Das war mal ein Einstand, den Kommissarin Valessa Matkovic (Romina Küper) als Nachfolgerin von Emil Perica (Lenn Kudrjawizki) vergangene Woche in "Der Kroatien-Krimi: Mord am Jadro" hinlegte. Nach einigen Lügen, riskanten Alleingängen und wildem Herumgeballer in einer Wohngegend musste Chefermittlerin Stascha Novak (Jasmin Gerat) die Neue am Ende aus einer lebensgefährlichen Situation retten, gefolgt von einer Warnung: "Wenn ich dir nicht vertrauen kann, bist du raus ... Du machst den Job gut, versau's dir nicht. Ab jetzt mit offenen Karten!"
Woraufhin Valessa ihr auf die Frage, warum sie nach Split gekommen sei, erklärte, der Beziehung mit einem gewalttätigen Mann in Zagreb entflohen zu sein – offenbar eine weitere Lüge, denn nur wenige Minuten später konnten die Zuschauer beobachten, wie sie vor ihrer Wohnung einen jungen Mann namens Miran (Jasper Engelhardt) leidenschaftlich küsste.
Das in Erinnerung zu rufen ist deswegen wichtig, weil Fall 18, "Der Kroatien-Krimi: Gefahr im Verzug" (erneut Regie: Carolina Hellsgård, Drehbuch: Christoph Darnstädt) am Donnerstagabend direkt auf diesen Geschehnissen aufbaut. Gestalteten sich die Ermittlungen im jüngsten Film zeitweise eher langatmig, überschlagen sich nun die Ereignisse gleich zu Beginn. Und all die offenen Fragen, warum Valessa tut, was sie tut, werden endlich beantwortet.
Mangel an Beweisen
Diesmal rückt der arrogante Drago Varga (Felix Klare), der zuletzt noch eine Nebenrolle spielte, ins Zentrum des Geschehens. Nachdem er in der Bar, in der Valessa undercover arbeitete, mit seiner Anbaggerei unangenehm aufgefallen war, hatte der Besitzer ihm Lokalverbot erteilt. Er war zudem der festen Meinung, dass seine Kellnerin Jana wegen Varga von heute auf morgen verschwunden ist. Als nun eine Frauenleiche angespült wird, bestätigt Jasnas Mitbewohnerin Elena (Linda Blümchen), dass es sich um Jasna handelt. Deren Vater Marco (Samuel Finzi) wiederum bestreitet das.
Während die Ermittler auf die DNA-Ergebnisse warten, finden sie heraus, dass Varga in Zagreb zweier Vergewaltigungen beschuldigt worden war, aber jedes Mal ein Alibi vorweisen konnte. "Gekauft!", da ist sich Valessa sicher. "Er hat Jasna vergewaltigt und ermordet, 100 Pro!" – Man ahnt es aufgrund ihrer emotionalen Reaktion: Varga ist der wahre Grund, weshalb Valessa in Split ist. Auch ihre Kollegen Stascha und Borko (Kasem Hoxha) sind überrascht, dass sie so sicher zu sein scheint.
Im Gegensatz zum vorherigen Fall dürfen die Zusehenden diesmal hinter Valessas Fassade blicken: Miran, ihr Freund, macht sich Sorgen, weil sie sich so darin verrennt, Varga zu überführen. "Jemand muss ihn aus dem Verkehr ziehen!", beschwört Valessa ihn, mit allen Mitteln! Miran solle nachts einen Beweis in Vargas Haus platzieren. Doch das geht ordentlich schief. Nun ist es an der Zeit für Valessa, Stascha endlich die ganze Wahrheit zu sagen. Ob sie das diesmal tut? Unsicher.
Sicher scheint dagegen von Anfang an, dass Varga schuldig ist, allein es ihm zu beweisen gestaltet sich schwierig. Der Mann ist aalglatt, selbstbewusst, bestens vernetzt. Und er hat einen guten Anwalt. Doch aufgeben ist für das Frauen-Duo keine Option: "Wir schaffen das zusammen!" – Nur wie weit sie dabei gehen wollen, darauf muss sich das durchaus spannende neue Team wohl noch einigen ...
"Der Kroatien-Krimi: Gefahr im Verzug" – Do. 14.05. – ARD: 20.15 Uhr