommen. Die meisten Musiker konnten sich für die Idee spontan begeistern. Nur in wenigen Ausnahmefällen schlugen Künstler die Bitte ab - darunter Michael Bolton oder Quincy Jones.

Für die meisten Stars bedeutete das Zeichnen hingegen eine nette Abwechslung im Interview-Einerlei. So machten sich viele spontan ans Werk. Die Ergebnisse sind dabei sehr unterschiedlich: Zum Teil gibt es richtige kleine Kunstwerke, wie bei Mark Knopfler, der mit Bleistift und Radiergummi ein aussagekräftiges Selbstbild schuf - und damit die vorgesehene Interview-Zeit um Längen überzog. Eine Besonderheit stellt das Porträt des INXS-Sängers Michael Hutchence dar: Es entstand nur ein halbes Jahr vor dessen Tod im Jahre 1997.

Kreativität spiegelt sich in Zeichnungen wider

Andere Künstler malten sich hingegen - mangels Begabung oder Zeit - als einfaches Strichmännchen, wie Phil Collins oder Lou Reed. Manche verewigten sich auch nur klein in einer Ecke des Blattes wie J.J. Cale oder Cliff Richard. Doch alle Selbstporträts ließen erkennen, dass sich die Kreativität, die einen Künstler als Musiker ausmacht, auch in den Zeichnungen widerspiegelt.

Wer sich von den Malkünsten unserer Popstars selbst ein Bild machen will, sollte ins westfälische Gronau fahren: Im dortigen Rock'n'Popmuseum sind seit dem 4. Dezember rund 90 der Selbstporträts im Original zu bewundern. Und nicht nur die Augen kommen hierbei auf ihre Kosten, sondern natürlich auch die Ohren: Von jedem ausgestellten Künstler gibt es auch Musik zu hören. Und wer dann noch immer nicht genug hat, kann sich "Musiker-Selbstportraits" zulegen. Das im Voggenreiter Verlag erschienene Buch zeigt eine Auswahl der Porträts.

Die Ausstellung

4. Dezember 2005 bis 12. Februar 2006
Rock'n'Popmuseum; Udo-Lindenberg-Platz 1, 48599 Gronau
Öffnungszeiten: Mi, Fr, Sa, So 10 - 18 Uhr, Do 10 - 20 Uhr,
Di nach Vereinbarung
Eintrittspreise: Erwachsene: 7,50 Euro, ermäßigt 5 Euro, Kinder bis 6 Jahre frei

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