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Streitbarer Literaturpapst: Reich-Ranickis legendäre Auftritte

Seine Wut-Rede gegen den Deutschen Fernsehpreis bleibt unvergessen. Reich-Ranicki brillierte mit seiner kantigen Art aber nicht nur hier. Eine Auswahl der Auftritte des leidenschaftlichen Kritikers.

Eklat beim Deutschen Fernsehpreis 2008


Bei der Verleihung des Deutschen Fernsehpreis im Oktober 2008 sollte Marcel Reich-Ranicki für seine TV-Sendung "Das literarische Quartett" geehrt werden - und brachte das versammelte Publikum mächtig schwitzen: "Ich nehme diesen Preis nicht an", so das Fazit des Literaturkritikers, der sich in den Reihen der anderen genannten Ausgezeichneten nicht wohlfühlte.

Der Anti-Techniker


Dass er für das Fernsehen nicht allzu viel übrig hatte, zeigt auch dieser Auftritt des Kritikers beim "Literarischen Quartett" von 1996. Ohne Umschweife sagt er, wenn er glaubt, dass Pfuscher am Werke sind.

Roche in der Mangel


Auch Autorin Charlotte Roche bekam das am eigenen Leibe zu spüren. "Ekelhaft und widerlich" - so sein Kommentar zu ihrem Bestseller "Feuchtgebiete".

Der Unbestechliche


Ranicki war niemand, der sich leicht vor den Karren spannen lies. Unvergessen bleibt sein Interview mit Michel Friedman, in dem er den Moderator schnell als Provokateur enttarnt.

Schillers Trivialität


Generationen von Schülern mussten Friedrich Schillers Stück "Die Räuber" im Deutschunterricht huldigen. Reich-Ranicki nimmt es dagegen schonungslos auseinander. "Trivialliteratur", schließt er im ersten Teil seiner Kritk - nur um dann zu erklären, warum es dennoch zu den Meisterwerken der deutschen Literatur gehört.

Bewegende Rede im Bundestag


Eine sehr emotionale Rede hielt Reich-Ranicki 2012 im Bundestag zum Gedenken der Holocaust-Opfer. Sichtbar angeschlagen bewegte er damals die Zuschauer mit seinen Erinnerungen an das Warschauer Ghetto. Danach war es im Bundestag minutenlang still.

Reich-Ranicki gegen Walser


Zu den "Lieblingsfeinden" Reich-Ranickis aus der Schriftstellerriege zählte zweifelsfrei neben Günter Grass auch Martin Walser. Gerne brachte er das auch im Fernsehen zum Ausdruck, wie bei diesem Auftritt im "Literarischen Quartett".

liri/mat